Er reiste unter anderem nach Athen und dann weiter nach Saloniki, das von einer französisch-englischen Streitmacht besetzt war. Hier besuchte Gaziel das französische wie das britische Lager und erlebte das Schicksal der Juden Salonikis. Diese hatten ihre Privilegien verloren, die sie unter osmanischer Herrschaft genossen hatten, und litten nach dem Herrschaftswechsel zunehmend unter den Repressalien der griechischen Regierung.
Konnte der Journalist die Ängste der Juden noch wenig nachvollziehen, so war er zutiefst erschüttert von dem Flüchtlingselend, das er wenig später an der serbischen Grenze erlebte: Als er selbst in einem Gasthof Zuflucht suchte, war dieser von Hunderten von Serben bevölkert, die auf der Flucht vor der nachrückenden bulgarischen Armee waren. Gaziel schreibt: „Neben mir lagen, zu einem Haufen getürmt, Kinder und schliefen erschöpft vor Müdigkeit, in Lumpen gehüllt und dreckverschmiert“. Andere Unglückliche irrten im verschneiten Gebirge ohne Nahrung umher. So gewinnt Gaziels Reisebericht eine beklemmende Aktualität.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





