König Franz I. von Frankreich hatte ihn noch gefragt, ob er sich den Auftrag zutraue und ob er keine Angst hätte. „Sind die Segel gehißt, verschwinden die Ängste“, soll Jacques Cartier darauf geantwortet haben, bevor er aufbrach, für die französische Krone eine Nordwestpassage nach Asien zu finden. Monat für Monat kämpfte er auf hoher See gegen „fürchterliche Wogen, teuflische Stürme, Durst [und] Hunger“. Am 10. Mai 1534 schließlich erreichte sein Schiff die Insel Neufundland. Cartier hißte dort die französische Flagge und taufte die Halbinsel Gaspé und das Land um den Sankt-Lorenz-Strom auf den Namen „Neu-Frankreich“. Allerdings: Die Engländer waren vor ihm dort gewesen. Bereits 1497 war der Venezianer Giovanni Caboto, besser bekannt als Sir John Cabot, im Auftrag der englischen Krone an der Ostküste Kanadas gelandet. Das neue Land hatte er „Newe Founde Land“, Neufundland, genannt. Cartier indes war der erste, der auch das Landesinnere erforschte und bis nach Montreal vordrang. Das indianische kanata (Dorf) als den Landesnamen mißdeutend, gab er Kanada seinen heutigen Namen. Obwohl erst im 17. Jahrhundert die Errichtung einer französischen Kolonie gelang, wurde Cartier so zum Begründer der französischen Ansprüche auf das Land.





