Stephan Kemperdick hat nun eine sorgfältig recherchierte, mit zahlreichen bestechend guten Reproduktionen versehene Monographie über Martin Schongauer vorgelegt. In einem Eingangskapitel zeichnet er mit geradezu detektivischem Gespür das Leben des Malers in Colmar anhand der spärlichen Lebenszeugnisse nach. Der erste Hauptteil des Bandes präsentiert die Kupferstiche und Zeichnungen Schongauers, worunter sich neben religiösen Themen auch Szenen aus dem bäuerlichen Alltag finden. Ausführlich kommentiert Kemperdick danach die wenigen erhaltenen Bildnisse und Fresken des Künstlers, um dann das Schaffen Schongauers in den Kontext seiner Zeit einzubetten, während das Schlußkapitel das Nachleben des Werks beleuchtet. Entstanden ist so ein lesenswerter und schöner Band für alle Freunde spätmittelalterlicher Kunst.
Rezension: Talkenberger, Heike





