Die Autorin Sabine Buttinger widmet sich der Geschichte des klösterlichen Ordenslebens von seinen Anfängen bis heute. Sie schildert den Beginn in der ägyptischen Wüste im 4. Jahrhundert, die Entwicklungen der mittelalterlichen Orden (unter Auslassung der Ritterorden), die Einbrüche zur Zeit der Reformation und die Entstehung des Jesuitenordens in der sogenannten Gegenreformation, dessen Anstrengungen auf dem Bildungssektor und in der außereuropäischen Mission. Fortge-setzt wird der chronologische Durchgang mit der Zerschlagung vieler Klöster zu Beginn des 19. Jahrhunderts und ihrer Wiederauferstehung im Zuge der Romantik sowie nationalstaatlicher, das Mittelalter verherrlichender Strömungen bis zu den umstrittenen Positionen der Kirchen und etlicher Ordensangehöriger im Nationalsozialismus. Schließlich kommen auch die Neugründungen sowie die veränderten Orientierungen von Ordensgemeinschaften in Anpassung an die Erfordernisse der heutigen Zeit zur Sprache, sei es das Wirken des „Opus Dei“ oder einer Mutter Theresa.
In überwiegend wohlwollender Grundhaltung gegenüber den selbstgesetzten Aufgaben monastischer Gemeinschaften – gleichgültig, wie sie sich änderten – werden in sehr knapper Form die jeweiligen historischen Bedingungen für die Entstehung neuer Orden sowie ihre her-ausragenden Gründerpersönlichkeiten vorgestellt. Die am Schluss angefügten interpretierenden Abrisse zu wichtigen Ordensregeln lassen diese dagegen als unhistorische Normen erscheinen.
Buttinger schreibt in leicht verständlicher Sprache. Ab und zu trifft eine Metapher nicht ganz, so, wenn die hochmittelalterliche Klosterreform von Hirsau einen „Flächenbrand“ auslöst. Die Gleichsetzung einer hagiographischen Vita, also eines Lebensberichts, der verfasst wurde, um einen Menschen als Heiligen darzu‧stellen, mit einer Biographie – sicherlich zur Vereinfachung und Beförderung der Lesbarkeit gedacht – macht ein Grundproblem des Buches deutlich: die mangelnden Hinweise auf die historischen Quellen in Form von unterschiedlichsten Texten, Bildern und Sachgütern. Auch im Literaturverzeichnis fehlt ein entsprechender Teil.
Ein diskussionswürdiger Ansatz ist dagegen die Überle‧gung, für die Epoche der frühen Neuzeit die kirchlichen Orden mit in Organisation und Aufbau ordensähnlichen Gemeinschaften wie den Freimaurern und den Illuminaten zu vergleichen, um andererseits aber auch den wesentlichen Unterschied, nämlich die zugrundeliegende geistige Ausrichtung, herauszustellen. So erweist sich das Buch in der Zusammenfassung als erster, eher unkritischer Einstieg in die Welt der Klöster und Orden. Wenig hilfreich ist es, um grundlegende Quellen oder die derzeit diskutierten Forschungskontroversen kennenzulernen.
Rezension: Gleba, Gudrun





