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Giordano Bruno – Querulant im Mönchsgewand
Am Ende stand der Feuertod: Am 17. Februar 1600 wurde der Philosoph Giordano Bruno auf dem Campo de’ Fiori in Rom hingerichtet. Zuvor war er der „hartnäckigen Ketzerei“ für schuldig befunden worden. Vorausgegangen waren lange Jahre der Wanderschaft, in denen Bruno ein bemerkenswertes Talent darin zeigte, sich…
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Jedem, der einmal den Campo de’ Fiori in Rom besucht hat, wird die überlebensgroße Statue aufgefallen sein, die über das bunte Markttreiben wacht. Das 1889 enthüllte Denkmal Giordano Brunos war eine Spitze von Freimaurern und Stadtregierung gegen Papst Leo XIII. (1878 –1903), der die Freimaurerei zuvor scharf verurteilt hatte. Später, während der Herrschaft Benito Mussolinis, forderte der Vatikan die Zerstörung der Statue, doch der „Duce“ lehnte ab. Wer aber war Giordano Bruno, der an ebenjenem Ort verbrannt worden war und dessen Schriften auf dem Index der verbotenen Bücher blieben, bis dieser 1966 abgeschafft wurde?
Was über ihn bekannt ist, verdanken wir vor allem seinen eigenen Angaben, die er machte, nachdem er 1592 in Venedig verhaftet worden war. Geboren wurde er als Filippo Bruno im Jahr 1548 in Nola, einer Kleinstadt am Fuß des Vesuvs. Der Vater stand als Soldat im Dienst des Herzogs von Sessa und verdiente genug, um dem Sohn eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Nach der Lateinschule ging es für den jungen Filippo zum Studium nach Neapel.
Am 15. Juni 1565 trat Bruno mit 17 Jahren in den Dominikanerorden ein und nahm den Ordensnamen Giordano an. Der Eintritt ins Kloster war dem Umstand geschuldet, dass der Predigerorden exzellente Möglichkeiten zum Studium bot. Während der Zeit an der Universität und der elf Jahre im Kloster San Domenico Maggiore eignete sich Bruno eine umfassende Bildung an, las Klassiker wie Aristoteles, Lukrez, Platon, die Schriften der Ordensgelehrten Thomas von Aquin und Albertus Magnus, aber auch spätmittelalterliche Autoren wie Nikolaus von Kues, auf den er sich später immer wieder bezog. Früh beschäftigte er sich auch mit den sogenannten Mnemotechniken, die der Steigerung der Gedächtnisleistung dienen. Dazu zählt die vom römischen Schriftsteller Cicero beschriebene „Loci-Methode“, bei der die Lerninhalte in einem imaginierten Raum abgelegt werden.
Unbedachte Äußerungen und Flucht aus dem Orden
Nacheinander durchlief Bruno die Weihen zum Subdiakon, zum Diakon, schließlich zum Priester. Doch bald kam es zu ersten Zusammenstößen mit Brüdern und Oberen. Mehrfach äußerte sich Bruno unbedacht zu Marienkult und Heiligenverehrung sowie zur arianischen Häresie, welche die Trinitätslehre ablehnte. Ein Verfahren wurde eröffnet, und Bruno ging nach Rom, um sich zu verteidigen. Dort blieb er aber nicht lange. Stattdessen legte er die Kutte ab und floh Richtung Norden.
Die folgenden Jahre verbrachte der Ordensflüchtling unter anderem in Noli, Savona, Turin, Venedig, Padua, Brescia, Bergamo und Mailand. Wie er seinen Lebensunterhalt bestritt, ist nicht belegt. Schließlich reiste er im Winter 1578/79 über Chambéry nach Genf. Genf war Hochburg der Calvinisten und Wohnort zahlreicher Glaubensflüchtlinge aus allen Teilen Europas. Auch viele Italiener lebten hier. Sie waren es wohl, die Bruno kurzzeitig eine Anstellung als Korrektor in einer Druckerei verschafften – namentlich bekannt als Unterstützer Brunos ist der einflussreiche Marchese di Vico, Galeazzo Caracciolo.
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Am 20. Mai 1579 schrieb sich Bruno an der Genfer Akademie ein. Schon bald aber legte er sich mit Professor Antoine de La Faye an und veröffentlichte ein Papier, in dem er dessen Lehren öffentlich widersprach. Resultat der Aktion waren eine Verhaftung, ein Prozess wegen Rufschädigung, eine öffentliche Entschuldigung und die Abreise aus Genf nach kaum einem halben Jahr. Brunos prominenter Protektor Caracciolo setzte sich nicht für ihn ein – wahrscheinlich war ihm aufgegangen, dass Bruno den Calvinismus strikt ablehnte.
Über Lyon reiste Bruno weiter nach Toulouse. In den zwei Jahren, die er dort verbrachte, hielt er zunächst privat Vorlesungen über Astronomie, später las er als Professor an der Universität über Aristoteles. Als die Hugenottenkriege (insgesamt acht Bürgerkriege in Frankreich in der Zeit von 1562 bis 1598 zwischen Katholiken und protestantischen Hugenotten) nach einer ruhigeren Phase wieder ausbrachen, verließ Bruno das unsichere Toulouse und ging nach Paris. Seine Vorträge über die 30 Prädikate Gottes und eine von ihm selbst entwickelte Mnemotechnik erregten hier sogar die Aufmerksamkeit König Heinrichs III. (1574–1589).
Stark vereinfacht, basierte Brunos „Gedächtniskunst“ darauf, bestimmten Silben bestimmte Bilder zuzuordnen und die Einzelbilder dann zu einem neuen Phantasie-Gemälde zusammenzusetzen. Bruno unterfütterte seine Technik zudem mit einer komplizierten metaphysischen Theorie, die er in seiner Schrift „De umbris idearum“ („Über die Schatten der Ideen“) sowie weiteren, teils verlorenen Werken darlegte. Dabei bezog er sich oft auf den spanischen Theologen Raimundus Lullus (um 1232 –1316), betonte aber ausdrücklich die Unabhängigkeit seiner eigenen Überlegungen.
In Paris erschien außerdem die Komödie „Candelaio“ („Kerzenzieher“), die in einer verschnörkelten, oft unanständigen Sprache Brunos Gelehrsamkeit demonstrierte und damit offenbar den Zeitgeschmack traf. Bald fand Bruno einen neuen Förderer, den französischen Botschafter am Hof von Königin Elisabeth I. (1558 –1603), Michel de Castelnau. Im April 1583 folgte Bruno dem Diplomaten nach London.
In England entwickelt Giordano Bruno die These von der Unendlichkeit der Welt
In London wohnte Bruno im Haushalt des Botschafters. Für ihn begann nun eine literarisch sehr produktive Phase. In italienischer Sprache und mit dem zu Marketingzwecken angegebenen Druckort Venedig, veröffentlichte er in England seine bekanntesten Schriften – nicht ohne sich zuvor erfolglos um eine Anstellung an der Universität Oxford bemüht zu haben.
Bei einer Disputation anlässlich des Besuchs des polnischen Grafen Albert Laski, die im Juni 1583 in Oxford stattfand, sorgte Bruno durch eine Wortmeldung für Aufsehen. Nach dem Bericht des Studenten George Abbot, der später zum Erzbischof von Canterbury aufsteigen sollte, redete Bruno in einer Art und Weise, die „mehr dreist als weise“ war und vor allem dem Zweck dienen sollte, Aufmerksamkeit zu erregen. Auch anderen Berichten zufolge legte Bruno ein hohes Maß an Arroganz an den Tag.
Einen Job bekam er jedenfalls nicht, ein Umstand, der ihn frustrierte, dessen Schuld er aber eher bei den anderen als bei sich selbst sah. Im Vorwort zu seiner bald darauf erschienenen Schrift „Über das Unendliche“ heißt es: „Ich muss es dulden, dass mancher mich nur zu erblicken braucht, um mir zu drohen, mich nur zu erreichen braucht, um mich zu beißen, mich nur zu fassen braucht, um mich zu zerreißen. Und … es sind nicht wenige, es sind nahezu alle.“
Über sein Gastland beklagte er sich: Man sei dort respektlos, unzivilisiert, grobschlächtig und ausländerfeindlich. Besser weg kommt allein die herrschende Schicht, beispielsweise der Höfling Philip Sidney, dem er später ein Werk widmete, auch Königin Elisabeth und ihr einflussreicher Spionagechef Francis Walsingham, der gleichzeitig der Schwiegervater Sidneys war.
In England entwickelte Bruno jene These von der Unendlichkeit der Welt und der Unendlichkeit der Zahl der Welten, deren theologische Implikationen ihm später zum Verhängnis werden sollten. Auf den Forschungen Nikolaus Kopernikus’ (1473–1543) aufbauend, dachte er weiter, erklärte das Modell des Vorgängers, das als Hypothese galt, zur Wahrheit. Wo auch sein Vorbild Nikolaus von Kues (1401–1464) vorsichtig geblieben war und die Grenzen seiner Erkenntniskraft respektiert hatte, stürmte Bruno voran, erklärte die Möglichkeit zur Wirklichkeit, definierte den Platz Gottes und der Religion in der Welt neu.
Die Phase höchster Produktivität blieb kurz. Zu den Aufgaben von Brunos Gönner Castelnau gehörte auch die geheime, verschlüsselte Korrespondenz mit Maria Stuart, der inhaftierten Konkurrentin Elisabeths – und selbstverständlich wurde der französische Botschafter dabei von Walsinghams Spionen genau überwacht. Nachdem im Herbst 1583 die sogenannte Throckmorton-Verschwörung aufgedeckt wurde, verlor Castelnau am Hof an Einfluss. Im Folgejahr wurde er zurück nach Paris beordert, und nur der Umstand, dass sich die Abreise noch ein weiteres Jahr verzögerte, gewährte Bruno überhaupt zwei Jahre tätigen Schaffens in England.
Auch in Paris hält sich die Zahl der Freunde in engen Grenzen
Während sich sein Gönner nach der Rückkehr nach Frankreich aufs Land zurückzog, blieb Bruno in Paris, hielt Vorlesungen und tat, was er am besten konnte: sich Feinde machen. Der in Paris weilende Gelehrte Arnold van Buchel notierte: „Giordano Bruno aus Nola … lehrt die Philosophie auf schärfere Weise, als es seiner Sicherheit guttut.“
Brunos zweiter Aufenthalt in Paris ist bemerkenswert, da er Rückschlüsse auf seine religiösen Einstellungen zulässt. Aufzeichnungen des Bibliothekars der Abtei Saint-Victor, mit dem Bruno sich wiederholt unterhielt, bezeugen negative Äußerungen über die protestantische Gnadenlehre, aber auch die Ablehnung der theologischen Positionen der Dominikaner. Gespräche führte Bruno auch mit dem päpstlichen Nuntius Gerolamo Ragazzoni. Er wollte die Möglichkeit ausloten, in den Schoß der Kirche zurückkehren zu dürfen, ohne wieder in den Orden eintreten zu müssen – der Nuntius äußerte sich jedoch wenig zuversichtlich.
In Paris lernte Bruno bald den Mathematiker Fabrizio Mordente kennen, der in italienischer Sprache eine Schrift über den von ihm entwickelten Achtspitzenzirkel vorgelegt hatte, ein Instrument, das sehr präzise geometrische Operationen ermöglichte. In Absprache mit Mordente sollte Bruno die Erfindung auch auf Latein vorstellen. Mit dem gelieferten Produkt war Mordente dann aber alles andere als zufrieden, hatte Bruno sich doch nicht auf eine rein mechanische Beschreibung beschränkt, sondern den Zirkel zum Ausgangspunkt weiterer philosophischer Betrachtungen gemacht, die er selbst als wesentlich relevanter empfand als das neugeschaffene Instrument an sich. Mordente kaufte fast alle Exemplare auf, um sie zu vernichten, während Bruno seinerseits zwei neue Schriften verfasste, in denen er über die geistige Beschränktheit Mordentes herzog.
Im Mai 1586 legte Bruno dann 120 provokant formulierte Artikel gegen die aristotelische Physik vor und lud zur Disputation darüber an das Collège de Cambrai. Nachdem ein Schüler Brunos, der junge Adlige Jean Hennequin, die Artikel vorgetragen hatte, bat Bruno um Gegenrede. Darüber, was dann geschah, widersprechen sich die Berichte. Einer Variante zufolge antwortete ihm der Advokat Rudolphus Calerius, doch Bruno verweigerte ihm die Diskussion und ging einfach. In einer anderen Version der Geschichte hatte Bruno keine Gelegenheit zur Antwort, da sich die Veranstaltung in einem Tumult auflöste. In jedem Fall markierte das Ereignis das Ende von Brunos Aufenthalt in Paris.
In Deutschland bringt Bruno Ordnung in seine Schriften
Über Mainz und Wiesbaden ging Bruno nach Marburg, wo er sich am 25. Juli 1586 an der Universität immatrikulierte, aber keine Lehrerlaubnis erhielt. Rektor Petrus Nigidius (gest. 1606) notierte, dass sich Bruno darüber so ereifert habe, „dass er mich in meinem Amtssitz anmaßend insultierte, als ob ich in diesem gegen das Völkerrecht, gegen die Sitte aller Universitäten Deutschlands und gegen alle humanistischen Studien agierte“. Wohl auf Vermittlung seines Landsmanns Alberico Gentili, den er aus Oxford kannte, zog Bruno weiter nach Wittenberg, wo man ihn unterrichten ließ und er zwei ruhige Jahre verlebte.
Anschließend ging es für wenige Monate nach Prag, wo Bruno sich Förderung durch Kaiser Rudolf II. (1576–1612) erhoffte, der seine Residenz nach Prag verlegt hatte, als großer Mäzen galt und viele Künstler und Wissenschaftler an seinen Hof lockte. Bruno erhielt zwar eine größere Geldsumme, aber keine dauerhafte Anstellung. Diese fand er nach einem Zwischenstopp in Tübingen in Helmstedt, wo Herzog Julius 1576 die Academia Julia gegründet hatte. Nachdem er sich in theologische Debatten eingemischt hatte und vom lutherischen Superintendenten Heinrich Boethius exkommuniziert worden war, ging es im Frühjahr 1590 weiter nach Frankfurt am Main.
Die Jahre in Deutschland nutzte Bruno, um Ordnung in seine philosophischen Arbeiten zu bringen und sie zu überarbeiten. In Frankfurt – wo die wichtigste Buchmesse Europas stattfand – sollten sie nun gedruckt werden. Da der Frankfurter Rat ihm die Unterkunft in der Stadt verweigerte, musste Bruno im Karmeliter-Konvent vor den Toren der Stadt Quartier beziehen. Dennoch erschienen in Frankfurt die Schriften „De triplici minimo et mensura“ („Über das dreifache Minimum und das Maß“), „De monade numero et figura“ („Über die Monade, die Zahl und die Figur“), „De innumerabilibus“ („Vom Unzählbaren“) und „De imaginum, signorum et idearum compositione“ („Über die Komposition von Bildern, Zeichen und Ideen“).
Ein vermeintlicher Gönner zeigt ihn bei der Inquisition an
Nach der Vorstellung auf der Messe gelangten Exemplare der Bücher unter anderem nach Venedig – und dort in die Hände des reichen Patriziers Zuane Mocenigo. Per Brief bekundete dieser Interesse an Brunos Lehre der Gedächtniskunst und lud ihn zu sich ein. Bruno folgte der Einladung, wohnte jedoch zunächst nicht bei Mocenigo, sondern versuchte, im nahen Padua eine Professur zu erhalten. Schließlich zog er doch zu Mocenigo – der ihn im Mai 1592 prompt bei der Inquisition anzeigte und ihm unter anderem vorwarf, er habe Christus als Betrüger
bezeichnet und plane, eine Sekte zu gründen.
Die Motive für die Anzeige sind nicht zu ergründen. Der Prozess in Venedig ist jedoch ausgezeichnet dokumentiert und schien für Bruno zunächst glimpflich zu verlaufen. Nachdem jedoch routinemäßig ein Bericht an die Kurie geschickt wurde, bat der Großinquisitor Kardinal Giulio Santoro in Venedig um die Auslieferung Brunos. Der Große Rat lehnte den Antrag zunächst ab. Erst nachdem ein Rechtsgutachten zu der Auffassung kam, dass der Fall seinen Anfang einst in Rom genommen habe, wurde Bruno im Februar 1593 dorthin überstellt.
In Rom dauerte es mehrere Jahre, bis die komplizierte kuriale Bürokratie den Fall Bruno abschließend bearbeitete. Auf Tage des Verhörs und der Zeugenvernehmungen folgten Monate, in denen praktisch nichts geschah. Erst nachdem Roberto Bellarmin als Großinquisitor den Fall übernahm, kam Fahrt in die Angelegenheit. Im Januar 1599 fasste Bellarmin die Vorwürfe gegen Bruno in acht vermeintlich häretische Thesen aus dessen Schriften zusammen.
Leider gingen ebenjene acht Thesen zusammen mit dem größten Teil der römischen Prozessunterlagen verloren, weshalb bis heute unklar ist, welcher Vergehen Bruno angeklagt wurde. Auch Bruno war sich dessen nicht sicher oder tat jedenfalls so. Am 21. Dezember 1599 erklärte er, dass er „nichts zu bedenken habe und auch nicht wisse, worüber er sich bedenken solle“. Zwei zu ihm geschickten Dominikaneroberen erklärte er, er sei keinesfalls ein Häretiker, sondern einfach missverstanden worden.
Nach diesem letzten, vergeblichen Versuch, ihn von seinen Irrtümern zu überzeugen, wurde Giordano Bruno am 8. Februar 1600 als „hartnäckiger Häretiker“ der weltlichen Gerichtsbarkeit übergeben, seine Schriften setzte man als ketzerisch und irrig auf den Index der verbotenen Bücher. Am 17. Februar 1600 wurde Bruno in den frühen Morgenstunden auf den Campo de’ Fiori geführt, an einen Pfahl gebunden und verbrannt.
Zu seinem Verhängnis wurde sicher nicht der von Mocenigo vorgebrachte Vorwurf der Sektengründung, eher waren es die theologischen Folgen seiner These von der räumlichen und zeitlichen Unendlichkeit des Kosmos, vor allem die Fragen der Schöpfung, der Allmacht Gottes und der Verortung der Seele. Der vermeintlich moderne Wissenschaftler, welcher der Inquisition zum Opfer fiel, als der er mitunter dargestellt wird, war Giordano Bruno aber keineswegs, ganz im Gegenteil: Er verachtete jene, die sich auf einen rein quantitativen Zugang zur Wissenschaft beschränkten, und wollte spekulative Philosophie und Naturwissenschaften vereinen.
Als fatal erwies sich auch Brunos Ungeduld und Unnachgiebigkeit gegenüber seinen Mitmenschen: In einer Zeit großer religiöser Spannungen gelang es ihm, Katholiken, Calvinisten und Lutheraner zu verprellen. An keiner Station seines Lebens währte die Gastfreundschaft lange. Als es darauf ankam, sprach niemand für ihn, setzte sich niemand für ihn ein.
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