Zahlreiche Funde belegen: Zwischen dem 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr. befand sich an der oberen Donau ein monumentales frühkeltisches Zentrum. Die sogenannte Heuneburg war eine stadtartige Siedlung, die in ihrer Blütezeit mehrere tausend Einwohner umfasste. Die Bedeutung des Ortes spiegelt sich auch in reich ausgestatteten Hügelgräbern wider, die sich im Umland befinden. Das Areal gilt als eine der wichtigsten und am besten erforschten archäologischen Stätten der europäischen Eisenzeit. Dabei ist ein Aspekt besonders interessant: Viele Funde dokumentieren, dass die keltische Siedlung Verbindungen zu den Kulturen des Mittelmeerraums besaß.
Wie aus den archäologischen Befunden hervorgeht, teilte sich die Geschichte der Heuneburg in zwei Hauptphasen auf. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts umfasste sie eine Oberstadt, die eine imposante Lehmziegelmauer umgab, und eine ebenfalls befestigte tiefer gelegene Siedlung sowie Gehöfte im Umland. Die Merkmale der Gebäude lassen bereits einen kulturellen Einfluss aus dem Mittelmeerraum erkennen, sagen Experten. Diese Strukturen der Frühphase der Heuneburg vernichtete dann ein Brand in der Zeit um 540 bis 530 v. Chr.
Keltischer Fürstensitz mit Verbindungen in den Süden
Anschließend wurde die Anlage in neuer Bauweise wiedererrichtet: Anstelle der zuvor engen Bebauung entstanden auf dem Plateau weniger, aber dafür herrschaftlichere Gebäude. Dafür nahm die Bebauungsdichte in der Unterstadt deutlich zu. Aus dieser zweiten Phase der Geschichte der Heuneburg sind importierte mediterrane Töpferwaren bekannt, die Verbindungen in die Kulturräume jenseits der Alpen belegen. Das Ende der Geschichte der Keltensiedlung kam dann etwa um 460 v. Chr.: Erneut zerstörte ein Brand die gesamte Anlage – danach wurde sie nicht wieder aufgebaut.
Die Forscher um Maxime Rageot von der Universität Tübingen haben sich im Rahmen ihrer Studie nun mit den unterschiedlichen Gefäßen beschäftigt, die auf der Heuneburg zum Konsumieren und Servieren von Getränken sowie zur Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln verwendet wurden. Untersucht haben sie 126 lokal gefertigte Gefäße und sieben importierte Keramiken aus dem antiken Griechenland. Sie wurden in verschiedenen Bereichen der Anlage entdeckt und stammen aus den beiden unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Die Frage war: Was enthielten diese Gefäße? Einblicke gewannen die Forscher durch gaschromatographische und massenspektrometrische Analysen von Rückständen der Substanzen an den Keramikoberflächen.





