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Mustafa Kemal und der „kranke Mann am Bosporus“
Der später als Atatürk bekannte Gründer der modernen Türkei erlebte in seiner frühen Biographie mit, wie das Osmanische Reich auseinanderfiel. Im Militär fand Mustafa Kemal Gleichgesinnte, die eine Modernisierung des Staats anstrebten.
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Das heutige griechische Thessaloniki hieß im späten 19. Jahrhundert Saloniki und zählte neben Istanbul und Izmir zu den wichtigsten Hafenstädten des Osmanischen Reichs. Die wirtschaftlich prosperierende Stadt, in der Mustafa Kemal (der spätere Atatürk) aufwuchs, hatte zu Beginn der 1890er Jahre bereits knapp 100 000 Einwohner. Juden stellten mit rund 47 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von den Muslimen (24 Prozent) und den griechisch-orthodoxen Christen.
Diese drei Bevölkerungsgruppen waren in sich selbst noch äußerst divers untergliedert: Es gab sephardische und aschkenasische Juden; albanische, bosnische und Roma-Muslime sowie zum Islam konvertierte Juden (dönme); die Christen waren in albanische, bulgarische und griechische Fraktionen unterteilt. Hinzu kamen weitere kleinere ethnisch-religiöse Gruppen, wie die Armenier, orthodoxe Serben oder albanische Katholiken – und nicht zu vergessen eine stattliche Zahl von Menschen aus anderen Ländern Europas.
Saloniki war als Handelsknotenpunkt mit einem modernen Hafen und durch die Anbindung an das europäische Schienennetz Teil der ersten Welle der „modernen“ Globalisierung (um 1870 –1914). Mit ihr verbreiteten sich auch neue Ideen und Konzepte. Letztere sorgten sowohl innerhalb der Gemeinden zwischen den Konservativen und Modernisierern als auch zwischen den diversen ethnisch-religiösen Gemeinden für Spannungen.
Im Saloniki des späten 19. Jahrhunderts lassen sich daher wie in einem Brennglas die zentrifugalen Kräfte, die den Zerfall des Osmanischen Reiches forcierten, beobachten. Da sind zunächst die wachsenden ethnisch-religiösen Spannungen, die zu aufkeimenden Nationalismen und auch Unabhängigkeitsbestrebungen führten, dann der von jungen osmanischen Offizieren getragene Widerstand gegen den despotischen Sultan Abdülhamid II. (1876 –1909) und schließlich der zunehmende Druck und Einfluss imperialer europäischer Mächte.
Die Osmanen wurden zwar 1856 ins „Konzert der Mächte“ aufgenommen, das konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die anderen europäischen Nationen sich immer wieder große Teil des Osmanischen Reiches einverleibten. Das Eingreifen in die inneren Angelegenheiten des „kranken Mannes am Bosporus“ – ein Bild, das mit Zar Nikolaus’ I. Ausspruch 1852 zu Berühmtheit gelangte – gehörte ebenso zum Repertoire der europäischen Mächte. Diese hatten sich – so formuliert es der Historiker Maurus Reinkowski – um den osmanischen Patienten versammelt als „behandelnde Ärzte, Testamentverwalter, Totengräber und Erben“.
Das einst stolze Reich wird von Gläubigern zwangsverwaltet
Laut der offiziellen Datierung – das genaue Geburtsjahr ist unsicher – erblickte Mustafa (der spätere Kemal Atatürk) im Winter 1881 in Saloniki das Licht der Welt. In diesem Jahr annektierte Frankreich das bis dahin osmanische Tunis. Zudem gründeten die europäischen Mächte Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Belgien und das Deutsche Reich – die wichtigsten Gläubiger der Hohen Pforte – die „Administration de la Dette Publique Ottomane“, eine Einrichtung zur Verwaltung der osmanischen Auslandsschulden. Der Hintergrund: 1875 hatte das Osmanische Reich den Staatsbankrott erklären müssen. Die Gläubiger kontrollierten in einem eigens errichteten riesigen Gebäudekomplex in Istanbul die zentralen Einnahmequellen des Reiches, um aus den erwirtschafteten Steuereinahmen die Schulden zu tilgen.
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Auch der territoriale Zerfall hatte seit den 1870er Jahren eine neue Dynamik gewonnen. 1875 war es zu Aufständen in der Herzegowina und in Bulgarien gekommen, die in den Russisch-Osmanischen Krieg (1877–1878) mündeten. Der vernichtenden Niederlage folgten massive Gebietsverluste: Serbien, Montenegro und Rumänien wurden unabhängig; Bulgarien erreichte als Fürstentum seine Eigenständigkeit; Österreich-Ungarn besetzte Bosnien und die Herzegowina; Zypern ging an die Briten.
Sultan Abdülhamid II. rief bei seinem Thronantritt 1876 zwar eine neue osmanische Verfassung aus, die ein Zweikammerparlament vorsah und den Weg zur konstitutionellen Monarchie ebnete. Doch die liberale Phase währte nur kurz. Abdülhamid II. nutzte die Niederlage gegen Russland dazu, das Parlament zu schließen, und leitete damit seine 30 Jahre währende absolutistische Alleinherrschaft ein.
Mustafa wurde in eine muslimische, türkischsprachige Familie hineingeboren. Seine Mutter Zübeyde hatte bereits drei Kinder auf die Welt gebracht, die alle als Säugling oder im Kindesalter verstorben waren. Einzig Makbule (Atadan), seine 1885 geborene Schwester, begleitete Mustafa Kemal ein Leben lang.
Woher hat der Junge seine blauen Augen?
Zübeyde stammte ihren eigenen Angaben zufolge von turkmenischen Nomaden ab. Sie und Mustafa Kemal hatten blaue Augen und eine helle Haarfarbe, die sie mit ihrer Abstammung von türkischen Nomaden (yörük) erklärten. Laut dem Historiker Andrew Mango gibt es hierfür jedoch keine belastbaren Belege. Mango vertritt in seiner bahnbrechenden Atatürk-Biographie die These, es sei wesentlich wahrscheinlicher, dass er sein Aussehen von balkanischen Slawen geerbt haben könnte. In dieser Gruppe sind blaue Augen und eine helle Haarfarbe auf jeden Fall deutlich häufiger anzutreffen als bei türkischen Nomaden.
Zübeyde hatte eine rudimentäre schulische Grundausbildung genossen und soll den Koran auswendig rezitiert haben. Dass sie des Lesens und Schreibens mächtig war, kann durchaus als bemerkenswert gelten. Mustafa Kemals Vater Ali Rıza hatte die Stellung eines kleinen Beamten inne, unter anderem bei der Zollverwaltung.
Die Familie wohnte in einem dreigeschossigen Haus im muslimischen Stadtteil Salonikis. Sie lebte im „relativen Wohlstand der osmanischen Mittelschicht“, wie Șükrü Hanioǧlu es in seiner Atatürk-Biographie beschreibt. Die Familie Mustafas kann im Vergleich zu religiös-konservativen Kreisen als eher liberal eingestuft werden.
Allerdings gab es in Bezug auf die Schulausbildung Mustafas divergierende Ansichten zwischen seinem Vater Ali Rıza und seiner 20 Jahre jüngeren Frau Zübeyde. Während der Vater ihn in einer Privatschule von zum Islam konvertierten Juden – der Șemsi- Efendi-Schule – sah, hatte seine fromme Mutter eine traditionelle religiöse Grundschule im Sinn.
Die Privatschule stand für eine moderne, westlich orientierte Ausbildung mit einem Schwerpunkt auf Mathematik und Naturwissenschaften sowie einer Erziehung zu eigenständigem kritischem Denken. Sie entsprach damit dem Ideal der muslimischen Mittel- und Oberschicht.
Der Vater setzte sich durch, doch kaum ein Jahr später starb er. Mustafa war da gerade mal sieben Jahre alt. Da ihr nur eine geringe Witwenrente zur Verfügung stand, musste Zübeyde mit ihren zwei Kindern in die Nähe ihres Heimatortes Vodina (heute Edessa) ziehen, wo sie bei ihrem Stiefonkel unterkam, der ein großes Landgut verwaltete.
Mustafa war auf dem Land völlig unterfordert. Er wurde bald wieder nach Saloniki geschickt, wo er bei seiner Tante lebte. Er besuchte nun eine zivile Vorbereitungsschule, beschloss aber nach einem Jahr (als 13-Jähriger!), sich – ohne Einwilligung der Mutter – bei der militärischen Vorbereitungsschule zu bewerben. Er wurde angenommen.
Die militärische Laufbahn kommt Kemals Talenten entgegen
Nach erfolgreicher Beendigung der Vorbereitungsschule 1896, wo er sich vor allem in Mathematik hervortat und von seinem Mathematiklehrer seinen zweiten Namen Kemal („Reife“, „Vollkommenheit“) erhielt, bestand Mustafa Kemal die Aufnahmeprüfung für die militärische Oberschule in Manastır (das heutige Bitola in Nordmazedonien).
Nach drei Jahren schloss er mit 18 Jahren die Schule als Zweitbester seines Jahrgangs ab. Er setzte seine militärische Ausbildung als Offiziersanwärter an der Militärakademie in Istanbul fort. Auch dort gehörte er zu den besten Kadetten – was belegt, dass er begabt und ehrgeizig war. 1902 schloss er im Alter von 22 Jahren als Achtbester von insgesamt fast 460 Kadetten seines Jahrgangs seine Offiziersausbildung ab. Es folgten weitere zwei Jahre auf der Stabshochschule. 1905 trat er als Stabshauptmann in die Armee ein und verließ Istanbul zu seinem ersten Einsatzort: Damaskus.
An der Militärakademie in Istanbul, die in den 1880er Jahren von dem deutschen Offizier Colmar von der Goltz am Vorbild der Preußischen Kriegsakademie in Berlin ausgerichtet worden war, kam der gelehrige Offizier auch mit „radikal neuen Ideen“ (Hanioǧlu) in Berührung. Goltz’ Buch „Das Volk in Waffen“ wurde bereits 1886 ins Türkische übersetzt und von den Kadetten eifrig gelesen. Nach Hanioǧlu war es Ironie des Schicksals, dass die von Goltz vertretene Idee, dass „dem Offiziersstande … aus innerer Notwendigkeit eine hervorragende Stellung im Staate“ gebühre, im Osmanischen Reich deutlich mehr Anklang fand als im Deutschen Reich.
Die Absolventen der Istanbuler Kriegsschule einte jedenfalls der Glaube, dass das Osmanische Reich nur durch eine konsequente Modernisierung vor dem Untergang bewahrt werden könne – und wer anders als sie, die gut ausgebildeten Offiziere mit einer zunehmenden Affinität für (türkisch-)nationalistische Positionen, sollte dies leisten?
Doch das „Volk in Waffen“ war nie so homogen, wie es die Theorie vorsah. Die Abneigung gegen den absolutistisch herrschenden Sultan Abdülhamid II. brachte zwar zahlreiche Gruppen unterschiedlicher ethnisch-religiöser und politischer Fraktionen – seien es nun Albaner, Armenier, Griechen, Bulgaren, Serben oder eben „Türken“ – unter dem Titel „jungtürkische Opposition“ zusammen. Aber dies konnte langfristig die existierenden Differenzen kaum verdecken und überbrücken.
Das „Komitee für Einheit und Fortschritt“ (KEF) war aus einer bereits 1889 gegründeten Geheimorganisation hervorgegangen und vereinigte zahlreiche oppositionelle Gruppen. Unter diesen spielten die in den modernen Bildungseinrichtungen Abdülhamids II. ausgebildeten Offiziere eine tragende Rolle.
Im Schatten des charismatischen Jungtürken Enver Bey
Mustafa Kemal, der 1907 wieder in Manastır in Mazedonien stationiert war, trat im Herbst desselben Jahres dem KEF bei, dessen Führungsspitze später als „Triumvirat“ bekannt wurde: Talat Bey (damaliger Chef des Post- und Telegrammamtes in Saloniki), Oberst Ahmed Cemal und der Offizier Enver Bey (seinerzeit Militärattaché in Berlin). 1908 kam es zur sogenannten jungtürkischen Revolution, die maßgeblich von den unzufriedenen jungen Offizieren in Mazedonien ausging.
Der deutsche Historiker und Turkologe Klaus Kreiser vergleicht das Ereignis eher mit einem Militärputsch an der balkanischen Peripherie, während Hanioǧlu sie als echte politische Revolution bezeichnet. Dieses Ereignis zwang Sultan Abdülhamid II. am 23. Juli 1908 dazu, die konstitutionelle Monarchie und damit die suspendierte osmanische Verfassung nach über 30 Jahren wiedereinzusetzen sowie Parlamentswahlen zuzulassen.
Für eine kurze Zeit keimte im von diversen ethnisch-religiösen Konflikten und sozial wie wirtschaftlich gebeutelten Vielvölkerreich Hoffnung auf: Die Straßen zahlreicher Städte quollen über von Menschen, die Fahnen schwenkten, auf denen auf Armenisch, Bulgarisch, Griechisch oder Osmanisch-Türkisch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ (hürriyet, müsâvât, uhûvvet) zu lesen war.
Getrübt wurde das Ereignis von der gleichzeitigen Annexion Bosniens und der Herzegowina durch Österreich-Ungarn, der förmlichen Unabhängigkeitserklärung des Fürstentums Bulgarien und den Anschluss Kretas an Griechenland. Die in die „jungtürkische Revolution“ gesetzten Hoffnungen entpuppten sich als trügerisch.
Im April 1909 scheiterte eine Riege konservativer Offiziere mit einer von Sultan Abdülhamid II. unterstützten Konterrevolution. Die KEF-Führung beschloss Ende April 1909, Abdülhamid II. abzusetzen. Dessen jüngerer Bruder Mehmed V. (1909 –1918) trat seine Nachfolge an.
Mustafa Kemal gehörte nicht zum Führungszirkel des Komitees und war auf dem Kongress von 1909 kritisch gegenüber der Parteilinie aufgetreten. Vor allem seine Forderung, dass Politik und Militär getrennte Einheiten bilden müssten, sorgte für Unmut und Unverständnis. Und spätestens, als im Februar 1913 die Führungsriege des KEF mit einem Staatsstreich die Macht übernahm, fiel Mustafa Kemal, der diesen Schritt verurteilte, in Ungnade.
Enver Bey, nach dem im Deutschen Reich sogar eine Zigarettenmarke benannt war, galt als Militärheld, war mit einer osmanischen Prinzessin verlobt und bestens mit dem Hof vernetzt. Mustafa Kemal hätte sich innerhalb der Partei wohl kaum gegen ihn durchsetzen können. Anfang 1913 stieg Enver zum Generalmajor auf und trug nun den Titel „Pascha“. Ein Jahr später wurde er Kriegsminister.
Seit 1911 befand sich das Osmanische Reich in einem ständigen Kriegszustand. Die immensen Gebietsverluste – vor allem auf dem Balkan – und die dadurch ausgelösten demographischen Umwälzungen belasteten das geschwächte Reich zunehmend. Das Territorium des Reichs, die „wohlbehüteten Länder“ (memâlik-i mahrûse), hatte sich bis zum Ende des 17. Jahrhunderts über drei Kontinente erstreckt; und noch im 19. Jahrhundert zählten der gesamte Balkan, die heutige Ukraine und ein Großteil der arabischen Halbinsel dazu. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs war das Osmanische Reich dagegen – von einigen arabischen Provinzen abgesehen – bereits auf etwa die Größe der heutigen Türkei geschrumpft.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges entschied sich das jungtürkische Triumvirat – allen voran Kriegsminister Enver Pascha – schließlich für das Bündnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn. Versuche, sich mit den Entente-Mächten zu verständigen, waren gescheitert. Nicht zuletzt die als hoch eingestufte militärische Leistungsfähigkeit der Deutschen dürfte hierbei eine Rolle gespielt haben.
Die Deutschen dagegen beurteilten die osmanische Armee als sehr schwach: „Die Türkei ist militärisch eine Null!“, lautete das vernichtende Urteil des Generalstabschefs Helmuth Johannes Ludwig von Moltke kurz vor Ausbruch des Krieges. Dennoch hoffte die deutsche Militärführung, dass die osmanische Armee Truppen der Entente-Mächte binden konnte.
Mustafa Kemal hatte im Rahmen seiner militärischen Laufbahn diverse Funktionen inne, die ihn auch an verschiedene Stationen in Europa führten. So sehen wir ihn 1910 als Beobachter eines französischen Herbstmanövers in der Picardie, gefolgt von einem kurzen Aufenthalt in Paris und einer zweiwöchigen privaten Reise mit seinem Freund Fethi (Okyar) in die Schweiz, nach Belgien und Holland.
Seit 1911 befindet sich die Türkei ständig im Krieg
Italien wollte mit der Besetzung Tripolitaniens (Libyen) Ende September 1911 seinen verspäteten imperialistischen Ansprüchen Taten folgen lassen. Mustafa Kemal wurde kurz nach der „jungtürkischen Revolution“ durch das KEF mit einer Gruppe von Offizieren nach Tripolis entsandt, hierfür hatte er sich freiwillig gemeldet. Der Krieg endete ein Jahr später mit dem Verlust der letzten noch verbliebenen osmanischen Gebiete in Afrika.
Noch bevor der Friedensvertrag im Oktober 1912 unterschrieben war, erklärte der Balkanbund (Serbien, Griechenland, Bulgarien und Montenegro) den Osmanen den Krieg. Ziel des Bundes war die Eroberung der verbliebenen europäischen Gebiete – Mazedonien und Albanien. Edirne und Saloniki – das Zentrum der progressiven osmanischen Militärelite und Geburtsstadt Mustafa Kemals – gingen verloren.
Die Uneinigkeit des fragilen balkanischen Bundes führte 1913 zum zweiten Balkan-Krieg, nun in einer anderen Konstellation: Bulgarien wurde vom restlichen Bund in Koalition mit der osmanischen Armee angegriffen – Enver Pascha konnte Edirne wieder zurückerobern, Mustafa Kemal nahm mit Dimetoka (im Nordosten des heutigen Griechenland) einen deutlich prestigeärmeren Ort ein.
Nach dem Friedensvertrag mit Bulgarien wurde Mustafa Kemal, inzwischen Oberstleutnant, im November 1913 als Militärattaché für Bulgarien, Serbien und Montenegro nach Sofia entsandt, wo er bis zum 20. Januar 1915 blieb. Seine gespannte Beziehung zur KEF-Führung und seine Kritik am osmanisch-deutschen Bündnis dürften dafür ausschlaggebend gewesen sein, dass er erst 1915, im zweiten Jahr des Weltkriegs, einberufen wurde – doch nun bot sich die Chance, aus dem Schatten Enver Paschas herauszutreten.
Autor: Prof. Dr. Yavuz Köse
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