Großen Einfluss auf den König erlangte etwa Diane de Poitiers, die Mätresse Heinrichs II. Ihr wird zugeschrieben, die Zustimmung des Königs zum Frieden von Cateau-Cambrésis (1559) zwischen Frankreich, Spanien und England erreicht zu haben. Geradezu zum Prototyp der schönen, geistreichen und mächtigen Mätresse avancierte die Marquise de Montespan am Hof Ludwigs XIV. Sie prägte 15 Jahre lang das intellektuelle Leben am Hof. Ihr Nachfolgerin Madame de Maintenon bezeichnen die Historikerinnen gar als „inofficial prime minister“.
Die stillschweigende Übereinkunft über den politischen Einfluss der Mätressen wurde brüchig, als mit Jeanne-Antoinette Poisson, der späteren Marquise de Pompadour, eine Frau aus niederem sozialem Rang an den Hof kam. Zwar wirkte sie noch als Beraterin Ludwigs XV., doch dies geschah nicht mehr unter dem Schleier des „offenen Geheimnisses“. Die heftige Kritik der Öffentlichkeit an der Pompadour, etwa in den „Poissonnaden“, mischte sich mit der aufklärerisch inspirierten Ablehnung der Kultur der Verstellung und informellen Einflussnahme, die den absolutistischen Hof maßgeblich kennzeichnete. Dagegen wollte man nun transparente politische Entscheidungen. So geriet nicht nur die Position der „maîtresse en titre“, sondern darüber hinaus die absolutistische Herrschaft insgesamt ins Wanken.





