Ein Jahr zuvor erst hatte Franziskus in seinem Sonnengesang gedichtet: “Gepriesen seist Du, o Herr, durch unseren Bruder, den leiblichen Tod, welchem kein Lebender entrinnen kann.” Jetzt spürte er, daß dies auch für ihn galt. Der charismatische Ordensgründer war seit längerer Zeit krank. Todkrank: Ein Augenleiden hatte ihn annähernd blind gemacht und verursachte ihm große Schmerzen, ebenso Magen, Leber und Milz. Noch im Frühjahr 1226 sollte eine Operation Abhilfe schaffen, bei der die Schläfen mit glühenden Eisenstäben verätzt wurden – doch sie bewirkte das Gegenteil. Franziskus war klar, daß er nicht mehr gesund werden konnte. “Es ist gut, daß mein Bruder, der Tod, komme”, soll er einem Arzt gesagt haben. Gut bewacht wurde der sterbenskranke Wundertäter in seine Heimatstadt Assisi zurück gebracht – damit sich ja keine andere Stadt in den Besitz der wertvollen Reliquie bringen konnte. Die letzten Tage nutzte Franziskus, um dem Orden und seinen Mitbrüdern Ratschläge und Segenswünsche mitzugeben. Als er spürte, daß ihn das Leben verließ, bat er die Brüder, ihn auf die nackte Erde zu legen. Dort starb er in der Nacht des 3. Oktober. Am nächsten Morgen “strömte das ganze Volk, Männer und Frauen aus Assisi herbei. Sie nahmen den heiligen Leib von dem Ort, wo er gestorben war.”





