Ethnisch und sprachlich vielfältige Gesellschaften sind nicht allein ein Phänomen der Gegenwart. Davon zeugt auch eine neue Ausstellung im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien noch bis zum 3. Mai 2026. Ihr Titel „Die Macht der Worte. Herrschaft und kulturelle Vielfalt im antiken Ägypten“ ist dabei etwas irreführend, denn es geht nicht allein um das antike Reich der Pharaonen. Gezeigt wird die Entwicklung über einen viel längeren Zeitraum, von 1500 v. Chr. bis 1000 n. Chr. In diesen rund 2500 Jahren wurde das Gebiet von Pharaonen, römischen und byzantinischen Kaisern, Kalifen und sehr vielen von ihren Herren weitestgehend unabhängigen Statthaltern regiert. Es wurde hellenisiert, latinisiert und arabisiert, christianisiert und islamisiert. Gleich mehrfach änderte sich dabei die Sprache der Eliten und der Verwaltung – ohne dass dies zwangsläufig auch die Untertanen berührte.