Eigentlich hätte die Tochter des Kurfürsten Moritz von Sachsen und Enkelin des Landgrafen Philipp von Hessen zu den besten Heiratspartien Europas gehören müssen. Doch als ihr Vater 1553 in einer Schlacht tödlich verwundet wurde, übernahm sein Bruder August die Regierung. Die Mutter Agnes wurde daraufhin mit Herzog Johann Friedrich dem Mittleren aus der ernestinischen Linie der Wettiner verheiratet – und starb kurz darauf ebenfalls.
Am Hof des Stiefvaters konnte Anna nicht bleiben. Sie zog zurück nach Dresden. Dort interessierten sich weder Kurfürst August noch seine Frau Anna von Dänemark für ihre Nichte. Immerhin schien sie dank einer hohen Mitgift aus dem Vermögen der Eltern leicht zu verheiraten zu sein. Leider war die Mitgift Annas einziger Vorzug. Körperlich wenig reizvoll, galt sie als jähzornig, stur und mit einem übersteigerten Standesbewusstsein ausgestattet. Das sprach sich herum.





