Eigentlich war die Grabung auf dem neuen Campus Poppelsdorf der Universität Bonn als Lehrveranstaltung zur Vermittlung archäologischer Feldmethoden gedacht. Doch dann legte das Team aus Studierenden und Wissenschaftlern eine kleine Sensation frei: die Reste eines römischen Umgangstempels, der um 100 n. Chr. genutzt worden sein dürfte. „Der charakteristische Grundriss der angeordneten Steine gab uns den Hinweis darauf, dass es sich dabei um das Fundament eines sogenannten gallo-römischen Umgangstempels handelt“, sagt Dr. Frank Rumscheid, Professor für Klassische Archäologie und Direktor des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn. Damals war dieser Tempeltyp in den gallischen, germanischen und britischen Provinzen weit verbreitet.