Der lutherische Theologe Friedrich Breckling (1629-1711) hatte ein ungewöhnliches Leben, das er größtenteils im niederländischen Exil verbrachte. Breckling, der als Schlüsselfigur des radikalen Spiritualismus, als Mystiker, Dissident, Separatist und Vermittler des Pietismus gilt, wuchs zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges auf. Er konnte seine Lebenssituation wie viele andere Prediger nur als Herannahen eines Weltendes deuten. Zur Buße aufzurufen, eine den Menschen noch „verborgene Wahrheit“ in seinen Predigten sichtbar machen und die bereits zur Wahrheit Erweckten aufspüren und zu vereinen, sah er als seine Lebensaufgabe an. Legendär ist sein weit gespanntes Korrespondenznetzwerk, das von der jüngeren Forschung gerade erschlossen wird. Seine umfangreiche Bibliothek kam ab 1704 in das Hallesche Waisenhaus und bildet seither den Nukleus im Bücherbestand der Historischen Bibliothek. Die inhaltliche und zeitliche Bandbreite der Brecklingschen Sammlung ist auch heute noch beeindruckend, denn darunter befinden sich wertvolle und wunderschön gestaltete Inkunabeln, theologische Traktate und seltene niederländische Drucke.
Die Ausstellung “Friedrich Breckling. (1629-1711). Prediger, ’Wahrheitszeuge’ und Vermittler des Pietismus im niederländischen Exil” vermittelt erstmals einen Einblick in Leben, Werk, Korrespondenz und Bibliothek von Friedrich Breckling. Im Spiegelsaal des Schlosses Friedenstein in Gotha wird die Ausstellung vom 17. März bis 17. April 2012 gezeigt.





