Wer mit Mulsow nach vergessenen Handschriften dieser von Naturphilosophie, Materialismus oder Skeptizismus geleiteten Querdenker graben möchte, der kann zum neuen Werk greifen, das seine 2002 erschienene Habilitationsschrift stark erweitert. Man liest von antichristlichen Polemiken aus jüdischem Kontext, von einer Wissenschaft ohne Gott oder von Auseinandersetzungen um die Menschlichkeit der Religionsgründer – gefährliche Gedanken für die Zeit um 1700. Eine Fundgrube, aber keine leichte Lektüre.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Martin Mulsow
Radikale Frühaufklärung in Deutschland 1680 –1720
Wallstein Verlag, Göttingen 2018, 2 Bände, insgesamt 1126 Seiten, € 59,90





