Nach jahrelangem Dienst als Ausflugsschiff in der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude“, wurde am Ende des Krieges von der Besatzung der kollektive Befehl zur Selbstzerstörung des Schiffes verweigert. So blieb es als eines der wenigen deutschen Vorkriegs-Dampfschiffe vollständig erhalten. 1956, wieder als Rheinausflugsschiff tätig, havarierte die Mainz jedoch nach einem Unfall und sank auf den Boden des Rheins. Nachdem es geborgen wurde, setzte man es gänzlich neu in Stand und ließ das Interieur im Stil der fünfziger Jahre erneuern. In diesem Zustand wurde es 1986 Museumsschiff in Mannheim und besticht bis heute in diesem gewissen Charme der Nachkriegszeit.
Im Inneren des mittlerweile fahruntüchtigen Schiffs wird die Geschichte der Binnenschifffahrt mitsamt Informationen zu Bergungstaucherei und Schiffsseelsorge gezeigt. Die Schiffstechnik der Rheindampfschiffe wird ebenfalls umfangreich erläutert. Außerdem sind an Bord, neben einem Restaurant, Naturbeobachtungsstationen eingerichtet, die sich insbesondere an die Experimentierfreude von Kindern und Jugendlichen richten. Auch als Veranstaltungsort ist das Museumsschiff derzeit in das Mannheimer Kulturleben integriert: Jeden Sonntag im Sommer finden von 14.00 bis 17.00 spezielle Themenveranstaltungen für Kinder und Jugendliche statt. Während des Augusts beherbergt das Schiff zudem die Konzertreihe „haste Töne“, in deren Rahmen einige Jazz- und Rockbands auf Deck auftreten.





