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Öffentlicher Aufschrei mit Folgen
Durch den Kautschuk-Boom wurde Leopold II. unendlich reich. Doch all sein Geld reichte nicht aus, um den Widerstand zu diskreditieren, der sich gegen seine Schreckensherrschaft im Kongo formierte. Es war eine der ersten großen Menschenrechtskampagnen, die den König schließlich in die Knie zwang.
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von CHRISTOPH DRIESSEN
Einmal im Jahr, zur Blütezeit im April, öffnet sich für drei Wochen der Privatgarten der belgischen Königsfamilie. Durch ein gusseisernes Tor, bewacht von überlebensgroßen Löwen, geht es am Schloss vorbei in die Orangerie. Dort beginnt der Rundgang durch das Gelände, das sonst allein der Familie von König Philippe und Königin Mathilde vorbehalten ist. Garten ist dabei das falsche Wort, es handelt sich um einen Park, der so groß ist, dass man das Ende nicht sehen kann. Und mitten darin befindet sich die größte zusammenhängende Glaslandschaft Europas.
Ein abgesteckter Weg durch gläserne Tunnel führt mehr als einen Kilometer zu den 15 verschiedenen Häusern. Da ist das Kongohaus, das Azaleenhaus, das Palmenhaus, die Geranien-Galerie und so weiter. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass diese „Gewächshäuser“, wie sie in maßloser Untertreibung genannt werden, keine botanischen Zweckbauten im Dienst der Wissenschaft sind, sondern Zeugnisse eines gewaltigen Imponierbedürfnisses.
Die Anlage wirkt wie ein Traumgebilde, eine Stadt aus Glas mit Türmen und Pavillons. Unter grünen Eisenstreben und gerippten Kuppeln strecken sich uralte Palmen in Richtung des Lichts. Baumkronen verhaken sich ineinander, mannshohe Farne breiten ihre Fächer aus. Schlingpflanzen hängen wie zottige Bärte auf den Boden hinab, und riesige Blätter bewegen sich in der Zugluft wie fächernde Elefantenohren.
Inmitten der Blütenpracht übersieht man schnell eine schwarze Büste, die in einem der Häuser etwas versteckt an der Wand steht: Leopold II. Auf ihn geht dieser Paradiesgarten unter Glas und Eisen zurück. Der illustrierte Führer durch die Gewächshäuser weiß zu berichten, der König sei ein großer Pflanzenliebhaber gewesen. Weiter heißt es: „Das geheimnisvolle Äquatorialafrika mit seiner exotischen Fauna und Flora und seinen unerschöpflichen Reichtümern – Elfenbein, Kupfer, Gummi, Tropenhölzern usw. – faszinierte den König.“
Mit keinem Wort erwähnen der Führer oder irgendeine Tafel den Sündenfall, der diese Kunstwelt überhaupt erst ermöglichte: die Sklavenwirtschaft in seiner Privatkolonie. Ebenso wenig wird erwähnt, dass Leopold sich am Ende seines Lebens mehr und mehr vor der Außenwelt in dieses Pflanzendickicht zurückzog. Denn aus dem gefeierten Philanthropen von einst war einer der meistgehassten Männer der Welt geworden. Der US-amerikanische Schriftsteller Mark Twain beschimpfte ihn als „Bestie“, der Sherlock-Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle geißelte die Zustände in seinem Kongo-Freistaat als „das größte Verbrechen der Weltgeschichte“.
All das hatte Leopold zu einem verbitterten Einzelgänger gemacht. Er kapselte sich ab, bewegte sich bevorzugt durch ein Labyrinth von Geheimgängen, sprach von sich selbst in der dritten Person und wurde zum Hypochonder, der seinen langen Bart aus Angst vor Erkältungen in eine speziell angefertigte Schutzhülle steckte. Obschon einer der reichsten Männer der Welt, lief er in verschlissenen Uniformen herum und kontrollierte den Verbrauch von Streichhölzern, Seife und Kohlen. Immer nörgelnd, immer grantelnd, klagte er: „Alles, was ich für mein Land getan habe, habe ich ohne mein Land getan.“
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„Zwangsarbeit der abscheulichsten Art“: Ein junger Brite schlägt Alarm
Wie hatte es so weit kommen können? Es begann mit Edmund Morel, einem jungen Briten, der in Antwerpen für eine Schifffahrtsgesellschaft arbeitete. Diese Gesellschaft war für den Frachtverkehr mit dem Kongo zuständig. Nach einiger Zeit fiel Morel auf, dass die Schiffe stets reich beladen mit Kautschuk und Elfenbein zurückkehrten, auf dem Weg nach Afrika aber leer waren. Die Afrikaner erhielten also keine Gegenleistung. Für Morel ließ dies nur eine Folgerung zu: „Nur kontinuierliche Zwangsarbeit der abscheulichsten Art kann solche unglaublichen Gewinne erklären. Es muss schrecklich genug sein, auf einen Mord zu stoßen. Ich aber war auf einen ganzen Geheimbund von Mördern gestoßen – mit einem König als Oberhalunken.“
Morel war so empört, dass er eine eigene Wochenzeitung gründete, die ganz der Situation im Kongo-Freistaat gewidmet war, die „West African Mail“. Er rief die „Congo Reform Association“ ins Leben, die die Missstände anprangerte und namhafte Mitglieder fand. Er veröffentlichte mehrere Bücher, die sich kritisch mit Leopold und seiner Herrschaft über den Kongo auseinandersetzten. Außerdem schrieb er Artikel für alle einflussreichen Zeitungen in Großbritannien, Belgien und Frankreich. Dabei stützte er sich sowohl auf eigene Recherchen als auch auf Aussagen britischer, amerikanischer und dänischer Missionare. Ihre Briefe konnten Leopolds Kongo-Beamte nicht zensieren, da die Missionare ihre Post auf eigenen Dampfbooten beförderten.
Auf diese Weise gelangte Morel auch in den Besitz von Fotos, die zerstörte und niedergebrannte Dörfer zeigten, angekettete Frauen und Männer und vor allem Körbe voller abgehackter Hände. Er zögerte nicht, auch diese Dokumente in der „West African Mail“ zu veröffentlichen. Die Fotos machten einen so nachhaltigen Eindruck, dass der Kongo in Europa und Amerika schon bald gleichbedeutend war mit abgehackten Händen.
Leopold selbst wies die Anschuldigungen öffentlich zurück, räumte in Gesprächen mit seinen engsten Mitarbeitern aber durchaus Fehlentwicklungen ein und forderte immer wieder, dagegen vorzugehen. „Wenn es im Kongo Missstände gibt, dann müssen wir sie beenden“, schrieb er an einen Vertrauten. Ein anderes Mal betonte er: „Diese Greuel müssen enden, oder ich werde mich aus dem Kongo zurückziehen.“ Und was sagte er zu den abgeschlagenen Händen? Das fand er gar nicht gut. „Hände abhacken, das ist ja idiotisch!“, entfuhr es ihm einmal, als ihm eine deutsche Karikatur vorgehalten wurde, auf der er selbst mit einem Schwert Hände abtrennte. „Ich würde eher alles Übrige abschneiden, aber doch nicht die Hände! Genau die brauche ich doch im Kongo!“
Tatsächlich kann man davon ausgehen, dass Leopold an einer Abschlachtung der Afrikaner nicht interessiert war, da er sie als Arbeitskräfte benötigte. Im Kampf gegen die Schlafkrankheit bat er persönlich das renommierteste Institut für Tropenkrankheiten in Liverpool um Hilfe. Nein, er plante den Tod zahlloser Menschen nicht. Aber er nahm ihn billigend in Kauf. Wenn er gewollt hätte, hätte er das Ausbeutungssystem jederzeit beenden können. Aber dann wäre er wieder nur der König eines „kleinen Landes mit kleinen Leuten“ gewesen – und dieser Preis war ihm zu hoch.
Ein spezielles Büro soll möglichst viele Pressevertreter bestechen
1903 verabschiedete das britische Unterhaus auf Morels Initiative hin eine Resolution, in der die Menschenrechtsverletzungen im Kongo verurteilt wurden. Leopold war klar, dass seine Profite ernsthaft gefährdet waren, wenn das mächtige Großbritannien seinen Einfluss gegen ihn geltend machte. Er war dabei, den Kampf um die öffentliche Meinung zu verlieren. Deshalb entschloss er sich zu einer publizistischen Gegenoffensive. Im September 1904 eröffnete er das „Press Bureau“, das von nun an für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war. Es verbreitete Bücher, die Leopold und seine Kongo-Regierung in einem denkbar günstigen Licht darstellten.
Doch die Hauptaufgabe des „Press Bureau“ bestand darin, Pressevertreter zu bestechen. Seine Mitarbeiter trafen sich heimlich mit Herausgebern und Journalisten in ganz Europa. Bis 1907 standen unter anderem die Brüsseler Korrespondenten der „Times“ und der „Kölnischen Zeitung“ auf Leopolds Gehaltsliste. Die Berliner „National-Zeitung“, die Leopold noch 1903 als „skrupellosen Geschäftsmann“ beschrieben hatte, war nun plötzlich voll des Lobes über die Zustände im Kongo-Freistaat und verurteilte die „Propaganda ausländischer Händler und Missionare“. Auch in anderen deutschen Zeitungen konnten aufmerksame Leser erstaunliche Verschiebungen zugunsten Leopolds feststellen.
Leopold versuchte auch auszunutzen, dass sich die Kritik seiner Gegner immer nur gegen ihn richtete, nie aber gegen den Kolonialismus an sich. Doch gegen die Macht der Bilder von den abgehackten Händen kam er letztlich nicht an. In einem fiktiven Selbstgespräch ließ der amerikanische Schriftsteller Mark Twain ihn resigniert feststellen: „20 Jahre lang habe ich nun Millionen dafür ausgegeben, die Presse beider Hemisphären zum Schweigen zu bringen, und immer noch gibt es undichte Stellen.“ Konkret sei das insbesondere „die unbestechliche Kodak-Kamera: der einzige Augenzeuge in diesen vielen Jahren, den ich nicht bestechen konnte.“
Kaiser Wilhelm II. hilft nicht – stattdessen droht er
Während die Kritik aus Großbritannien, den USA und Frankreich anschwoll, entschloss sich Leopold 1904 kurzfristig zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin. Es war sein erster Aufenthalt seit 14 Jahren, denn der letzte im Jahr 1890 war ihm höchst ungut in Erinnerung geblieben. Leopold hatte Kaiser Wilhelm II. darum gebeten, ihm für sein morgendliches Bad ein Badezimmer mit fließend warmem Wasser zur Verfügung zu stellen.
Der Kaiser hatte das Gästebad aber nicht eigens dafür umrüsten wollen und die Badewanne stattdessen von unten mit Bunsenbrennern aufheizen lassen. Das führte dazu, dass sich Leopold beim Hinsetzen so sehr an dem aufgeheizten Metall verbrannte, dass er sich bei der anschließenden Militärparade kaum im Sattel halten konnte.
Dieses Mal sollte seine Begegnung mit dem unberechenbaren Kaiser noch traumatischer verlaufen. Zwar zeigte Wilhelm während Leopolds Aufenthalt vom 26. bis zum 28. Januar 1904 – am 27. feierte der Kaiser seinen 45. Geburtstag – nicht das geringste Interesse an der Lage im Kongo-Freistaat, doch dafür forderte er zu Leopolds Entsetzen ohne Umschweife die Aufgabe der belgischen Neutralität und eine Allianz mit Deutschland. Zum Dank dafür werde er Belgien nach dem zu erwartenden Krieg mit jenen nordfranzösischen Territorien belohnen, die im 15. Jahrhundert zum Herzogtum Burgund gehört hätten. Leopold entgegnete, dass weder seine Regierung noch sein Parlament ein Bündnis mit Deutschland gutheißen würden.
Daraufhin bekam der Kaiser einen Wutanfall: „Ich kann keinen Respekt aufbringen für einen Monarchen, der glaubt, vor Parlamentsabgeordneten oder Ministern Rechenschaft abgeben zu müssen anstatt vor unserem Herrn im Himmel“, herrschte er ihn an. „Glaubt nicht, dass ich mit mir spaßen lasse! Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Sehen Sie, Majestät, ich bin Soldat. Ich gehöre zur Schule von Friedrich dem Großen und Napoleon. Ebenso wie Ersterer im Siebenjährigen Krieg den Krieg begann mit einem Einfall in sein Nachbarland Sachsen und Letzterer seinen Feinden immer einen Schritt voraus war, indem er als Erster angriff, werde ich mich, falls Belgien mir nicht zur Seite steht, ausschließlich von strategischen Erwägungen leiten lassen.“ Dies war genau das, was zehn Jahre später zu Beginn des Ersten Weltkriegs eintreten sollte.
Die Konfrontation mit Wilhelm II., die durch Aussagen des konsternierten Reichskanzlers Bernhard von Bülow belegt ist, zeigt den heute oft eindimensional auf das Klischee des „Monsters“ reduzierten Leopold in einem anderen Licht, nämlich als loyalen Verteidiger des demokratischen Verfassungsstaats. In einem regelrechten Schockzustand reiste der greise König nach Brüssel zurück. Er wusste nunmehr, dass es der Kaiser auf einen Krieg anlegte und dabei Belgien überrennen würde. Sein wichtigstes Ziel in seinen verbleibenden Lebensjahren war nunmehr die Aufrüstung der belgischen Streitkräfte zur Abwehr des zu erwartenden deutschen Angriffs.
Untersuchungskommission bestätigt alle Vorwürfe
Gleichzeitig hatten Wilhelms unverhohlene Drohungen deutlich gemacht, dass Belgien mehr denn je auf das Wohlwollen Großbritanniens und Frankreichs angewiesen war. Doch gerade jetzt hatte das britische Außenministerium seinen Konsul im Kongo, Roger Casement, mit einer eingehenden Untersuchung beauftragt. Casements 1904 veröffentlichter Rapport kann als einer der frühesten Menschenrechtsberichte betrachtet werden. Im Ton bewusst nüchtern abgefasst, war er in der Sache vernichtend.
Da der Ire den Kongo seit 20 Jahren kannte, konnte er überall Vergleiche zu früher ziehen. „Vielleicht die erschütterndste Veränderung, die ich bei meiner Reise ins Innere beobachten konnte, war der überall festzustellende Verfall des Eingeborenenlebens“, stellte er fest. „Gemeinwesen, Orte, die ich von früher her als große, blühende Bevölkerungszentren gekannt hatte, existieren einfach nicht mehr oder sind dermaßen zusammengeschrumpft, dass sie nicht wiederzuerkennen sind.“
Viele Menschen waren getötet worden, andere an Krankheiten oder Entkräftung gestorben, wieder andere hatten ihre Heimat verlassen und waren in weit entfernte Gegenden gezogen. Warum? Die Antwort, die Casement darauf erhalten hatte, war: „Wegen der Kautschuk-Abgaben, die uns die Regierungsposten auferlegt haben.“
Leopold stand nun international unter solchem Druck, dass er etwas tun musste. Er setzte eine Untersuchungskommission ein, der ein Belgier, ein Schweizer und ein Italiener angehörten. Sie sollten den Kongo bereisen und sich ein Bild von den Zuständen machen. Ohne Zweifel erwartete Leopold, entlastet zu werden. Doch die drei Kommissionsmitglieder wurden im Kongo binnen kürzester Zeit von Beweisen für die Verbrechern geradezu überwältigt. Tief bewegt waren sie unter anderem von der Aussage eines Häuptlings, der ihnen Zweige unterschiedlicher Größe vorlegte: Jeder Zweig stand für einen Mann, eine Frau oder ein Kind, die er gekannt hatte. Alle waren tot. So kam es, dass die Kommission zu Leopolds großer Bestürzung alle Vorwürfe bestätigte.
Der Brüsseler Jura-Professor Félicien Cattier folgerte aus dem Bericht: „Die klarste und unwiderlegbarste Wahrheit, die dieses Werk beweist, ist, dass der Kongo-Staat kein kolonisierender Staat ist, ja dass er kaum ein Staat ist, sondern ein finanzielles Unternehmen. Die Kolonie wurde nicht im Interesse der Eingeborenen verwaltet, nicht einmal im wirtschaftlichen Interesse Belgiens: Dem königlichen Souverän ein Maximum an Mitteln zu verschaffen, das war die Triebfeder.“
Der Führer der belgischen Sozialisten, Émile Vandervelde, erklärte im Parlament, die von Leopold errichteten Prestigebauten würden „eines Tages die Triumphbögen der abgeschnittenen Hände heißen“. In Großbritannien und den USA wurden nun Forderungen nach einer Internationalisierung des Kongo laut. Der britische
Außenminister Edward Grey nahm Kontakt zu US-Präsident Theodore Roosevelt (1901 –1909) auf, um eine Verteilung des Kongo unter den Großmächten zu besprechen. Die belgische Regierung war in höchstem Maß alarmiert, für sie stand der Ruf des Landes auf dem Spiel. Und so machte sie dem König höflich, aber doch unmissverständlich deutlich, dass er seine Kolonie an den Staat abtreten musste.
Erfolgreicher Widerstand: Aus der Privatkolonie wird 1908 Belgisch-Kongo
Leopold konnte die Verhandlungen zwar noch auf zwei Jahre ausdehnen und schwindelerregende Summen als Entschädigung für sich herausschlagen, doch dann war es so weit: Am 15. November 1908 wurde aus dem Kongo-Freistaat Belgisch-Kongo. Kurz zuvor hatte Leopold noch schnell alle Archive des Freistaats verbrennen lassen.
Dies erschwert heutige Forschungen erheblich, doch beherbergen die Archive des berühmten „AfricaMuseums“ in Tervuren, des belgischen Außenministeriums und anderer Institutionen noch genügend andere, teils noch gar nicht ausgewertete Dokumente, die der Vernichtung entgingen. Dies haben in jüngster Zeit unter anderem die Arbeiten des Historikers Mathieu Zana Etambala eindrucksvoll gezeigt.
Leopold überlebte den Abschied von seinem Lebensprojekt nur um ein Jahr. Im Dezember 1909 wurde bei ihm ein Darmverschluss festgestellt, der eine Notoperation unumgänglich machte. Leopold beschwor seine Ärzte: „Ihr müsst mich unbedingt bis kommenden Dienstag am Leben erhalten, denn dann wird zum letzten Mal über das Verteidigungsgesetz abgestimmt, und das will ich noch unterzeichnen, bevor ich sterbe.“ Entgegen allen Erwartungen erwachte er nach dem Eingriff aus der Narkose und war imstande, mit zitternder Hand das Gesetz zur Einführung der Wehrpflicht abzuzeichnen. Kurz danach starb er, 74 Jahre alt, im Palmen-Pavillon von Laeken. In seinem Testament äußerte er die Hoffnung: „Möge Gott über Belgien wachen und sich meiner Seele erbarmen.“