Am Anfang des Jahres 323 v.Chr. befand sich Alexander der Große auf dem Weg nach Babylon. Der lange und entbehrungsreiche Feldzug nach Osten war beendet. Alexander hatte das Makedonische Reich bis weit über die bekannten Grenzen hinaus ausgedehnt. Was würde er wohl als nächstes tun? Es war kaum anzunehmen, dass er sich nun mit seinen 32 Jahren zur Ruhe setzten und seine Eroberungen genießen würde. War es nicht naheliegend, daß er sich nach Westen wenden würde, um seine Erfolge dort fortzusetzen? So war es kein Wunder, daß sich die Gesandtschaften der westlichen Völker bei Alexander die Klinke in die Hand gaben. Vor allem die Karthager, die das westliche Mittelmeer beherrschten, beeilten sich, mit ihm zu einer Verständigung zu gelangen. Auch eine kleine römische Gesandtschaft soll sich damals bei Alexander eingefunden haben. Das will uns zumindest die spätere griechische Geschichts-Schreibung glauben machen. Doch ist das glaubwürdig? Eigentlich waren die Römer nämlich zu diesem Zeitpunkt noch damit beschäftigt, ihre Herrschaft in Italien auszubauen. Sollten sie sich wirklich so weit nach Osten gewandt haben, obwohl sie noch so unbedeutend waren? Vieles spricht dafür, daß die später von den Römern beherrschten Griechen nur behaupten wollten, daß die großen Römer einmal als kleine Bittsteller bei einem griechischen Herrscher aufgetaucht waren. Eine sichere Antwort ist heute nicht mehr möglich. Genauso wenig wie je Klarheit über die angeblichen Eroberungspläne Alexanders im Westen herrschen wird. Denn nur wenige Wochen später starb der Eroberer in Babylon.





