Bredekamp situiert Michelangelo zwischen „Anmaßung und Demut“, zwischen Künstlerstolz und der Gewissheit, dass selbst die gelungenste künstlerische Formgebung immer etwas Unvollendetes bleiben muss. Damit sprengte er alle Konventionen. Widersprüche durchzogen das Leben Michelangelos, das von beispiellosem Ruhm ebenso geprägt wurde wie von herben Niederlagen, von Trauer und Melancholie, aber auch von heiterer Geselligkeit. Wer den Künstler und sein 75-jähriges Schaffen besser verstehen möchte, sollte zu diesem Buch greifen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Horst Bredekamp
Michelangelo
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2021, 810 Seiten, € 89,–





