„Um ihn herum waren die Rücken Tausender von Büchern auf Regalen, die die Wände emporrankten bis schier ins Unendliche.“ Diese Erinnerung an seinen Urgroßvater, der an seinem Lebensende eine Bibliothek mit 30000 Bänden sein eigen nannte, weckte in Philipp Blom schon früh die Begeisterung für das Sammeln. Diesem Thema hat er nun ein humorvolles und auch lehrreiches Buch gewidmet, das, wie bei Bänden der „Anderen Bibliothek“ des Eichborn Verlags üblich, sorgfältig gestaltet und mit schönen Bildern versehen wurde. Von der Explosion der Sammelwut in Renaissance und Barockzeit, als Kuriositäten in Wunderkammern und Kunstschränken aufbe?wahrt wurden, führt der Streifzug bis zur Einrichtung der ersten Museen und zur modernen Sammelleidenschaft. Ob die ästhetisierend präparierten Leichenexponate des niederländischen Chirurgen Frederik Ryusch oder die zahllosen Schmetterlinge des Hans Sloane – der Leser begegnet den skurrilsten Sammlungsobjekten und ihren oft nicht minder wunderlichen Sammlern (gab es keine Sammlerinnen?), die der Autor in liebevollen Miniaturen charakterisiert.
Rezension: Talkenberger, Heike





