Fort Ross: Russlands kalifornischer Kolonialtraum - wissenschaft.de | DAMALS
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Russlands kalifornischer Kolonialtraum
Eure Exzellenz wird vielleicht über meine weitreichenden Pläne lachen“, schrieb Nikolai Resanow an den russischen Handelsminister Nikolai Rumjanzew. Kühn stellte er klar, dass es sich keineswegs um Luftschlösser handelte: „Alle umfassenden Pläne erscheinen auf dem Papier visionär. Doch ist es nicht der Kleinkram, der Handelsorganisationen mächtig macht. Es sind die großen Unterfangen.“
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Der hier angeführte Brief datiert vom 17. Juni 1806. Mit den „großen Unterfangen“ war Amerika gemeint. Resanow, lange Zeit Kämmerer am Zarenhof, hatte seine Kontakte genutzt, um eine Handelsgesellschaft ins Leben zu rufen, die Russländisch-Amerikanische Kompagnie. Sie sollte die Erschließung Alaskas vorantreiben. Drei Jahrhunderte nach Kolumbus hatten sich als letzte Kolonialmacht die Russen in Amerika festgesetzt, an seinem nordwestlichen Zipfel.
Nun galt es, das Territorium zu sichern. Zwar lieferte Alaska wichtige Rohstoffe, darunter vor allem Pelze, doch konnte es auf sich allein gestellt nicht existieren. Zu rauh war das Klima, zu weit der Nachschubweg. Die Metropole Sankt Petersburg lag 10 000 Kilometer von Neu-Archangelsk, dem Hauptort der Kolonie, entfernt. Selbst zur östlichsten Stadt Sibiriens, Jakutsk, einem besseren Dorf mit wenigen hundert Einwohnern, brauchte man mehr als drei Monate – bei gutem Wetter, das selten herrschte.
Widrige Bedingungen bedeuteten für Resanow eher Ansporn. Erstmals nach Amerika war er als Passagier der „Newa“ gekommen. So hieß eines der beiden Schiffe der russischen Weltumseglung unter dem aus Estland stammenden Kapitän Johann von Krusenstern. Am 10. Juli 1804 lief die „Newa“ im Hafen von Neu-Archangelsk ein.
Resanow hegt die Vision vom nordamerikanischen Süden als einem neuen Ziel russischer Expansion
Statt zurück in die alte Heimat schaute Resanow nach vorn. In geographischer Hinsicht würde man sich künftig weiter südlich orientieren. Die Route entlang der Pazifikküste musste zwangsläufig in gemäßigtere Breiten führen. Spätestens in Mexiko würde sie enden. Das ehemalige Aztekenreich, von Hernán Cortés erobert, war Teil des Vizekönigreichs Neuspanien. „All dieses Land“ dazwischen jedoch, schwebte Resanow vor, „könnte permanent unter russischen Einfluss gebracht werden“.
Die geopolitische Lage schien günstig. In ganz Lateinamerika tobten Aufstände gegen die Spanier. Die Rebellen, oft untereinander uneins, verzettelten sich zudem in Bürgerkriegen. So auch in Mexiko: Während erbittert um die Hauptstadt gekämpft wurde, lagen ferne Regionen wie das damals äußerst spärlich besiedelte Oberkalifornien schutzlos da – und versprachen leichte Beute.
Bei Resanows Ankunft in Alaska dachte niemand an eine koloniale Expansion. Vier Jahre zuvor war Neu-Archangelsk, gerade erst gegründet, durch einen Angriff der indigenen Tlingit komplett niedergebrannt worden. Die Rückeroberung, die mit immensem militärischem Aufwand betrieben worden war, hatte Energien verschlungen, die nun beim Wiederaufbau fehlten. Nahrungsmittel waren so knapp, dass die Russen einem Alaska passierenden US-Frachter die Ladung abkauften. Resanow erwähnte dies in seinem Brief lieber nicht.
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Lange würden die Vorräte nicht reichen. Resanow musste handeln. „Wenn Sie die Erlaubnis erwirken, den Handel mit Kalifornien zu eröffnen“, schlug er Rumjanzew vor, „könnte die Kompagnie mit den Gewinnen aus diesem Handel Getreidespeicher errichten“. Aus den negativen Erfahrungen mit den Tlingit hatte Resanow offenbar rasch gelernt. „Indem wir die vielen Wilden freundlich behandeln, könnten wir unsere eigene Landwirtschaft und Viehzucht in den geplanten südlichen Kolonien entwickeln.“
Wie realistisch war Resanows Plan? Dazu ein Blick auf Russlands Ostexpansion: Die Eroberung Sibiriens war trotz der klimatischen Widrigkeiten zügig fortgeschritten. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der Ural, ein Jahrhundert später der Pazifik erreicht. Die Gründung des Hafens Ochotsk 1649 bildete einen vorläufigen Abschluss. Von da an geriet der Prozess ins Stocken. Noch einmal anderthalb Jahrhunderte vergingen bis zur Inbesitznahme Alaskas. Lange Winter, eine schwer zu navigierende See mit treibenden Eisblöcken, nebelverhangene Küsten, ausbleibender Nachschub, bedingt durch lange Transportwege und das Fehlen ausgebauter Stützpunkte, verhinderten jedes weitere Vordringen.
Noch Zar Peter I. wusste bei seinem Tod nicht, ob die beiden Kontinente Asien und Amerika durch eine Wasserstraße getrennt oder eine Landenge verbunden waren. Erst die Große Nordische Expedition (1733–1743) unter Vitus Bering, dänischer Kapitän in russischen Diensten, brachte Gewissheit. Doch Bering litt bereits an Skorbut und sollte die Rückfahrt nicht mehr erleben. Bei der Landung auf der Alaska vorgelagerten St.-Elias-Insel hatte er nicht einmal seinen fauligen Fuß auf den Boden gesetzt. Amerikas Westküste blieb unerforscht.
Was dem russischen Staat nicht gelang, schafften private Initiativen. Jäger und Händler hatten die Erschließung Sibiriens bereits entscheidend vorangetrieben. Ihre Motivation: Pelze! Mit dem Verkauf der Felle erlegter Otter und Zobel ließ sich in Moskau wie Sankt Petersburg eine Menge Geld verdienen. Aufgrund der immer effizienter betriebenen Jagd lichteten sich die Tierbestände auf dem Festland. Doch trafen bald neue Nachrichten von der Pazifikküste ein.
Im Wasser dort lebten Seeotter. Deren Fell war noch dichter als das ihrer Artgenossen an Land. Neue Jagdgesellschaften wurden gegründet, die der begehrten Beute nachstellten: bis nach Alaska und weiter südlich die Küste entlang. Auch Kapitän Krusenstern hatte von unterwegs reiche SeeotterVorkommen in den oberkalifornischen Buchten gemeldet.
Resanow konnte zwei und zwei zusammenzählen. Am Ende seines Briefs beschied er Rumjanzew: „Um es kurz zu machen: Ich habe ein vollständiges Konzept entworfen, wie der Handel organisiert werden sollte, um politischen Zielen zu dienen.“ Rumjanzew, noch binnen Jahresfrist zum Außenminister befördert, stimmte zu. Auch Zar Alexander I. gab seinen Segen.
Resanow ließ ein Schiff ausrüsten, mit Kurs nach Süden. 2450 Kilometer segelte die „Juno“ bis zur Bucht von San Francisco. An der Stelle der heutigen Millionenmetropole erstreckte sich ein unbedeutendes Dorf namens Yerba Bueno. Strategisch wichtiger war das spanische presidio, eine Festung, die hoch über der Bucht thronte. Durch Krusensterns Weltumseglung wussten die Russen von ihrer Existenz. Unterwegs hatte Resanow nach geeigneten Siedlungsplätzen Ausschau gehalten. In einer Bucht nördlich von San Francisco war er fündig geworden.
Erste Erfolge in Kalifornien – und eine tragische Liebesgeschichte
Zuallererst benötigte Resanow eine Erlaubnis der Spanier. An der Landspitze am Golden Gate warfen die Russen Anker. Genau an dieser Stelle sollte später jene Hängebrücke erbaut werden, die San Francisco ein weltbekanntes Postkartenmotiv bescherte. Der Bittbesuch verlief erfreulicher als erwartet. Resanow sprach Französisch und auch passables Spanisch. Nicht nur der Kommandant José Darío Argüello fand Gefallen an dem umgänglichen Russen. Auch Argüellos Tochter war vom Auftreten des Gastes angetan. Zwischen der noch minderjährigen Concepción und Resanow, der seit einigen Jahren Witwer war, entspann sich eine Liebesaffäre.
Die Reise war in mehrfacher Hinsicht ein Erfolg. Die Bucht 130 Kilometer nördlich des presidio gab Hoffnung auf eine zweite Koloniegründung. Zudem kehrte die „Juno“ randvoll mit Lebensmitteln nach Neu-Archangelsk zurück. Resanow hielt es dort nicht lange. Umgehend brach er in die alte Heimat auf, um beim Zaren die Erlaubnis für eine Heirat mit Concepción einzuholen.
„Wird dieser glückliche Beginn auch ein glückliches Ende finden?“, fragte Resanow in seinem Memorandum. Für sein persönliches Schicksal galt dies nicht. Die Liebesgeschichte endete tragisch. Resanow verunglückte auf der Rückreise. Seine Braut erfuhr nichts von dem Zwischenfall und ging, nach Jahren vergeblichen Wartens, in ein Kloster. Auch der Kontakt zwischen Russen und den Spaniern in der Bucht brach vorerst ab.
Ironischerweise hatte Resanow selbst für einen solchen Fall vorgesorgt. Seine Lebensmittel würde Alaska künftig aus Hawaii beziehen. Das damals noch unabhängige Königreich war auf dem Seeweg bequemer zu erreichen als der nächstgelegene sibirische Hafen Ochotsk. Auf ihrer Weltumseglung hatte die „Newa“ ihre Vorräte auf Hawaii erneuert, und Herrscher Kamehameha I. hatte Kapitän Krusenstern und Resanow eine Audienz gewährt: „Er verspricht uns, Tarowurzel, Brotfrucht, Kokosnüsse, Schweine und Seile zu schicken, wann immer es einen Überschuss gibt. Von uns bekommt er Kattun, Leinentuch, Eisen und Holz für den Schiffsbau.“
Kurz nach Resanows Tod setzte die „ungewöhnliche Geschäftsbeziehung“, wie er sie nannte, zwischen Hawaii und dem Zarenreich ein. Sie hielt über Jahrzehnte. Eine langfristige Lösung für Alaska brachte sie nicht. So blieb eine sich selbst ernährende amerikanische Kolonie weiterhin das Ziel aller russischen Bestrebungen.
Der neue Außenposten Fort Ross birgt neue Herausforderungen
Mehr Glück hatte Resanows Nachfolger. Als Iwan Kuskow nach Oberkalifornien aufbrach, hatte er ein festes Ziel im Auge. Ausgestattet mit Resanows Informationen, entschied er sich für die heutige Bodega Bay als Standort. Die Russen tauften sie Rumjanzew-Bucht. Bald entstand eine Siedlung, gesichert durch eine Festung, die auf einem Kap rund 30 Meter über dem Meer thronte. Feierliche Einweihung war am 10. September 1812, dem Namenstag von Zar Alexander. Das hölzerne Bollwerk erhielt den Namen Fort Ross, patriotisch abgeleitet vom Landesnamen Rossija.
Der Offizier Gabriel Moraga, von Argüello als Kundschafter entsandt, besuchte in den ersten Jahren dreimal die Rumjanzew-Bucht. Beeindruckt von der Wehrhaftigkeit, vermerkte er in seinem Rapport, Fort Ross sei außer Reichweite jeglicher Schiffsartillerie, umgeben von einer Palisade aus härtestem Redwoodholz, dreieinhalb Meter hoch mit angesägten Spitzen. Vier Dutzend Aussparungen für Kanonen zählte Moraga, dazu vier Türme, von denen aus potentielle Angreifer mit Musketenfeuer eingedeckt werden konnten.
Zur See hin ließ sich die Anlage leicht verteidigen. Attacken aus dem Hinterland waren kaum zu fürchten. Nur mit der agrarischen Bewirtschaftung haperte es. In der Region war es ganzjährig zu feucht und im Sommer zu kühl. Es regnete zwar nicht, wie im Süden Alaskas, an zwei von drei Tagen im Jahr. Andererseits fanden die Ankömmlinge dort keineswegs die günstigen mittelmeerähnlichen Bedingungen vor, die inzwischen der Klimawandel mit sich gebracht hat.
Inländig gab es fruchtbarere Böden, weniger Nebel und mildere Luft. Doch blieb das Gebiet den Kolonisatoren unzugänglich. Es gelang ihnen, eine Handvoll Bauernhöfe zu errichten und Weizen und Graupen, auch einige Früchte anzubauen. Im Unterschied zu den Spaniern, die in Südkalifornien erfolgreich Obstanbau betrieben, konnten die Russen von daheim keine Samen für die Aufzucht mitbringen. Mit der Zeit reichte es knapp zur Selbstversorgung. An einen Export von Lebensmitteln nach Alaska war vorerst nicht zu denken.
Weniger als die Hälfte der Bewohner von Fort Ross waren Russen. Diese kümmerten sich um die Verwaltung, arbeiteten als Handwerker oder organisierten die Otterjagd. Den Fischfang, anfangs die wichtigste Nahrungsquelle, übernahmen aleutische Jäger. Sie stammten von den Alaska vorgelagerten Inseln und hatten sich den Russen angeschlossen. Auch die Einheimischen, meist als Arbeiter oder Diener der Offiziere eingesetzt, versahen ihren Dienst freiwillig und gegen Bezahlung.
Das friedliche Zusammenleben fördert die Produktivität
Offenbar funktionierte das Zusammenleben. Es gibt keinerlei Berichte über schwerwiegende Zusammenstöße mit Indigenen. Kapitän Otto von Kotzebue, wie Krusenstern Weltumsegler im Auftrag des Zaren, erwähnte sogar Heiraten zwischen einheimischen Frauen und Russen. Das gute Einvernehmen mit den „Wilden“, wie er die Indigenen nannte, führte Kotzebue auf die orthodoxe Lehre zurück: „Die griechische Kirche konvertiert niemand unter Zwang.“ Was für ein Unterschied zu den Spaniern! „Jeder Anhänger des Humanismus“, fand Kotzebue, müsse „beim Betreten des russischen Territoriums laut jubilieren“.
Das gute menschliche Klima förderte die Produktivität. „Es gab kaum einen Artikel aus Holz, Eisen oder Leder“, vermerkte der erste Geschichtsschreiber der russischen Landnahme, der US Kongressabgeordnete Robert Thompson, „den die Mechaniker aus Ross nicht in einer für den kalifornischen Markt ausreichend guten Qualität hergestellt hätten“. Ähnlich die Ergebnisse im Schiffbau: Bereits in den Anfangsjahren verließen vier ozeantüchtige Kähne die Werft in der Rumjanzew-Bucht. Auch die erste kalifornische Windmühle wurde in Fort Ross gebaut. Bald waren es drei. Sie lieferten jährlich ein bis zwei Dutzend überschüssige Tonnen nach Neu-Archangelsk. Doch das reichte bei weitem nicht. Alaskas Bedarf war zehnmal so hoch.
So günstig sich die politischen Voraussetzungen zu Beginn der russischen Kolonisation darboten, so schlagartig änderten sie sich. Mexiko wurde im Jahr 1822 von Spanien unabhängig und würde nach der innerstaatlichen Konsolidierung versuchen, auch Oberkalifornien unter seine Kontrolle zu bringen. Ein noch mächtigerer Gegner erwuchs im Osten. Die moving frontier US-amerikanischer Siedler hatte mit den Rocky Mountains und dem Rio Bravo die letzten großen Geländehindernisse auf dem langen Weg nach Westen überquert. Dass sie die kalifornische Ebene erreichen würden, war nur noch eine Frage der Zeit.
Russland verabschiedet sich von seinen Besitzungen in Amerika
Auch im fernen Washington wusste man die Zeichen zu deuten. Als Zar Alexander in einem Dekret Ansprüche auf die amerikanische Westküste anmeldete, wies Außenminister John Quincy Adams den Vorstoß zurück. Gemeinsam mit Präsident James Monroe, dem er bald ins Amt folgen sollte, sorgte Adams dafür, dass sich auf dem gesamten amerikanischen Kontinent mit Ausnahme des bestehenden Kolonialbesitzes keine europäische Nation etablieren konnte. Die Spanier waren als Kolonialmacht ausgeschieden, Briten und Franzosen auf ihren kanadischen Besitz reduziert.
Für die Russen bedeutete der von Adams vorgezeichnete Weg das Ende aller Amerika-Träume. Nicht nur Oberkalifornien, das offiziell keinen kolonialen Status besaß, würden sie aufgeben müssen. Alaska ließ sich auf längere Sicht ebenfalls nicht mehr halten. Entsprechend schloss das Zarenreich mit den Vereinigten Staaten am 17. April 1824 einen Vertrag: Russland verpflichtete sich, künftig keine Siedlung südlich des 54. Breitengrads, auf dem Neu-Archangelsk lag, zu errichten. Fort Ross wurde in dem Vertrag nicht explizit erwähnt, fiel aber de facto unter diese Bestimmung.
Zwei Jahrzehnte hielten die Russen in der Rumjanzew-Bucht noch aus. Der Este Ferdinand von Wrangel, auch er ein Weltumsegler, besuchte Mitte der 1830er Jahre Fort Ross. Sein Interesse war vornehmlich wissenschaftlich und galt den indigenen Völkern der Umgebung. Wrangels Bericht fiel kritisch aus. Erstmals wurden Übergriffe von Russen erwähnt, die Indigene zu Ernteeinsätzen zwingen wollten.
Am Neujahrstag 1842 ließ der letzte Kommandant, Alexander Rotschew, das Zarenbanner in Fort Ross wieder einholen. Die verbliebenen Russen und Aleuten bestiegen einen Segler, der sie nach Neu-Archangelsk und anschließend zurück in die Heimat brachte. Fort Ross wurde samt Hinterland für 30 000 Dollar an den Schweizer Geschäftsmann Johann August Sutter verkauft. Nachdem Sutters Besitz während des Goldrauschs förmlich überrannt wurde, eignete sich der 1850 gegründete US-Staat Kalifornien das Gelände widerrechtlich an.
Auch Alaska konnten die Russen nicht mehr lange halten. Zu kostspielig war der Unterhalt. Schließlich fiel auch Hawaii als Lebensmittellieferant aus: Nach Invasionsversuchen der Briten und Franzosen hatte sich das Inselreich unter den Schutz und damit in die politische Abhängigkeit der Vereinigten Staaten begeben.
Letzten Endes hätte die Regierung in Washington vermutlich wenig Skrupel gehabt, sich Alaska einzuverleiben, notfalls mit Gewalt. Rechnet man zu den vermiedenen Unterhaltskosten diejenigen eines nicht unwahrscheinlichen Krieges hinzu, waren jene 7,2 Millionen Dollar, die am 30. März 1867 nach Sankt Petersburg flossen, für das Zarenreich unterm Strich kein schlechter Deal.
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