Jedem, der einmal den Campo de’ Fiori in Rom besucht hat, wird die überlebensgroße Statue aufgefallen sein, die über das bunte Markttreiben wacht. Das 1889 enthüllte Denkmal Giordano Brunos war eine Spitze von Freimaurern und Stadtregierung gegen Papst Leo XIII. (1878 –1903), der die Freimaurerei zuvor scharf verurteilt hatte. Später, während der Herrschaft Benito Mussolinis, forderte der Vatikan die Zerstörung der Statue, doch der „Duce“ lehnte ab. Wer aber war Giordano Bruno, der an ebenjenem Ort verbrannt worden war und dessen Schriften auf dem Index der verbotenen Bücher blieben, bis dieser 1966 abgeschafft wurde?
Was über ihn bekannt ist, verdanken wir vor allem seinen eigenen Angaben, die er machte, nachdem er 1592 in Venedig verhaftet worden war. Geboren wurde er als Filippo Bruno im Jahr 1548 in Nola, einer Kleinstadt am Fuß des Vesuvs. Der Vater stand als Soldat im Dienst des Herzogs von Sessa und verdiente genug, um dem Sohn eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Nach der Lateinschule ging es für den jungen Filippo zum Studium nach Neapel.





