Der Kampf um eine standesgemäße Existenz, der so oft adliges Leben in der frühen Neuzeit bestimmte, bezeichnete auch den Lebensweg des Wittelsbachers Ottheinrich von Pfalz-Neuburg. Er wähnte sich den Habsburgern gleich, und der Ausbau der Hofhaltung in seiner Residenz Neuburg an der Donau, sein aufwendiger Lebensstil und teure Reisen sollten diesen Anspruch auch nach außen dokumentieren. Doch diesen hochfliegenden Ambitionen standen keineswegs die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten zur Seite, so daß der lebenslustige Ottheinrich bald vor dem finanziellen Ruin stand. Erst als schwerkranker Mann wurde er pfälzischer Kurfürst und konnte durch den Schloßbau in Heidelberg, die Gründung der Palatina und die Einführung der Reformation in der Pfalz noch wichtige Zeichen setzen. Ein Aufsatzband, der jetzt anläßlich des 500. Geburtstages von Ottheinrich erscheint, beleuchtet erstmals ausführlich Person und politische Rolle dieses Renaissancefürsten, von seinen landesherrlichen und kirchenpolitischen Maßnahmen im Kontext der Reformation über seine Rolle als Mäzen und Stifter bis hin zu seiner Selbstdarstellung in der Kunst.
Rezension: Talkenberger, Heike





