Rudolf war immer schon ein Mann gewesen, über den es viel zu erzählen gab – auch als er noch nicht König war: Er tat sich als tapferer, erfolgreicher und zielorientierter Krieger hervor. In der im späten 13. Jahrhundert verfassten „Colmarer Chronik“ wird Rudolf knapp porträtiert: „Er war ein Mann von großer Gestalt, sieben Fuß lang, schlank, mit kleinem Kopf, bleichem Gesicht und langer Nase; er hatte wenig Haare, lange und schmale Hände und Füße. In Speise und Trank wie in den anderen Dingen war er mäßig, ein weiser und umsichtiger Mann, doch selbst bei den reichsten Mitteln stets in größter Geldverlegenheit.“
Mitten in regionalen Fehden zur Erweiterung seiner Hausmacht erfolgte 1273 die Königswahl. Als der Bischof von Basel – Rudolfs großer Rivale – davon hörte, soll er laut dem im 14. Jahrhundert schreibenden Mathias von Neuenburg ausgerufen haben: „Herr Gott, sitze fest auf deinem Thron, sonst nimmt Rudolf deinen Platz ein.“





