Maik Koplecks PastFinder sind eine ungewöhnliche Mischung aus Geschichtsbuch und Reiseführer. Sie führen zu den bedeutendsten historischen Schauplätzen einer Stadt und verbinden dort das Einst mit dem Jetzt. Bisher erschienen sind Bände zu Düsseldorf, Hamburg, München, Nürnberg, dem Obersalzberg, Amsterdam und Wien, vor allem aber zur deutschen Hauptstadt Berlin: Die gibt es gleich in drei Ausgaben, einmal wird die Zeit von 1933 bis 1945 abgedeckt, dann die Jahre von 1945 bis 1989. Nun ist ein umfassender PastFinder Berlin hinzugekommen, der die Geschichte der Stadt von 1701 bs 1999 aufgreift. Dabei bietet sich Berlin für eine solche Darstellungsweise geradezu an. Es hat eine Fülle historischer Schauplätze, doch im heutigen Stadtbild sind diese oft überhaupt nicht mehr sichtbar und wenn, dann häufig stark verändert. Das gilt längst nicht nur für Hitlers Neue Reichskanzlei. Wer mag, kann sich mit dem handlichen PastFinder etwa zu einer Erkundung des Regierungsviertels aufmachen oder den Spuren der Mauer folgen. Themenkästen und Biographien bilden dazu die notwendigen Hintergrundinformationen. 25 detaillierte Karten ermöglichen es dem Leser, sich schnell zu orientieren. Nur zwei kleine Kritikpunkte seien angebracht: Preußen- und Kaiserzeit kommen gegenüber dem Dritten Reich und der geteilten Stadt etwas kurz, und manche der Fotografien sind aufgrund des Reiseführerformats arg klein geraten. Insgesamt aber ein empfehlenswerter Band – egal ob man im heimischen Wohnzimmer dazu greift oder damit vor Ort durch Berlin streift.
Rezension: Uwe A. Oster





