Dramatisch schildert Bretonne, wie er 1789 Zeuge des Ausbruchs der Revolution wurde. Es ereigneten sich Szenen des Ausbruchs von Wut und Hass; ein Kapitel ist überschrieben mit „Der letzte Tag der Reichen ist gekommen“. Am 14. Juli, dem Tag der Eroberung der Bastille, bekennt sich der Autor zu einem ambivalenten Gefühl zwischen Freude und Abscheu: Einerseits war das finstere Gemäuer des Unrechts nun endlich gefallen, andererseits wurden angebliche Volksfeinde von den Revolutionären in einem Rausch exzessiver Gewalt sogleich an den Laternen gehängt. Der Autor fragt sich: „Haben die Menschen überhaupt das Recht, ihresgleichen mit dem Tode zu bestrafen?“ Und antwortet: „Nein“.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Rétif de la Bretonne
Die Nächte von Paris
Verlag Galiani Berlin, Köln 2019, 522 Seiten, € 39,95





