Die Fotografie hat seit ihrer Erfindung die Kriege ihrer Zeit dokumentiert. Heute gilt das fotografische Bild als wichtiges Werkzeug der Kriegs- wie der Friedenspropaganda und der militärischen Aufklärung. Vor allem aber ist es eine wertvolle Quelle für Historiker, lassen sich an ihm doch persönliche und kollektive Erinnerung nachvollziehen. In dem von dem Wiener Hi?storiker Anton Holzer heraus?ge?gebenen Buch „Mit der Kamera bewaffnet. Krieg und Fotografie“ wird nun die Entwicklung der Kriegsfotografie zwischen Krim-Krieg und Zweitem Weltkrieg untersucht. Während die Fotografie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch in Konkurrenz zu den Illustrationen der Boulevardpresse stand, setzte mit dem Ersten Weltkrieg ihr medialer Siegeszug ein. Die technische Entwicklung förderte die Kamera als Massenartikel – der Soldat begann, seinen militärischen Alltag im Bild zu dokumentieren. Paral?lel dazu entstand der Beruf des Bildreporters, der „Schatten des Soldaten“ (Holzer), der seinen Standpunkt zwischen ökonomischer Motivation und historischer Zeugenschaft erst finden mußte. Das Buch bietet einen hilfreichen Einstieg in ein immer wichtiger werdendes Thema. Leider enden die Untersuchungen mit dem Jahr 1945. Gerade die Kriege in Vietnam oder am Golf böten noch viel Stoff zur Diskussion.
Rezension: Pöhlmann, Markus





