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„Paris des Nahen Ostens“ versinkt im Chaos
Mitte der 1970er Jahre brach im Libanon ein brutaler Bürgerkrieg aus, dessen Folgen noch heute zu spüren sind. Hintergrund der damaligen Eskalation war die komplexe ethnische und religiöse Struktur des Landes.
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Im Nachgang der verheerenden Gasexplosion vom 4. August 2020 in Beirut trat der Libanon für eine Zeitlang ins Rampenlicht – mit all seinen Problemen: instabile politische und ökonomische Verhältnisse, ein Flickenteppich aus sich unversöhnlich gegenüberstehenden religiösen Gruppen, Hyperinflation, Korruption, kurzum ein faktisch gescheiterter Staat.
Das war jedoch nicht immer so. Der Kontrast zu Bildern aus den 1950er und 1960er Jahren könnte nicht größer sein. In jenen Jahrzehnten galt der Libanon als Beispiel politischer, sozialer und wirtschaftlicher Stabilität; zumindest für nahöstliche Verhältnisse. Das Land ließ sich gern „Schweiz des Nahen Ostens“ nennen, weil es der wichtigste Finanzplatz der gesamten Region war, über den nicht zuletzt die reichen Ölmonarchien am Golf ihre Geschäfte abwickelten. Die Hauptstadt Beirut schmückte sich wegen ihrer Weltoffenheit, Lebendigkeit, kulturellen Vielfalt und Toleranz mit dem Beinamen „Paris des Nahen Ostens“. Anfang der 1970er Jahre nahm diese Entwicklung jedoch ein jähes Ende. Was war geschehen?
Eine komplexe religiöse Gemengelage sorgt für politischen Sprengstoff
Wie immer in der Geschichte liegt einem Ereignis wie dem libanesischen Bürgerkrieg eine Vielzahl von Ursachen zugrunde. Bei genauer Betrachtung lassen sich in diesem Fall aber vor allem drei prägende Merkmale bzw. Entwicklungen ausmachen. Da ist zum Ersten der Konfessionalismus des Libanon. Das kleine Land an der Mittelmeerküste, das fast vollständig von Syrien umschlossen ist – nur im Süden grenzt es an Israel –, wird in hohem Maß durch seine Religionsgemeinschaften geprägt. Die Verfassung erkennt offiziell 18 Konfessionen an. Zu den größten zählen maronitische Christen sowie sunnitische und schiitische Muslime. Auch die auf die Ismailiten zurückgehenden Drusen spielen eine größere Rolle.
Frankreich, das zwischen 1920 und 1943 das Völkerbund-Mandat über den Libanon innehatte, nutzte diese Vielfalt durch eine unverhohlene Teile-und-herrsche-Politik weidlich aus. Die bevorzugten Partner dieser Politik waren allerdings die Christen, zu denen die Franzosen schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der Libanon noch unter osmanischer Herrschaft stand, besondere Beziehungen aufgebaut hatten.
Als sich das Ende der Mandatszeit abzeichnete, war sowohl Frankreich als auch den Maroniten daran gelegen, möglichst viele Privilegien in die Unabhängigkeit zu retten. Als Folge dieser Bemühungen entstand 1943 der sogenannte Nationalpakt (al-mithaq al-watani), der viele Merkmale des französischen Präsidialsystems, aber auch den Parlamentarismus als politisches Gestaltungssystem übernahm. Letzterer war allerdings durch Konfessionszugehörigkeit geprägt.
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Sich auf einen Zensus von 1932 berufend, in dem sich 30 Prozent der Befragten als Christen, 22 Prozent als Sunniten und knapp 20 Prozent als Schiiten bezeichnet hatten, legte der Nationalpakt fest, dass das politisch entscheidende Präsidentenamt immer mit einem Christen, das Amt des Ministerpräsidenten mit einem Sunniten und die Funktion des Parlamentssprechers mit einem Schiiten zu besetzen sei. Zudem waren 55 Prozent der Parlamentssitze für Christen reserviert. Diese Regelung wurde 1947 in die Verfassung übernommen.
Die Maßgaben erwiesen sich in der Folgezeit als janusköpfig. Als positiv lässt sich festhalten, dass sie die Grundlage waren für ein wirksames Machtteilungsarrangement und einen robusten Parlamentarismus, wodurch sich das Land wohltuend von den vielen Autokratien in der nahöstlichen Nachbarschaft unterschied. Die eingangs beschriebene Phase der Prosperität des Libanons wurde nicht zuletzt durch diese Komponenten ermöglicht. Andererseits herrschte in diesem System nicht das Volk, sondern die Konfessionen vermittelten zwischen Volk und Staat. Die Religionszugehörigkeit bestimmte den Platz in Staat und Gesellschaft.
Zudem zeigte sich die Regelung als völlig ungeeignet, um auf demographische Veränderungen zu reagieren. In den Jahrzehnten seit 1943/1947 war der muslimische und hierbei vor allem der schiitische Bevölkerungsanteil stetig gewachsen. Die maronitischen Machthaber vermieden aus diesem Grund jede neue Volkszählung, aber fundierte Schätzungen gingen für den Beginn der 1970er Jahre von 27 Prozent schiitischen Einwohnern aus (aktuell sind es mehr als 40 Prozent). Angesichts der eindeutigen muslimischen Bevölkerungsmehrheit beklagten auch die Sunniten die dauerhafte Festschreibung ihrer politisch nachgeordneten Rolle.
Der Kalte Krieg führt auch im Libanon zur Blockbildung
Vor diesem Hintergrund entwickelte ein zweiter Faktor eine besondere Wirkung: Der Kalte Krieg mit der Positionierung in politische Blöcke hatte auch vor dem Libanon nicht haltgemacht. Vor allem nach der LibanonKrise von 1958 setzte eine starke Polarisierung der politischen Landschaft ein. Während sich die Christen – und damit der „offizielle“ Libanon – auf die Seite der westlichen Welt stellten, sympathisierten linke, muslimische und panarabische Gruppen mit prosowjetischen Bewegungen in vielen arabischen Nachbarstaaten.
Diese Spaltung kreuzte sich nun mit der Streitfrage, ob das bestehende System der Machtteilung noch gerecht war oder einer radikalen Reform bedürfe. Für Letztere plädierte vor allem die libanesische Nationalbewegung (LNM) mit dem Drusenfüher Kamal Dschumblat an der Spitze. Der LNM gehörten nationalistische, linke und muslimische Kräfte an. Sie strebte danach, das Quotensystem abzuschaffen bzw. zumindest zu ihren eigenen Gunsten zu verändern und den Libanon mit anderen „radikalen“ Regimen, darunter Syrien, zu verbünden.
Diese Strömung erhielt zu Beginn der 1970er Jahre eine unverhoffte Verstärkung. Damit ist der „palästinensische Faktor“ gemeint, der sich zur dritten entscheidenden Ursache für den Ausbruch des Bürgerkriegs entwickelte. Schon der Zustrom Tausender palästinensischer Flüchtlinge nach den Nahostkriegen von 1948 und 1967 hatte die demographische Balance der libanesischen Bevölkerung zugunsten der Muslime verschoben.
Eine entscheidende Wirkung entwickelte allerdings erst das palästinensische Scheitern im jordanischen Bürgerkrieg 1970/71 („Schwarzer September“), nach dem weitere Zehntausende Flüchtlinge in den Libanon strömten und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) ihre Stützpunkte dorthin verlegen musste. Fortan operierte sie hauptsächlich vom Libanon aus.
Während sich die LNM mit der PLO solidarisierte und eine gesamtarabische Verpflichtung des Widerstands gegen Israel propagierte, lavierte die christliche Führung. Sie konnte weder ihre Westbindung noch ihre offizielle Verbundenheit mit der „arabischen Sache“ aufkündigen. Daraus resultierten zahlreiche Kabinettskrisen zwischen 1971 und 1975, die den Staat zunehmend handlungsunfähig machten.
Der Verfall des Staates förderte wiederum die Bildung von bewaffneten Milizen, die dort Sicherheit versprachen, wo der Staat dies nicht mehr konnte. Wenig überraschend, bildeten sich diese Milizen größtenteils entlang konfessionellen Linien: Die Libanesische Front (LF), angeführt von den Phalangisten (oder Phalange), repräsentierte maronitische christliche Klans; die Libanesische Nationalbewegung (LNM) vertrat bekanntlich säkulare Linke und sunnitische Muslime, die mit dem arabischen Nationalismus sympathisierten; die Bewegung Amal („Hoffnung“; auch ein Akronym für Afwaj al-Muqawamah al-Lubnaniyyah, libanesische Widerstandsabteilungen), sah sich als Interessenvertreterin der Schiiten. Hinzu kam die PLO, die vor allem mit der LNM gemeinsame Sache machte. Neben den Milizen waren nur noch zersplitterte Kontingente der libanesischen Nationalarmee wirksam bewaffnet.
Aus kleineren Gefechten wird ein zäher Bürgerkrieg
Schon in den ersten Monaten des Jahres 1975 lieferten sich die LF und die LNM in den Straßen Beiruts fast täglich Scharmützel. Der Beginn des Bürgerkriegs wird allerdings erst auf den 13. April 1975 datiert. Über das Datum sind sich die Konfliktparteien weitgehend einig, nicht aber über die Geschehnisse und Verantwortlichkeiten an diesem Tag. Die LF behauptete, Unbekannte hätten am Morgen jenes Tages eine Kirche im christlichen Beiruter Vorort Ain el-Rummaneh überfallen und dabei vier Menschen, darunter zwei Phalangisten, getötet. Stunden später griffen Phalangisten einen Bus an, der Palästinenser in ein Flüchtlingslager bringen sollte. Dabei starben 30 Insassen. Für die LNM und mit ihnen verbündete Kräfte markiert dieser Überfall den Beginn des Krieges.
In den nun folgenden Kampfhandlungen wurden Hunderte Zivilisten getötet, verwundet oder als Geiseln genommen. Der 6. Dezember 1975 blieb dabei in besonderer Erinnerung. Als an diesem „Schwarzen Samstag“ vier Phalange-Mitglieder getötet wurden, veranlasste das die LF, in ganz Beirut Straßensperren einzurichten, an denen Ausweise auf Religionszugehörigkeit überprüft wurden. Viele Palästinenser oder libanesische Muslime, die die Straßensperren passierten, wurden sofort umgebracht. Darüber hinaus nahmen Phalangisten Geiseln und griffen Muslime in Ost-Beirut an. Muslimische und palästinensische Gruppen schlugen mit Gewalt zurück, eine neue Welle umfassender Kämpfe zwischen den Milizen brach an.
Am 18. Januar 1976 forderte das von Phalangisten verübte Massaker von Karantina mehrere hundert Opfer. Zwei Tage später folgte ein Vergeltungsschlag palästinensischer Milizen auf den Küstenort Damur, der ebenfalls zahlreiche Menschen das Leben kostete. Diese beiden Gewaltexzesse lösten einen Massenexodus von Muslimen und Christen aus, da die Menschen aus Angst vor Vergeltung in Gebiete unter der Kontrolle ihrer eigenen Religionsgemeinschaft flohen.
Eine nahezu undurchdringliche Demarkationslinie („Grüne Linie“) trennte fortan das muslimische WestBeirut vom christlichen Ost-Beirut. Krieg und Gewalt beherrschten den Alltag, Milizen dominierten den Staat. Um der nun akuten Gefahr des Staatszerfalls zu begegnen, forderte der libanesische Präsident Suleiman Frangieh seinen syrischen Amtskollegen Hafis al-Assad im März 1976 auf, direkt in den libanesischen Bürgerkrieg einzugreifen.
Der syrische Staatschef greift in das Geschehen ein
Viele Syrer hatten sich nur schwer mit der Existenz des Libanon abfinden können. Im Osmanischen Reich waren beide Länder Teil von „Großsyrien (al-Sham)“ gewesen. Erst Frankreich formte daraus zwei Mandate – viele Syrer warfen den Franzosen fortan vor, das primär getan zu haben, um im Libanon für eine christliche Bevölkerungsmehrheit zu sorgen.
Wie dem auch sei, für Hafis al-Assad barg ein möglicher Staatszerfall des Libanon zu viele Unwägbarkeiten. Was, wenn am Ende eine Stärkung sunnitischer Islamisten, insbesondere der ihm und seinen alewitischen Glaubensgenossen feindlich gesinnten Muslimbruderschaft stehen würde? Entsprechend seiner panarabischen Überzeugung wollte Assad die Einheit der arabischen Welt vorantreiben – aber natürlich unter seiner Führung. In diesem Verständnis wurde ihm auch die PLO im Libanon viel zu stark und selbständig.
Der vorsichtige syrische Präsident sandte allerdings unmittelbar nach dem Erhalt der libanesischen Interventionsbitte eine Nachricht an die USA, in der er sie darum bat, einen syrischen Einmarsch in den Libanon als innerarabische Angelegenheit zu betrachten und sich nicht einzumischen. Die Reaktion aus Washington muss ermutigend gewesen sein, denn am 1. Juni 1976 drangen 12 000 reguläre syrische Soldaten in den Libanon ein und begannen mit Operationen gegen palästinensische und linke Milizen. Paradoxerweise stellte dies Syrien faktisch auf die Seite Israels, da Israel bereits im Mai 1976 damit begonnen hatte, die maronitischen Streitkräfte mit Waffen, Panzern und Militärberatern zu versorgen.
Der syrische Einmarsch veränderte das Kräfteverhältnis. Nachdem maronitische Milizen seit Januar 1976 das palästinensische Flüchtlingslager Tel al-Zaatar in Ost-Beirut erfolglos belagert hatten, gelang es ihnen am 12. August 1976 mit syrischer Unterstützung, die Verteidiger zu überwältigen. Die Phalangisten ermordeten über 1000 Bewohner des Flüchtlingslagers, was in der arabischen Welt heftige Kritik an Syrien auslöste.
Am 19. Oktober 1976 griffen PLO-Kämpfer und linke Verbündete als Vergeltung das maronitische Dorf Aishi-yeh an, das wie eine Enklave in muslimischem Gebiet lag. Israelische Artillerie hielt die Angreifer jedoch so lange zurück, bis die Dorfbewohner geflohen waren.
Im Oktober 1976 nahm Syrien den Vorschlag des Gipfeltreffens der Arabischen Liga im saudi-arabischen Riad an, sich an die Spitze eines gesamtarabischen Detachements im Libanon zu stellen. Dies gab Syrien die Legitimation dafür, 40 000 Soldaten als Hauptteil einer arabischen „Friedenstruppe“ im Libanon zu halten. Sie hatte den offiziellen Auftrag, die Frontlinien zu entflechten und einen Waffenstillstand herbeizuführen. Aufgrund des syrischen Dominanzstrebens zogen die meisten beteiligten arabischen Staaten ihre Einheiten jedoch bald wieder aus der „Friedenstruppe“ zurück.
Das Land war nun praktisch zweigeteilt, wobei der Südlibanon und die westliche Hälfte von Beirut zu Stützpunkten für die PLO und muslimische Milizen wurden, während die Christen die Kontrolle über Ost-Beirut und den christlichen Teil des Libanon-Gebirges hatten. In Ost-Beirut bildeten christliche Klans und Milizen engere Bündnisse, um auf die zukünftigen Kämpfe besser vorbereitet zu sein.
Die Nationalliberale Partei (NLP), die Kata’ib-Partei und die Erneuerungspartei schlossen sich der LF an. Ihre Milizen – die Tigers, Kata’ib Regulatory Forces (KRF) und Guardians of the Cedars – nannten sich fortan „libanesische Streitkräfte“ und bewiesen damit ein weiteres Mal, dass der reguläre Staat Libanon längst zu großen Teilen erodiert war.
Im März 1977 fiel der Anführer der libanesischen Nationalbewegung, Kamal Dschumblat, einem Mordanschlag zum Opfer. Alle Indizien wiesen darauf hin, dass Syrien dahintersteckte. Ohne einen starken Führer zerrissen schon bald die divergierenden Interessen der Linken, Schiiten, Sunniten, Palästinenser und Drusen die libanesische Nationalbewegung. Hafis al-Assad nutzte umgehend die Gelegenheit, um nun – unter dem Vorwand der Vermittlung – die LF, aber auch ihre nun einzeln agierenden Gegner gegeneinander auszuspielen.
Ähnlich wie zu Beginn des Krieges, als die Stärke der PLO Assad zur Intervention im Libanon motivierte, erschien ihm nun das Gewicht der LF als zu stark. Im „Hundert-Tage-Krieg“ beschossen deshalb syrische Truppen seit Februar 1978 maronitische Stellungen im christlichen Beiruter Stadtteil Aschrafieh. Am Ende gelang es der LF aber, die syrischen Truppen komplett aus Ost-Beirut zu vertreiben.
Nach Angriffen der PLO wird auch Israel zur Kriegspartei
Entwicklungen im Süden des Libanon riefen nun eine weitere Kriegspartei auf den Plan. Da diese Region zum Einflussgebiet muslimischer und linker Parteien des Bürgerkriegs gehörte, nutzte die mit ihnen verbündete PLO die Gelegenheit, um von hier aus verstärkt Angriffe gegen Israel zu unternehmen. So landeten am 11. März 1978 elf PLO-Kämpfer an einem Strand im Norden Israels und entführten auf der Straße von Haifa nach Tel-Aviv zwei vollbesetzte Busse. 37 Israelis starben bei der Aktion, 76 wurden verwundet, bevor die Eindringlinge in einem Feuergefecht mit israelischen Streitkräften getötet wurden.
Dieses Massaker veranlasste Israel vier Tage später, unter dem Namen „Operation Litani“ militärisch im Libanon zu intervenieren. Die israelische Armee besetzte den größten Teil des Gebiets südlich des Flusses Litani. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete daraufhin die Resolution 425, in der ein sofortiger israelischer Rückzug gefordert und die Schaffung einer UN-Interimstruppe im Libanon (UNIFIL) beschlossen wurde.
Die israelischen Streitkräfte zogen sich im Verlauf des Jahres 1978 wieder hinter die Grenzen zurück, richteten aber vorher auf libanesischem Gebiet eine 19 Kilometer tiefe Sicherheitszone ein, die Gegner aller Couleur von der Grenze fernhalten sollte. Mit Hilfe maronitischer Verbündeter schuf Israel eigens eine Miliz für die Kontrolle der Sicherheitszone, die sogenannte Südlibanesische Armee (SLA).
Die Sicherheit blieb trügerisch. 1982 begann Israel den fünften Nahostkrieg, an dessen Ende die vollständige Vertreibung der PLO aus dem Libanon stand. Im September 1982 drangen christliche Milizionäre in die bei Beirut gelegenen Palästinenserlager Sabra und Schatila ein und verübten dort ein Massaker an der Zivilbevölkerung – die Besatzungsmacht schaute tatenlos zu.
Der libanesische Bürgerkrieg endete offiziell erst im Jahr 1990 mit dem Vertrag von Taif. Die Hauptwidersprüche, die zu seinem Ausbruch 1975 geführt hatten, sind allerdings bis heute nicht gelöst.
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