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Mit Geschick und vielen Töchtern
Manche Historiker haben Rudolf I. als „kleinen König“ charakterisiert. Ein mittelalterlicher Chronist rühmte dagegen, dass noch nie in Deutschland so viel Frieden war. Rudolf I. verstand es meisterlich, die Kurfürsten bei der Stange zu halten – auch durch kluge Heiratspolitik.
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Rudolf war immer schon ein Mann gewesen, über den es viel zu erzählen gab – auch als er noch nicht König war: Er tat sich als tapferer, erfolgreicher und zielorientierter Krieger hervor. In der im späten 13. Jahrhundert verfassten „Colmarer Chronik“ wird Rudolf knapp porträtiert: „Er war ein Mann von großer Gestalt, sieben Fuß lang, schlank, mit kleinem Kopf, bleichem Gesicht und langer Nase; er hatte wenig Haare, lange und schmale Hände und Füße. In Speise und Trank wie in den anderen Dingen war er mäßig, ein weiser und umsichtiger Mann, doch selbst bei den reichsten Mitteln stets in größter Geldverlegenheit.“
Mitten in regionalen Fehden zur Erweiterung seiner Hausmacht erfolgte 1273 die Königswahl. Als der Bischof von Basel – Rudolfs großer Rivale – davon hörte, soll er laut dem im 14. Jahrhundert schreibenden Mathias von Neuenburg ausgerufen haben: „Herr Gott, sitze fest auf deinem Thron, sonst nimmt Rudolf deinen Platz ein.“
Von kaum einem anderen deutschen Herrscher sind so viele Geschichten und Anekdoten überliefert. Sie präsentieren Rudolf als Sympathieträger, als Mann zum Anfassen. Natürlich war vieles davon bewusste Imagepflege, auch wenn es um die familiären Wurzeln der Habsburger ging. So betonte man lange die Abstammung von den Zähringern, einer Herzogsfamilie. Es konnte doch kein Zufall sein, dass Rudolfs Geburtstag am 1. Mai 1218 genau in das Jahr fiel, in dem der letzte Zähringer im Mannesstamm starb.
Mit dem Sprung auf den Königsthron waren die Zähringer als Verwandte nicht mehr bedeutend genug, es wurde mit etwas Phantasie nach neuen Verbindungen gesucht. Um 1306 glaubte ein Chronist über Rudolf zu wissen: „Dieser Graf soll seinen Ursprung von einem italienischen Geschlecht hergeleitet haben. Er war ein tüchtiger Ritter, wenn auch ein armer Graf.“ Der Chronist Mathias von Neuenburg schien später dieser Spur zu folgen, als er behauptete, kein Geringerer als der Staufer Friedrich II. sei der Taufpate Rudolfs gewesen. Und da er schon dabei war, berichtete der Chronist auch von Vorfahren aus Rom. Für mittelalterliche Dynastien, die etwas auf sich hielten, war eine solche Legende üblich.
Sind die Schuhe der Staufer zu groß für die Habsburger?
Neben dieser eher ideellen Selbstbestimmung begannen mit der Königswahl und der anschließenden Krönung in der Grabeskirche Karls des Großen in Aachen am 24. Oktober 1273 die tatsächlichen politischen Herausforderungen. Rudolfs beachtliche Macht im Südwesten des Reichs schmückte zwar einen Grafen, reichte aber nicht für die Königsherrschaft in einem Reich aus, das sich von
der Nordsee bis zum Alpenhauptkamm und vom Hennegau bis nach Schlesien erstreckte. Die Staufer hatten zudem noch in Italien und Burgund geherrscht und dreimal vom Papst die Kaiserkrönung in Rom erlangt. Es waren große Schuhe, in die Rudolf schlüpfte.
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Herrschaft wurde im Mittelalter durch personale Bindungen und durch beständige Präsenz ausgeübt. Wo Rechte und Besitzungen nicht dauernd aktualisiert wurden, gingen sie verloren. Und wo der König nicht anwesend war, verblasste die Treue seiner Untertanen. Immense Herausforderungen prägten deshalb 1273 den Regierungsantritt Rudolfs. Seit Jahren hatte man sich am Reichsgut bedient, weil die Könige entweder gar nicht oder nur kurzzeitig präsent waren. Bislang traditionelle Helfer der Monarchie nutzten beherzt die neuen Freiräume aus.
Das dritte Viertel des 13. Jahrhundert war für viele eine Zeit der Emanzipation. Gute Beispiele dafür sind die Ministerialen, ursprünglich unfreie Dienstleute, und die Bürger der königlichen Städte. Bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts hatten die Herrscher ihre Befehlsgewalt gegenüber diesen aufstrebenden Gruppen aufrechterhalten. Als Zeichen ihrer Unfreiheit benötigten diese nämlich immer wieder den Konsens ihrer Herren, für Heiraten ebenso wie für räumliche Mobilität.
Doch seit dem Ende der Staufer wählten sich die Bürger königlicher Städte ihre Stadträte als Vertretungsorgane, verbanden sich untereinander und brachten ihren Willen deutlich zum Ausdruck. Wichtige Ministerialenfamilien schüttelten damals die Bürden der Unfreiheit ab und stiegen in den Niederadel auf.
Rudolf von Habsburg hatte Erfolg, weil er die freien Herren, die wichtigen Ministerialen und die Bürger der Städte für sein Königtum gewann. Mit ihnen sorgte er für die Reorganisation des Reichsguts in denjenigen Landschaften, wo es noch Bindungen ans Reich gab. Die mühsame Arbeit, alte Rechte und Besitzungen des Königtums wieder ins Gedächtnis zu rufen und diese für die Monarchie nutzbar zu machen (Revindikation), gelang vor allem im Südwesten und in der Mitte des Reichs. In der hessischen Wetterau, im Elsass, in Franken und in Schwaben bestellte der König Reichslandvögte für die Neuorganisation. Das waren absetzbare Amtsträger, die oft aus der gleichen gräflichen Gruppe wie Rudolf selbst stammten, oder freie Herren, die erst später in den Grafenstand aufstiegen.
Schwaben als altes Herzogtum der Staufer fand das besondere Interesse des Königs. Hier boten kleinräumige Herrschaften gute Aussichten, das Reich in der Region präsent zu halten. Deshalb wagte der Habsburger auch die Konkurrenz mit den aufstrebenden Grafen von Württemberg, die sich ihrerseits als Erben der Staufer präsentierten.
Vor Ort mussten die Gefolgschaftspflicht für das königliche Heer und die Bereitschaft zu Steuer- und Abgabenleistungen wieder neu hergestellt werden. Um das zu schaffen, brauchte der König die richtigen Leute am richtigen Ort. Nur so konnte der „verfallene
Zustand des Reichs“ wieder zu neuem Leben erweckt werden.
Die Herren von Hanau in der Wetterau oder von Hohenlohe in der Landvogtei Wimpfen am unteren Neckar rechtfertigten die königlichen Erwartungen durch Treue und Verlässlichkeit. Die Kraft des Reichs erstarkte in den Regionen. Deshalb steht dieses Maßnahmenbündel hier bewusst am Anfang von Rudolfs Leistungsbilanz.
Der Norden des Reichs bleibt bei königlichen Reisen außen vor
Dabei versuchte der König gar nicht mehr den Zugriff auf Landschaften, wo die Präsenz der Monarchie längst zurückgetreten war. Der gesamte Norden Deutschlands musste auf andere Weise dem Reich erhalten werden. Das spiegelt sich in den Reisewegen Rudolfs, der sich nur noch im Süden und in der Mitte des Reichs bewegte. Erfurt war der nördlichste Punkt seiner bevorzugten Aufenthaltsorte. Jetzt teilte sich das Reich – für Jahrhunderte – in einen königsfernen Norden und einen königsnahen Süden.
Dem Reich blieb zwar auch der Norden verbunden, allerdings auf andere Weise. Dort kam es darauf an, dass die Fürsten und die wenigen königlichen Städte weiter zu den Hoftagen und Reichsversammlungen im Süden kamen. In solcher Verbundenheit erhielt sich die gemeinschaftsstiftende Idee des Heiligen Römischen Reichs.
Rudolf schaffte es, die Fürsten des Reichs zum gemeinsamen Handeln zusammenzubringen. Diese Politik des Einbindens führte zur gemeinschaftsstiftenden Willensbildung und ließ die gräfliche Herkunft des neuen Königs bald vergessen. Die Integration gelang durch Verwandtschaft und Konsens.
Dass Rudolf zufällig sechs heiratsfähige Töchter hatte, erwies sich als ausgesprochenes Glück. Aus diesem Kindersegen leitete die „Colmarer Chronik“ sogar die Entscheidung der Wahlfürsten von 1273 ab. Ein Bote sei mit folgender Frage zu Rudolf geschickt worden: „Die Wähler lassen euch melden, dass, wenn ihr eure Töchter den und den Herren zur Ehe geben wollt, sie euch zum römischen König wählen werden.“ Laut Chronik soll Rudolf geantwortet haben: „Dies und alles andere werde ich erfüllen.“
Diese kleine Geschichte fängt den Nutzen dynastischer Verflechtungen im Mittelalter ein. Und tatsächlich verband Rudolf alle vier weltlichen Wahlfürsten nach und nach durch Heiraten mit seiner Familie: Mechthild ehelichte 1273 Ludwig II., Pfalzgraf bei Rhein; Agnes ehelichte 1273 Albrecht II., Herzog von Sachsen-Wittenberg, und Hedwig heiratete 1279 Otto VI., Markgraf von Brandenburg. Schließlich sollte Guta 1285 noch Wenzel II., den Sohn seines Widersachers Ottokar II. Přemysl, heiraten. Die Elite des Reichs erschien am Ende wie ein großer Familienverband. Und die Aufsteigerfamilie der Habsburger war endgültig in dieser Elite angekommen.
Damit begründete Rudolf auch die erfolgreiche Heiratspolitik, die von den Habsburgern in späteren Jahrhunderten weiter perfektioniert und in dieser berühmten Zeile auf den Punkt gebracht wurde: „Bella gerant alii, tu, felix Austria, nube!“ – „Kriege führen mögen andere, du, glückliches Österreich, heirate.“
Rudolf setzt beim Ringen mit Ottokar auf die Hilfe der Kurfürsten
Rudolfs Vorgehen gegen Ottokar II. Přemysl (siehe Artikel Seite 22) gehört sicher zu den Lehrstücken politischer Kunst. Im Bund mit den Reichsfürsten verschaffte er sich zuerst eine sichere Rechtsposition, bevor er dann die militärische Entscheidung suchte. Die Konsensbildung bezeugt sein Geschick, der anschließende Kriegszug sein Glück.
Nicht seine eigene königliche Würde stellte der Habsburger als Legitimation voran. Vielmehr betonte er programmatisch die Wahrung der Ehre und die Wiederherstellung des zusammenbrechenden Reichs. Die „Ehre des Reichs“ (lateinisch honor imperii) war seit der Stauferzeit ein zentraler Leitbegriff herrscherlichen Handelns. Auf ihn verpflichtete Rudolf alle seine Helfer, von den hohen Fürsten bis zu den Amtsleuten.
Nachdem er im September 1274 die päpstliche Anerkennung seines Königtums erlangt hatte, versammelte er im November Fürsten, Grafen, freie Herren sowie eine große Schar von Männern aus edlem und geringerem Stand auf einem Hoftag in Nürnberg. Von diesen Getreuen erbat der Herrscher wichtige Auskünfte: Wer soll Richter in einem Streit zwischen dem römischen König und einem Fürsten des Reichs sein? Was geschieht mit den Rechten und Besitzungen des Reichs, die seit der Absetzung Kaiser Friedrichs II. durch den Papst 1245 ohne Zustimmung der Fürsten vom Reich entfremdet wurden? Wie ist mit dem König von Böhmen zu verfahren, der mehr als ein Jahr seit Rudolfs Königswahl die Erneuerung seiner Reichslehen versäumt hatte?
Die Antworten fielen erwartungsgemäß aus und sicherten die königliche Rechtsposition ab. Zum Richter zwischen König und Fürst wurde der Pfalzgraf bei Rhein bestellt. Obwohl man dies als altes Herkommen bezeichnete, gab es für ein solches Richteramt keine historischen Vorbilder; es beruhte allenfalls auf dem besonderen Rang, den die Pfalzgrafen als wichtigste Reichsfürsten innehatten.
Neu zum Richter bestimmt, ließ der Pfalzgraf die Fürstengemeinschaft entscheiden: Der König müsse alle seit 1245 unrechtmäßig entfremdeten Rechte und Besitzungen wieder in seine Macht zurückbringen und die Rechte des Reichs wahren. Jeder Lehnsmann, so wurde weiter festgelegt, müsse seine Lehen im Lauf von Jahr und Tag erneuern; bei Nachlässigkeit oder Widersetzlichkeit erlösche der Anspruch auf alle Lehen. Daraus leiteten sich auch klare Richtlinien für das Vorgehen gegen den Böhmenkönig Ottokar ab.
Der Sieg Rudolfs I. auf dem Marchfeld gegen den Böhmenkönig Ottokar grub sich tief ins Gedächtnis ein. In seinem Drama „König Ottokars Glück und Ende“ schuf Franz Grillparzer 1825 eine wirksame Meistererzählung vom Beginn der jahrhundertelangen habsburgischen Herrschaft in Österreich. Von einem gewissen Ottokar von Horneck wird Rudolf in dem Stück nach Österreich eingeladen: „Es ist ein guter Herr, es ist ein gutes Land, / Wohl wert, daß sich ein Fürst sein unterwinde! / Wo habt ihr dessengleichen schon gesehn? / Schaut rings umher, wohin der Blick sich wendet, / Lacht’s wie dem Bräutigam die Braut entgegen.“
Nur ein Königssohn soll Herzog sein
Doch Rudolf brauchte in Wirklichkeit noch mehr als vier Jahre, bis er von den Fürsten die Zustimmung zur grundlegenden Neuordnung im Südosten erlangte. 1282 durfte er seine Söhne Albrecht und Rudolf zu Reichsfürsten erheben. Doch bei der Belehnung mit den eroberten Herzogtümern Österreich, Steiermark und Krain war wieder Rücksicht zu nehmen. Die Landesherren der Herzogtümer wollten nämlich nicht beiden Söhnen des Königs, sondern nur einem Herrn gehorchen.
Am Ende akzeptierte der König den Willen des Adels in Form der „Hausordnung von Rheinfelden“ (1283). Er belehnte allein Albrecht und sicherte gleichzeitig die habsburgische Erbfolge in den neuen Herzogtümern. Das war ein gutes Resultat vielfältiger Aushandlungen: in der Familie, mit den Fürsten des Reichs, mit dem Adel der Länder. Rudolfs politische Geschmeidigkeit hatte seiner Dynastie eine neue Herzogsherrschaft im Südosten des Reichs beschert.
Weniger nachhaltig waren Rudolfs Bemühungen, im Westen des Reichs für Ordnung zu sorgen. 1289 brach er zu einem Feldzug nach Burgund auf. Es gelang ihm zwar, Otto von Burgund, der sich dem französischen König angenähert hatte, kurzzeitig wieder ans Reich zu binden, doch nach Rudolfs Tod war dies Makulatur.
Mathias von Neuenburg nutzte die Expedition immerhin, um wieder am Image des Habsburgers zu arbeiten. Zuerst lässt er ihn großspurig auftreten: „Der König soll auch bei dem Heer gesagt haben, er würde in jedem Teil der Welt mit viertausend auserlesenen Behelmten und vierzigtausend wohlbewaffneten deutschen Fußknechten unbesiegbar sein.“ Später betonte der Chronist die Bescheidenheit des Königs: Rudolf ließ „die zerrissenen Ärmel des Wamses durch neue Flicken ausbessern und gab so den anderen ein Beispiel, es ebenso zu machen“. Auch als der Proviant ausging, sei Rudolf wieder zum Vorbild geworden: „Als nun der König Rüben auf dem Felde stehen sah, schabte er eine derselben und verzehrte sie, und als die Übrigen das gesehen, sättigten auch sie sich einigermaßen mit Feldrüben.“
Der Kaisertitel bleibt Rudolf I. verwehrt
Ein großes Ziel blieb Rudolf verwehrt: Zum Zug nach Rom mit der Kaiserkrönung durch den Papst kam es auch in seiner späten Regierungszeit nicht mehr. Das war kein Desinteresse, vielmehr strengte Rudolf immer wieder Verhandlungen mit der Kurie an.
Rudolf hatte es aber in seiner 18-jährigen Herrschaftszeit mit gleich acht Päpsten zu tun. Manche waren Gegner, manche verstarben allzu früh. Am Ende blieb der ruhmvolle Aufstieg zur höchsten Würde in der lateinischen Christenheit aus. Rudolfs Plan, seinen Sohn den Wahlfürsten zum Nachfolger im Königtum vorzuschlagen, gelang ebenso wenig. Die sieben Königswähler hielten ihr Recht fest in Händen.
In der Ende des 13. Jahrhunderts entstandenen „Ellenhard-Chronik“ fällt die Bilanz von Rudolfs Regierungszeit dennoch sehr positiv aus: „In der Lebens- und Herrschaftszeit dieses Herrn Rudolf seligen Angedenkens herrschte ein so großer Frieden in allen Teilen Deutschlands …, dass ein solcher Friede in diesem Land niemals bestand oder gesehen wurde.“
Am Ende seines Lebens stellte sich der Habsburger noch einmal programmatisch in königliche Traditionen. Als Ort seiner Grablege wählte er den Dom zu Speyer. Hier waren schon salische und staufische Könige und Kaiser bestattet worden. Diese letzte Reise nach Speyer war mehrmals Gegenstand literarischer Bearbeitung. In „Ottokars Reimchronik“ (Anfang 14. Jahrhundert) wurde daraus der „Todesritt nach Speyer“. Der Chronist Mathias von Neuenburg legte im 14. Jahrhundert dem sterbenskranken Habsburger diesen Satz in den Mund: „Wohlauf gen Speyer zu den übrigen dort begrabenen Königen!“
In Justinus Kerners Gedicht „Kaiser Rudolfs Ritt zum Grabe“ (1826) wird dem König beim Schachspiel eröffnet, dass sein Ende naht: „Herr, wohl noch heut erscheint die Stunde.“ Rudolf reagiert auf die Nachricht fast mit Erleichterung: „,Auf nach Speyer! auf nach Speyer!‘ / Ruft er, als das Spiel geendet; / ,Wo so mancher deutsche Held / Liegt begraben, sei’s vollendet!‘“
Mit der Neuordnung der Herrschergräber im Speyerer Dom nimmt Rudolfs Grabplatte heute den prominenten Mittelplatz in der westlichen Gräberreihe ein, direkt vor dem ersten salischen Kaiser Konrad II. Das aus Stein gemeißelte Antlitz des Königs prägt seit langem das neuzeitliche Bild des Kaisers. Allerdings wurde die Personendarstellung im Lauf der Zeit erheblich restauriert und dabei wohl etwas aufgehübscht. Auch ist unklar, ob die Platte einst tatsächlich als Deckel eines Sargs diente oder nur ein Erinnerungsbild war. Jedenfalls ist sie ein prachtvolles Zeugnis dafür, wie Speyer der erste große Erinnerungsort der habsburgischen Monarchie wurde.
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