Die “Justinianische Pest” brach 541 n. Chr., also bereits Jahrhunderte vor dem bekannten „Schwarzen Tod“ des 14. Jahrhunderts, in Ägypten aus und verbreitete sich in den Folgejahren über den gesamten Mittelmeerraum. Auch Kaiser Justinian selbst erkrankte an der verheerenden Seuche. Die Beschreibungen der Symptome in historischen Quellen führten zu dem Verdacht, dass es sich um eine erste Beulenpestpandemie handelte. Diese These war jedoch über Jahre Gegenstand fortgesetzter Debatten.
Das Forscherteam aus München, Mainz und Arizona konnte diese Frage nun endgültig klären. In den Zähnen von Skeletten, die nahe dem bayrischen Aschheim gefunden wurden, blieb die Erbinformation des Pesterregers dank günstiger Umstände über 1400 Jahre erhalten. Trotz kleinster gefundener DNA-Mengen konnte die Position des Bakteriums im Stammbaum von Yersinia pestis bestimmt und eine Herkunft aus Asien wahrscheinlich gemacht werden.
Dieser genetische Nachweis der Pest ist gleichzeitig auch der einzige Hinweis, dass sich die Seuche bis nach Bayern ausbreitete – historische Quellen der entsprechenden Zeit fehlen für diese Region.





