Der Tempel König Salomos in Jerusalem gehört zu den bekanntesten und zugleich geheimvollsten Bauten der Geschichte. Als Aufbewahrungsstätte der Bundeslade und historischem Zentrum des alten Israel kam der Bauwerk hohe religiöse und symbolische Bedeutung zu. Im Jahr 70 n. Chr. wurde der Tempel durch den römischen Kaiser Titus zerstört. Seither verbindet das Judentum seine Wiederherstellung mit der erwarteten Ankunft des Messias. Auch Christen und Juden ist der Tempel(berg) heilig. Den einen gilt er als Ur-Gotteshaus, den anderen als Schauplatz der Himmelfahrt Mohammeds. Dementsprechend hat der Tempel auch die Phantasie zahlreicher Künstler beflügelt. William Hamblin und David Seely untersuchen in ihrem schön bebilderten Buch diesen Kristallisationspunkt der drei großen monotheistischen Religionen und erzählen mit Hilfe zahlreicher Originalquellen und archäologischer Rekonstruktionen sowohl die reale Geschichte des Tempels, als auch die zahlreichen Mythen, die mit diesem Bauwerk verbunden sind. Dabei decken sie den gesamten Zeitraum vom Bau des Tempels vor 3000 Jahren bis heute ab. In ergänzenden Texten werden Hintergrundinformationen geboten, die das Layout auflockern und interessanten Seitenblicke ermöglichen.
Rezension: Oster, Uwe A.





