In der Ausstellung erzählen ausgewählte Reiseandenken von Menschen aus der Region Geschichten von Reisen, die in besonderer Erinnerung geblieben sind. Die Pilgerreise nach Santiago de Compostela als Erfüllung eines Lebenstraums, die erste Auslandsreise nach dem Krieg als Zeichen neu gewonnener Freiheit oder die abenteuerliche Reise quer durch die Sahara – die Bandbreite ist groß und macht deutlich, was Reisen und die Erinnerungen daran für jeden einzelnen bedeuten. Dabei sind die “Souvenirgeschichten” eng geknüpft an die Geschichte der Reisekultur – und diese beginnt nicht erst mit Aufkommen des Massentourismus. Schon früh verkauften sogenannte „Pettenkramer“ an Wallfahrtsorten Devotionalien als Andenken an die Pilgerreise. Und ist das Souvenir aus dem 2. Weltkrieg, das der Soldat seiner Familie im Heimaturlaub mitbrachte, auch ein Reiseandenken?
Die Formenvielfalt der Souvenirs ist immens: Gläser, Bierkrüge, Schneekugeln, Klickfernseher, Postkarten, Stocknägel, Anstecker, Wappen, Wimpel, Gebäudeminiaturen – die Liste an industriell gefertigten Souvenirs ließe sich endlos fortsetzen. Zwei typische „Souvenirklassiker“, Souvenirtücher und Wandbrettchen aus der umfangreichen Privatsammlung von Andreas Seim, Karlsruhe, bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung. Sie machen deutlich, dass Souvenirs oft kulturelle Stereotype wiedergeben und weniger die tatsächliche Kultur des Landes spiegeln.
Souvenirs sind Moden unterworfen. Vieles, was noch vor wenigen Jahrzehnten an jedem Kiosk zu finden war, ist heute in Vergessenheit geraten, anderes erlebt eine Renaissance. So sind goldene Hirsche, Schneekugeln und Bildbetrachter in Form von kleinen Fernsehern im Zuge der „Retro-Welle“ wieder in Mode gekommen. Die Firma „Walter & Prediger“ aus Kaufbeuren-Neugablonz produzierte insbesondere in den 1950er- und 1960er-Jahren diese Souvenirs aus Kunststoff in großen Mengen. Exklusiv für die Ausstellung öffnete sie ihr Firmenarchiv und zeigt Produktmuster, Firmenkataloge, Spritzgussformen und natürlich die Verkaufsschlager, goldene Hirsche und niedliche Rehe auf Holzsockeln.
Ein beliebtes Souvenir sind die Bildbetrachter in Form von kleinen Fernsehern. Erstmals sind die originalen Vorlagen für die Herstellung der Bilder zu sehen. Jedes Bild ist ein Unikat, entstanden durch das Abmalen von Ansichtskarten per Hand. Diese einzigartigen Objekte wurden bisher noch nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Erleben Sie selbst in einem überdimensionalen Klickfernseher die Faszination dieses Souvenirklassikers.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft.





