Dem aufmerksamen Zeitgenossen zeigen sich noch heute beim Durchreisen der Mark Brandenburg die steinernen Spuren der untergegangenen Lebenswelten des Adels in einer Vielzahl von Schlössern und Herrenhäusern. Eine erfreulicherweise immer größere Zahl dieser Bauten ist in den vergangenen Jahrzehnten restauriert worden, zugleich wuchs das Interesse an der politischen und militärischen Elite des alten Preußen. Ein objektiver Zugang zu dieser Welt wird indes noch immer erschwert durch viele Mythen, Klischees und Vorurteile. Ziel der vor allem auf archivalischen Quellen basierenden Studie ist es daher, einer Reihe von Fragen nachzugehen, die unser Bild über die wirtschaftliche Befindlichkeit, soziale Struktur und politischen Gestaltungsmöglichkeiten des märkischen Adels in der Zeit zwischen 1648 und 1763 geprägt haben. Ein wichtiger Akzent wird dabei auf die vergleichende Einordnung der Ergebnisse in die deutsche Adelsgeschichte gelegt, um insbesondere die weitverbreitete These eines Sonderwegs des brandenburgisch-preußischen Staates und seines Adels überprüfen zu können. Dazu gehört auch ein Hinterfragen der viel beschworenen Verknüpfung von Militärdienst und Adel. Auch hier kommt der Autor dank umfangreicher statistischer Untersuchungen zu in dieser Form nicht erwarteten Ergebnissen.
Rezension: Redaktion





