Im Juni 59 n.Chr. fanden im Amphitheater von Pompeii Gladiatorenspiele statt. Auch aus der Umgebung der Stadt strömten die Zuschauer zu diesem Ereignis, unter anderem aus Nuceria. Während der Spiele kam es zum Streit zwischen den Einwohnern der beiden Städte, der zunächst harmlos begann, sich dann aber zu einem wahren Blutbad ausweitete, bei dem es auf beiden Seiten zahlreiche Tode und Verletzte zu beklagen gab. Dieser Aufstand im Zusammenhang mit Gladiatorenspielen war eine absolute Ausnahme. Trotz der grausamen Vorführungen bei den Gladiatorenspielen übertrug sich nämlich eigentlich die Brutalität nur sehr selten auf das Publikum. Im Gegenteil: Die Zuschauer, die aus allen Teilen der Gesellschaft kamen, mußten sich laut Dekret von Kaiser Augustus an strenge Kleider- und Sitzordnungen halten. Man legte Wert darauf, daß es gesittet zuging. Dies galt auch für die Wagenrennen im Zirkus, bei denen die Zuschauer, ähnlich den heutigen Fans bei Fußballspielen, in verschiedene Parteien unterteilt waren. Je nach Farbe des Rennstalls, mit dem sie sympathisierten, gesellten sie sich den Grünen, den Blauen, den Roten oder den Weißen zu. Für einen geordneten Ablauf der Spiele war im Übrigen der Veranstalter verantwortlich. Für den war es durchaus lukrativ, Gladiatorenspiele oder Wagenrennen aufzuführen, denn so konnte er sich bei der Menge beliebt machen. Dafür mußte er aber auch sämtliche Kosten tragen und der Eintritt war frei. Daß die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf beim Veranstalter lag, erkennen wir auch aus den Konsequenzen, die dem Spielgeber Livineius Regulus nach dem Eklat in Pompeii blühten: Er wurde zur Strafe in die Verbannung geschickt. Zudem verbot der Senat in Rom der Stadt Pompeii für die nächsten zehn Jahre das Abhalten von Spielen.





