Dabei werden die Geschehnisse gern als Kampf zwischen politischen Generationen erzählt. Damit wird ein bildungsbürgerliches Deutungsmuster weitergeschrieben, das weibliche und nicht-bürgerliche Akteure ausblendet. Die protestierenden Studenten hätten Vorwürfe gegen ihre in Nazi-Machenschaften verstrickten bzw. schweigenden Eltern erhoben, so heißt es. Tiefe private Zerwürfnisse zwischen Vätern und Söhnen seien die Folge gewesen. So meint der Historiker Götz Aly, der Unfrieden „zwischen den (Nazi-)Eltern und deren Kindern“ habe „eine Generation der emotional frierenden Kinder“ hervorgebracht. Ein „Mangel an Nestwärme“ sei „das zentrale Problem der 15- bis 25-Jährigen von 1968“ gewesen. „Zum Crash kam es in den Familien, beim Abendessen“, weiß Aly, und zwar „ungezählt“ oft…
Autorin: Prof. Dr. Christina von Hodenberg, Universität London
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