Pompeji und Herculaneum gehören seit Beginn der Ausgrabungen vor mehr als 250 Jahren zu den herausragenden Gedächtnisorten Europas. In letzter Zeit haben die 79 n.Chr. verschütteten Vesuvstädte wegen bestürzender Verwahrlosung etwa der „Villa dei Papiri“ hauptsächlich negative Schlagzeilen gemacht. Verantwortliche träumen von einer lukrativeren touristisch-medialen Nutzung, während ständig unwiederbringliche Substanz verlorengeht. Zugleich vergeht kaum ein Jahr ohne ein neues Pompeji-Buch. Wenn aber der vielleicht bekannteste und produktivste italienische Archäologe mit einem Team von Sachkennern einen opulenten Bildband auf der Grundlage des neuesten Erkenntnisstandes vorlegt, ist Aufmerksamkeit geboten. Kompetent stellen Filippo Coarelli und seine Mitautoren nicht nur die Häuser mit ihren Wandmalereien vor, sondern beleuchten auch die urbanistische Entwicklung und die wirtschaftlichen Grundlagen. Insgesamt ein wunderschönes coffee-table-book, das aber auch Kennern Interessantes und Kontroverses zu bieten hat.
Rezension: Walter, Uwe





