Bücher in Kürze Wie der Staat zu denken ist Der „gute Staat“, der „Machtstaat“, schließlich der „Rechtsund Sozialstaat“ – seit der Antike haben sich die Konzepte über den Staat, seine Aufgaben und Grenzen deutlich gewandelt. Das „Handbuch Staatsdenker“ der Münchner Politologen Rüdiger Voigt und Ulrich Weiß vermittelt einen substantiellen Überblick über diese Entwicklung. Berücksichtigt werden nicht nur Staatstheoretiker, sondern auch „Staatspraktiker“ wie Bismarck, Luther, Trotzki oder Wilson, dazu die Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Vom Austromarxisten Max Adler über Aristoteles, Bodin, Montesquieu oder Platon bis zu Max Weber und Christian Wolff, dem einflussreichen preußischen Aufklärer, reicht der Bogen. Sehr zu begrüßen ist, dass sich die Auswahl der Denker nicht auf den europäischen und angloamerikanischen Raum beschränkt: So werden auch die chinesichen Philosophen Konfuzius, Laotse und Han Fei-tzu, die arabischen Denker Mawardi oder Aflaq oder der indische Philosoph Kautilya porträtiert. Die allgemeinverständlich geschriebenen Beiträge laden so den Interessierten zu mancher Entdeckung ein. ht
Rüdiger Voigt / Ulrich Weiß (Hrsg.), Handbuch Staatsdenker. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2010, 462 Seiten, € 44,–. Mehr zum Thema Gerhard Streminger, David Hume. Der Philosoph und sein Zeitalter. Eine Biographie. Verlag C. H. Beck, München 2011, 797 Seiten, € 34,–.
Grablege des Heiligen Die Kirche San Francesco in Assisi gehört zu Recht zu den berühmtesten Kunstdenkmälern Italiens. Vor allem die Fresken zum Leben des heiligen Franziskus in der Oberkirche, die wohl Giotto zuzuschreiben sind, gelten als Höhepunkt der Kunst des 13. Jahrhunderts und Wegbereitung der Renaissance. Ein höchst qualitätvoll illustrierter Bildband präsentiert und kommentiert jetzt die gesamte Kirche und ihre exquisite Ausstattung. Zahlreiche Detailaufnahmen ermöglichen einen hervorragenden Einblick, den man ganz bequem als armchair traveller genießen kann. Zunächst werden die Architektur des Gotteshauses sowie die einzelnen Gebäudeteile (Ober- und Unterkirche, Querund Langhäuser, Kapellen) mit ihren Fresken, Ornamenten oder Plastiken kunsthistorisch gewürdigt. Ein zweiter Teil mit „Sondertafeln“ bringt Darstellungen zu den Themen Franziskus, Ornamente, Tiere, Engel, Architektur und Natur. In einer instruktiven Einführung klärt die italienische Mediävistin Chiara Frugoni die Leser darüber auf, wie es Bonaventura in seiner „Legenda maior“ von 1263 gelang, die Brisanz der Armutsforderung des Franziskus abzumildern und zugleich seine eigene Fassung der Vita als die einzig maßgebliche zu positionieren. Auf seiner Legendenfassung beruhen auch Giottos Fresken in der Oberkirche. ht
Gianfranco Malafarina, Die Kirche San Francesco in Assisi. Hirmer Verlag, München 2011, 323 Seiten, € 49,90.





