Den Autoren gelingt es, einen gut lesbaren und umfassenden Überblick über die politische Geschichte des Reichs zu geben. Der Band ist reich bebildert, zu reich, möchte man manchmal vor allem beim Mittelalter meinen. Denn häufiger werden, wo keine passende mittelalterliche Darstellung vorhanden ist, Bilder aus dem 19. Jahrhundert verwendet, als zeigten diese die tatsächlichen Hergänge. Hier hätte man sich einen quellenkritischen Hinweis gewünscht.
Klaus Herbers/Helmut Neuhaus, Das Heilige Römische Reich. Schauplätze einer tausendjährigen Geschichte. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2005, 343 Seiten, € 44,90.
Amüsanter Streifzug Oft kann es schwerfallen, historische Inhalte informativ und zugleich unterhaltsam darzubieten. Diese Gratwanderung gelingt dem Lehrer Herbert Schmidt-Kaspar mit seinem Buch „Kaiser, König, Edelmann“. Der Autor geht auf viele Herrscher kaum ein, dafür charakterisiert er andere pointiert, wie etwa die Normannen als „lernfähige Raufbolde“. Es gelingt ihm, die Strukturen des Reichs und die großen Leitlinien seiner Geschichte anschaulich darzustellen, wenn auch manchmal mit etwas einseitigen Urteilen. Das Verhältnis von Reich und Kirche, die mittelalterlichen Universitäten und das Geldwesen des Reichs sind nur einige seiner Themen.
Herbert Schmidt-Kaspar, „Kaiser, König, Edelmann“. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Ein Streifzug durch 1000 Jahre. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006, 333 Seiten, € 15,–.
Das Reich im europäischen Kontext Der Band „Heilig – Römisch – Deutsch. Das Reich im mittelalterlichen Europa“, herausgegeben von Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter, versammelt die wissenschaftlichen Beiträge hochkarätiger Autoren zu der die Magdeburger Ausstellung vorbereitenden Tagung. Die Artikel untersuchen die Konzeption des Reichs und des Kaisertums, seine „Kulturen“, Symbole und Zeichen sowie die Frage, wie Reich und Kaisertum in den gesamteuropäischen Kontext einzuordnen sind. Die Wahrnehmung des Reichs durch seine Nachbarn – durch Frankreich, Polen, Italien –, in der Literatur und durch die Nachwelt sind ebenfalls Themen. Der empfehlenswerte Band bietet einen glänzenden Überblick über die moderne Forschungsdiskussion.
Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.), Heilig – Römisch – Deutsch. Das Reich im mittelalterlichen Europa. Michael Sandstein Verlag, Dresden 2006, 488 Seiten, € 40,-.
Heilige Herrscher Den Königen, so glaubte man im Mittelalter, wohne die besondere Kraft inne, Kranke durch das Auflegen ihrer Hand heilen zu können. Dies war aber nur ein Aspekt ihres sakralen Charakters, mit dem sich das Buch des Passauer Historikers Franz-Reiner Erkens befaßt. Die Sakralität äußerte sich in vielfältiger Form: Die Herrscher wähnten sich als von Gott eingesetzt, als seine Vertreter auf Erden und nahmen auch priesterähnliche Funktionen wahr.





