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Schaubühnen und Machtpräsentationen der westlichen Welt
Mit dem aufkommenden Nationalismus einher ging der Drang, die Innovationskraft und die wirtschaftliche Potenz der Nation zu demonstrieren. Dies geschah anfangs auf nationalen Gewerbeschauen, später auf internationalen Weltausstellungen.
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von Günther Luxbacher
Die Mutter aller Weltausstellungen war die in London 1851. Industrialisierung, neuzeitliche Technik und westliche Kultur sind eng miteinander verbunden. Im Zusammenhang mit einem ausgeprägten Eroberungs- und Expansionsstreben sowie einer stark technisch-kausal geprägten Vernunft, entstand eine völlig neue Zivilisation, die auf die Ressourcen der gesamten Welt zugriff. Man denke an Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin als Wertspeicher, aber auch als Werkstoffe z. B. der chemischen Industrie, man denke an fremde Pflanzen wie Baumwolle, Kartoffeln und Kautschuk oder an Chilesalpeter als essenzielles Düngemittel. Hinter dem nur teilweise einheitlichen Überbegriff der westlichen Kultur verbarg sich aber immer ein massiver Wettstreit einzelner Nationen um Macht, Einfluss und – vor allem angesichts der Industrialisierungsbestrebungen des 19. Jahrhunderts – um einen besseren Zugang zu Ressourcen. Als zentral galten die Erweiterung des kolonialen Zugriffs, die Steigerung der inländischen Produktivität sowie die Dominanz über große Absatzmärkte. Weltausstellungen, wie sie hier bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs beschrieben werden, waren damit eine Art Minimundus der Weltpolitik.
Da um 1800 die bisherigen Wissensverbreitungswege wie Druckwerke und Privilegien – Vorläufer der Patente – für eine zeitgemäße Gewerbeförderung nicht mehr ausreichten, griff man zum Instrument der herrschaftlichen „Kunst- und Wunderkammern“, einer Vorstufe unserer heutigen Museen. Diese Idee des Ausstellens in Kunst- und Wunderkammern in Verbindung mit dem Gedanken der staatlichen Förderung der nationalen Wirtschaft führte im 18. Jahr hundert zum Phänomen der Gewerbeausstellungen. Diese werden hier zuerst beschrieben. Aus ihnen entwickelte sich später die Einrichtung der Weltausstellung. 1851 konnte das industriell führende Großbritannien in London als Gastgeber ihre Macht aber gleichweltweit zur Schau stellen. Obwohl der globale koloniale Wettlauf erst noch im Gange war, waren die besten Plätze bereits vergeben. Dieser Konstellation widmet sich der zweite Teil, während der dritte Teil einen Blick auf die Einschätzung des Lehrmeisters Großbritannien wirft, welche Nationen sich zur westlichen Welt rechnen durften und welche nicht. Aus verschiedenen, noch zu erläuternden Gründen gehörte der politische und wirtschaftliche Aufsteiger Deutschland nur bedingt dazu. Der vierte Teil schließlich wendet sich der grundlegenden Rolle der technisch-industriellen Entwicklung dieser zur westlichen Gemeinschaft gezählten Gesellschaften zu. Die Aufsteiger Nordamerika und Deutschland überholten Großbritannien zwar bald, mussten sich aber ihre Anerkennung zu einer Zeit erkämpfen, als die führenden Industriemächte bereits ausstellungsmüde wurden.
Gewerbeausstellungen: Von der „Glückseligkeit des Staates“
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Neben dem alltäglichen politischen Terror zeigten sich die Folgen der Französischen Revolution auch in der wirtschaftlichen Not. Dass Frankreich zum Mutterland der Gewerbe- und Industrieausstellungen wurde, geht nicht zuletzt auf diese Tatsache zurück. Bereits kurz nach 1789 führte die durch ständige Unruhen gestörte gewerblich industrielle Tätigkeit zu Hunger und Wirtschaftskrise. Daraufhin tat das Revolutionsregime, was alle Staaten in Krisen zu tun pflegen: Schutzzölle wurden erhoben, man setzte auf Autarkiepolitik und Gewerbebelebung. Die „Glückseligkeit des Staates“ – wie das der österreichische Aufklärer Karl Heinrich Seibt bereits 1771 genannt hatte – sollte dadurch von der alten kameralistischen und physiokratischen Denkweise auf ein merkantilistisches Gleis verlagert werden. Als die Revolutionäre bei den Wahlen 1797 versagten, griffen sie zum Staatsstreich: Ein mit Gewalt als Innenminister eingesetzter Jurist, Schöngeist und Rousseau-Anhänger befahl 1798 allen Departmentbehörden, zum Revolutionsjahrestag eine Gewerbeausstellung auszurichten. Das Ergebnis bestand in dem Schnellschuss der 1798/99 stattfindenden Exposition des produits de l’industrie française, der ersten Gewerbeausstellung weltweit.
Zwar simulierte eine Jury durch die Prämierung der besten Fabrikate und Fabrikanten Wettbewerb, doch erst die Gewerbeausstellungen von 1801 und 1802 boten wirklich wirksame Gewerbeförderungsmaßnahmen. Bereits die nächste Schau von 1806 stand im Zeichen der inzwischen auf ganz Europa ausgedehnten Napoleonischen Kontinentalsperre für britische Waren. Unter anderen Vorzeichen, aber mit vergleichbarer Intention, nahm später die wiedererrichtete Bourbonen- Herrschaft den Faden der Gewerbeausstellungen auf. 1819 fand die erste nationale Gewerbeausstellung im Louvre statt. Die anderen Kontinentalmächte gingen denselben Weg. 1818 wurde die erste Bayerische Landesausstellung, 1820 die erste Gesamtniederländische Gewerbeausstellung und 1822 die erste Preußische Gewerbeausstellung ausgerichtet. Im Vergleich zu Frankreich zeichneten sich die deutschen Gewerbeausstellungen durch mehr Privatinitiative, etwa durch neu gegründete Gewerbevereine aus. Der einzige Marktteilnehmer, der die nationale Zwischenstufe nicht nötig hatte, richtete nie eine nationale Gewerbeausstellung aus: Großbritannien. Dort konzentrierte man sich bereits auf die internationalen Rohstoff- und Absatzmärkte. Doch auch Großbritannien hatte zuvor einen nervenaufreibenden Lernprozess durchlaufen müssen.
Bereits im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts interessierten sich nämlich Ingenieure der kontinentalen Mächte für die neuesten britischer Maschinen, namentlich für Drehbänke und Spinnmaschinen, später für Dampfmaschinen und Webstühle. Industriespionage, Nachbauten und Abwerbungen britischer Techniker standen hoch im Kurs. Der damals und heute bekannteste auf dem Konti nent tätige britische Ingenieur war William Cockerill, Spezialist für Eisen, Stahl und Maschinen aller Art. Allerdings fehlte dem Kontinent der Zugang zu den qualitativ hochwertigsten und aufgrund von Sklavenarbeit günstigen Rohstoffen wie etwa der langfaserigen Baumwolle Nordamerikas, auf welche die britischen Maschinen gut abgestimmt waren. Als die britischen Behörden merkten, dass sie gegen den Wissensabfluss letztlich nichts ausrichten konnten, kam die Zeitenwende.
Der Weltmarktführer und seine one world show
Das Zeitfenster der ersten Weltausstellung, die 1851 in London eröffnet wurde, war aus britischer Sicht daher strategisch günstig gewählt. Die Kontinentalmächte waren durch die Napoleonischen Kriege und die Revolution von 1848 wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten. Und der industrielle Aufstieg der abspenstigen britischen Kolonie Amerika befand sich noch in der Entwicklungsphase. Wie sehr die Nordamerikaner ihren ehemaligen Kolonialherren allerdings bereits damals auf den Fersen waren, zeigte sich 1853. In diesem Jahr wurde in New York eine Weltausstellung als „Exhibition of the Industry of All Nations“ eröffnet. Schlecht durchdacht, entwickelte sie sich zur finanziellen Katastrophe und wurde vorzeitig geschlossen. Zusätzlich zum optimalen Zeitpunkt brauchte es natürlich eine Veranstaltung, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte. Dafür sorgte die innovative Konstruktion eines Ausstellungsgebäudes. Allein das Volumen des umbauten Raumes erweckte Erstaunen, hinzu kamen die neuen Baumaterialien Stahl und Glas, welche die Satirezeitschrift Punch veranlassten, den Bau zum Crystal Palace zu küren. Beeindruckend auch die unerhört verstörende Schmucklosigkeit des Bauwerks. Die harte, sachliche, mit dem Lineal gezogene Geometrie verstärkte seinen einerseits kristallin-technoiden, andererseits sakralen Charakter. Unterstrichen wurde dieser Eindruck durch einen fast zehn Meter hohen beleuchteten gläsernen Springbrunnen im Inneren: In dieser gut kalkulierten Weltherrschaftsarchitektur ließ sich die Rangfolge nach Spitzenreiter (Großbritannien), Restwesten (Kontinentaleuropa) und Entwicklungsländer öffentlichkeitswirksam zuteilen.
Weltausstellungen wurden damals allgemein „als eine Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens“ (Wien 1873) bzw. als „Verbrüderungsfeste der Kulturvölker“ (Paris 1878) verklärt. Tatsächlich wurden sie aber – wie konnte es angesichts der damaligen Weltlage auch anders sein – zu konkurrierenden Darstellungen nationaler Machtentfaltung. Die Staaten versuchten, einander durch Technikstile, Infrastrukturkennzahlen wie Baumwollspindeln und Eisenbahnkilometer, Kolonialmachtansprüche, Rohstoffzugriff, Marktpräsenz und manchmal sogar durch ausgestellte Waffensysteme zu beeindrucken. Ein zentraler, bisher noch nicht im Detail erforschter Machtknoten bestand im Mechanismus der Auswahl der jeweils nächsten Ausrichternation. War die Wahl aber einmal getroffen, gab es jeweils eine nationale Generalkommission, mit der sich die einzelnen Ausstellernationen und deren Handelskammern auseinanderzusetzen und deren Reglements sie sich zu unterwerfen hatten.
Bereits die Flächenverteilung des Londoner Glaspalastes von 1851 legt dafür ein deutliches Zeugnis ab. Etwa vier Fünftel des einen Flügels des Crystal Palace waren britischen Ausstellern gewidmet, das fünfte Fünftel der britischen Kolonie Ostindien. Im gegenüberliegenden Gebäudeflügel wurde jeweils ca. knapp ein Fünftel Frankreich, Österreich, den Vereinigten Staaten und dem Deutschen Zollverein zugestanden. Den Rest mussten sich kleinere Industrieländer wie die Schweiz oder Belgien, Absteiger wie Spanien sowie Entwicklungsländer wie Brasilien, Russland oder die Türkei miteinander teilen. Auf diese Weise ließen die Briten in ihrem futuristischen Ausstellungsgebäude die Hackordnung auf dem Erdenrund medienwirksam auskristallisieren. Der Zug, der später westliche Welt heißen sollte, war dadurch mit einer britischen (heute angloamerikanischen) Lokomotive, kontinentalen Personenwägen unterschiedlicher Klassen und den Güterwaggons der Entwicklungsländer auf die Schiene gebracht worden und sollte weltweit akzeptiert werden.
Nicht mehr die Nation bot jetzt das Gehäuse technisch- industrieller Machtpräsentation – so wie das bei den Gewerbeausstellungen noch der Fall gewesen war – sondern der gesamte Globus. Großbritannien war die erste Macht, die von sich behaupten konnte, was der mächtige Hamburger Reeder Albert Ballin später für sich beanspruchte: „Mein Feld ist die Welt.“ Zwar eiferten alle anderen Nationen der britischen Kolonialpolitik nach. Doch nur auf dem Feld der Technik gelang einigen nach und nach das Überholen. Beim Zugang zu Rohstoff- und Absatzmärkten mussten sie sich der angloamerikanischen Lokomotive aber noch lange geschlagen geben. Dabei beabsichtigten die hochintelligenten und wirtschaftspolitisch erfahrenen Gastgeber 1851 keineswegs eine Monokultur. Sie verstanden es, Wettbewerb zu inszenieren. Denn jeder Staat sollte seine ethnischen und kulturellen Besonderheiten – oder was er dafür hielt – präsentieren und so einen reizvollen Kontrast zur monotonen Palastgliederung abgeben (und dadurch allfällige industrielle Leistungsdefizite verstecken). Oft gerann die Zurschaustellung derartiger nationaler Traditionen in diesem Rahmen zu mehr oder weniger bildungsbürgerlich verklärter Folklore. Schließlich mussten diese Darbietungen, der Veranstaltungsdisziplin folgend, in vorgegebenen Grenzen und Zeitabschnitten ablaufen. Denn die Organisatoren der Exhibition wollten mit ihr auch noch Geld verdienen. Und im Gegensatz zu der New Yorker und allen anderen auf sie folgenden Schauen gelang ihnen das tatsächlich.
Der Traum von der „Einheit der abendländisch-nordamerikanischen Wirtschaftskultur“
Wie geschickt damals die führende Weltmacht Öffentlichkeitsarbeit betrieb, zeigen die verklärenden Worte des Ausstellungsprotektors Prinz Albert, der von einer „Vereinigung des Menschengeschlechts“ sprach. Wohlbestallte, staatlich alimentierte Historiker und Journalisten fanden Bezeichnungen wie „Fest des Fortschritts“ und für Großbritannien den Terminus „Werkstätte der Welt“. Der deutsche Wirtschaftshistoriker Franz Schnabel sah in London 1851 rückblickend die „Einheit der abendländisch-nordamerikanischen Wirtschaftskultur“ versammelt und prägte damit die heutige Rede von der westlichen Welt mit. Je internationaler die Ausstellungen angelegt waren, umso stärker traten nationale Spitzfindigkeiten, juristische Winkelzüge, rachsüchtige Befindlichkeiten, versteckte oder offene Revanchen und Boykottbestrebungen in Erscheinung. Im Folgenden einige Beispiele. 1855 untersagten die veranstaltenden Franzosen dem Deutschen Zollverein eine gemeinsame Teilnahme seiner Mitglieder mit dem Hinweis, es handle sich bei ihm nicht um ein „einheitliches Produktionsgebiet“. Daher mussten die deutschen Bundesstaaten gegenüber den Großmächten getrennt auftreten. Andererseits war das Reich selbst noch nicht reif für eine solche Präsentation.
Bei der Vorbereitung für die Weltausstellung in Paris 1867 wurde zwar dem ‚Deutschen Reich‘ erstmals eine einheitliche Schau zugestanden, doch die deutschen Länder vermochten sich nicht zu einigen. Alle großen europäischen Nationen beteiligten sich in den 1850er Jahren am Krimkrieg, der als erster moderner industrieller Krieg mit Grabenkämpfen und Materialschlachten gilt. Hintergrund waren divergierende Interessen der Weltmächte am zerfallenden Osmanischen Reich. Um im Rahmen des Krieges das verhasste Russland zu schädigen (und zugleich als nicht zugehörig zu brandmarken), verlegten die Westmächte das Schlachtfeld möglichst weit nach Osten. Ein Ergebnis war, dass Russland der Veranstaltung in Paris 1855 fernblieb und in der Folge verständlicherweise eine geringe Neigung verspürte, sich – wie es der Historiker Eckhardt Fuchs ausdrückte „dem universalistischen Pathos von westlicher Moderne“ anzuschließen. Die erste Weltausstellung Nordamerikas, die Centenniel International Exhibition in Philadelphia 1876 wurde zur Hundertjahrfeier der Unabhängigkeitserklärung von Großbritannien hochstilisiert. Prompt blieb die Insel der Veranstaltung fern. In Paris 1889 waren es dann das Deutsche Reich, Österreich und Russland, die sich an der damit verbundenen Hundertjahrfeier der Französischen Revolution als „Fest der Republik“ stießen und die Veranstaltung boykottierten. Es wird ein ewiges Rätsel bleiben, wieso das sich ohnehin auf dünnem politischen Eis bewegende Deutsche Reich seine Rüstungsindustrie auch noch besonders herausstellte. Die zwischen London 1851 und Wien 1873 immer größer werdenden Krupp’-schen Gussstahlblöcke konnte man noch als berechtigten Leistungsfähigkeitsnachweis interpretieren. Aber wieso fuhren die Germanen in Philadelphia 1876 auch noch mehrere Krupp-Riesengeschütze auf? Die französische Antwort der Waffenschmiede Schneider & Co. in Le Creuzot in Paris 1878 fiel mit einem 100-Tonnen- Dampfhammer dagegen vergleichsweise zivil aus.
Neben nationalen Präsentations- und Drohgebärden stand natürlich auch die „soziale Frage“ im Raum. Ältere Erfahrungen mit Maschinenstürmern, mit Arbeiterprotesten und nachfolgenden Parlamentsdebatten sowie die Aktivitäten des seit 1849 in London wohnenden Karl Marx veranlassten die britischen Eliten, sich 1851 auch als soziale Wohltäter hervorzuheben. Prinz Albert präsentierte gemeinsam mit einer eigens dafür eingerichteten Society for Improving the Condition of the Working Classes vor dem Südeingang des Glaspalastes rasch errichtete „Model Houses for the Labouring Classes“. Erstmals taucht dort die später üblich werdende Sozialprosa von Licht, Luft und fließendem Wasser auf, damals als Rezept gegen die lästigen Cholera-Epidemien verstanden. Allerdings wurden die Gebäude aller Weltausstellungen nach deren Ende meist abgerissen. Selbst die Zentralbauten verschwanden, auffallend häufig jedoch nicht durch Abriss, sondern auf andere Art und Weise. Das Dollar-Grab New York Crystal Palace von 1853 musste 1857 von der Stadt New York in Notverwaltung übernommen werden und brannte schon im Jahr darauf ab.
Der Londoner Glaspalast wurde 1936 ein Raub der Flammen, die Wiener Rotunde von 1873 löste sich 1937 in Rauch auf. Ab 1855 setzten sich auf den Weltausstellungen Pavillons gegenüber dem Ein-Hallen-System durch. Sie waren Themen oder Ländern gewidmet. Auf allen drei frühen Pariser Schauen von 1855, 1867 und 1878 wurde jeweils eine neue Maschinenhalle errichtet, wobei jede folgende größer war als die vorangegangene. 1867 lautete der Name des Architekten Gustave Eiffel, der anlässlich der Weltausstellung 1889 mit dem nach ihm benannten Turm das Wahrzeichen erbauen ließ, das damals als Eingangsportal zu den dahinter befindlichen Gebäuden diente. Die Pariser Maschinenhalle der Ausstellung von 1878 wurde später an einen anderen Ort versetzt und ist als einzige noch heute zu besichtigen. Die bekannteste Maschinenhalle war aber jene der Ausstellung von 1889. Sie galt damals als das Gebäude, das weltweit den größten Raum stützenfrei überspannte und war eine Kampfansage an den Crystal-Palace- Mythos. Zwar befand sich in ihr kein Springbrunnen, dafür eine erhöhte fahrbare Plattform, von der aus man sich einen wechselnden Überblick über die Halle und die hunderte darin versammelten Maschinen verschaffen konnte. Dies erinnert ein wenig an die Hauptattraktion auf der damals größten Weltausstellung, jener von Paris im Jahr 1900: ein rollender Bürgersteig in Form zweier begehbarer Fließbänder unterschiedlicher Geschwindigkeit, was bereits stark den amerikanischen Zeitgeist atmete.
Technik, Stahl, Eisen und der Weg zur Amerikanisierung
Der Einfluss von Weltausstellungen auf das technische Innovationsgeschehen ist kaum zu schematisieren. Zwar meint der Technikhistoriker Eugene S. Ferguson, Weltausstellungen hätten die Entwicklung der Technik durch den Austausch von Ideen und Informationen beschleunigt. Dabei ist aber in Rechnung zu stellen, dass die Art und Weise dieses Vorganges extrem unterschiedliche Ausprägungen annehmen kann. Sie reicht vom bloßen – patentumgehenden Abkupfern bis hin zum Übertragen einer technischen Lösungsidee von einer Branche auf eine ganz andere (Trajektorium). Dabei wird eine Lösung nicht einfach auf verwandte Problemzusammenhänge übertragen, sondern in völlig neue Bereiche verpflanzt. Was später der Philosoph Walter Benjamin als „Aura“ der Objekte bezeichnete, war daran wahrscheinlich nicht ganz unschuldig. Das Original spricht andere Sinne an als das Modell oder eine Abbildung. Unterschiedliche Produktskalierungen, Montagetechniken, variierende Bauweisen, aber auch Geräusche, Gerüche, Lichteinfall, spezielle Beobachtungswinkel, daneben die Vorführung einzelner Funktionen, Handhabungsweisen und spontane Gespräche rufen im Besucher intensivere sinnliche Empfindungen und Assoziationen hervor. Nicht zufällig nehmen heute „Kreativitätstechniken“ in den Technikwissenschaften einen breiten Raum ein.
Für Wirtschaft und Handel waren in der hier geschilderten Phase vom Übergang von der Früh- zur Hochindustrialisierung vermutlich drei Faktoren entscheidend: Neben der Funktionalität war das die kulturelle und ästhetische Kontextualisierung der Objekte sowie deren Preiswürdigkeit. Ein deutscher Berichterstatter kritisierte aus London 1851: „Fabriciren kann man überall, das weiß Jeder, ohne die Londoner Ausstellung; aber die Frage_… besteht eben darin, nicht, wer eine Ware überhaupt herzustellen kann, sondern wer sie am preiswürdigsten herzustellen vermag.“ Vor diesem Hintergrund muss man auch den ewigen Streit der Ausstellungsleiter darum sehen, welche Produkte Preise und Medaillen erhielten und welche nicht. Langfristig entzog man sich der schwierig zu beantwortenden Frage durch eine Inflationierung des Medaillenregens, mit der alle zufriedengestellt wurden. Die Ausstellungsgegenstände erstreckten sich von Rohstoffen über Halbzeuge (Zwischenprodukte) bis zu Fertigprodukten und Fertigungsmaschinen. Einer der zentralen Unterschiede zwischen der vorindustriellen und der industriellen Technik war die Ablösung des grundlegenden Werkstoffes Holz durch Eisen und Stahl. Wo immer möglich, wurden die kostbaren Metalle bis zum Zeitalter des Eisenbahnbaus der 1830er Jahre häufig als Verstärkung von Rändern und Kanten besonders belasteter Holzbauteile eingesetzt.
Koks als neuer Massenenergieträger und das Puddelverfahren zur Herstellung hochbelastbarer Stahlqualitäten schufen eine neue Werkstoffgeneration. Den endgültigen Durchbruch zum Massenbaustoff Stahl brachte das 1856 patentierte Bessemer-Verfahren als erstes der prinzipiell bis heute gültigen Konverterverfahren (Einblasen von Luft in Behälter mit Schmelze). Nun waren Maschinen zu günstigen Preisen vollständig aus Eisen und Stahl herstellbar. Benannt wurde die bahnbrechende Innovation nach dem britischen Ingenieur Henry Bessemer. Als sie auf der Londoner Weltausstellung 1862 vorgestellt wurde, erkannten alle Nationen sofort ihre Bedeutung. Auf derselben Veranstaltung erlebte auch die hydraulische Gesenkschmiedepresse des im österreichischen Eisenbahnwesen arbeitenden, aus Glasgow stammenden Ingenieurs John Haswell ihre Sternstunde. Den britischen Triumph der ersten Welle industrieller Werkstoff- und Stoffbearbeitungstechnik vervollkommnete schließlich der aus Stockport stammende Ingenieur und Mechaniker Joseph Whitworth. Als Praktiker verwirklichte er die von seinem Lehrer Henry Maudslay entwickelte Supportdrehbank (fahrbar gelagerter Werkzeugschlitten) weiter, baute eine neuartige Fräsmaschine, entwickelte ein System von Gewinde- und Kaliberlehren, Gewindeschneidetechniken, ein ausgefeiltes Normungs- und Passungssystem, das Nachbearbeitung von Bauteilen überflüssig machen sollte, sowie die damit zusammenhängende Idee des Austauschbaues.
Letzterer sollte im späten 19. Jahrhundert mit dem „American System of Manufactures“ geradezu zum Markenzeichen der nordamerikanischen Maschinenbauindustrie werden. Baugleiche, genormte und kostengünstige technische Konsumgüter wie Uhren, Schreibmaschinen, Nähmaschinen und Fahrräder sollten für den riesigen, rasch wachsenden Markt am besten im Minutentakt ausgestoßen werden – für Colts galt natürlich dasselbe. Die erste Weltausstellung auf amerikanischem Boden, die Centennial Exhibition 1876 in Philadelphia, präsentierte der staunenden Welt in einer riesigen Maschinenhalle einen machtvollen Produktionsapparat mit unzähligen, präzise arbeitenden und zukunftsweisenden Universal- und Werkzeugmaschinen. Wir haben das große Glück, dass vorausschauende Organisatoren nach Ende der Veranstaltung sämtliche Maschinen in Kisten packten und deren Aufstellung später eins zu eins wieder rekonstruierten. Bis 2004 war dieses einmalige Zeitdokument ein zentrales Exponat des Smithsonian Institution’s Arts and Industries Building, und hoffentlich wird es dort bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die weltbekannten deutschen Eisenbahn- und Maschinenfabriken Richard Hartmann, Johann Zimmermann oder Louis Schönherr, geschätzt wegen ihrer hohen Qualität, waren auf allen Ausstellungen präsent, was sie auch für ihre Exporte nutzen konnten. Doch auch hier drohte der gesamte alte Kontinent in Rückstand zu geraten. Der deutsche Technikprofessor und Ausstellungskenner Franz Reuleaux schrieb aus Philadelphia frustriert und selbstkritisch nach Hause, die deutsche Industrie verfolge leider „das Grundprinzip ‚billig und schlecht‘“.
Das vielleicht etwas zu strenge Diktum des Gelehrten löste eine heftige und letztlich vermutlich heilsame Kontroverse aus. Denn am Ende blieb der derart vorgewarnte deutsche Werkzeugmaschinenbau weiter Spitzenklasse. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war vielen deutschen Industriellen der Branchen Maschinen/Elektro aber klar, dass sie die Entwicklung in Übersee ständig im Auge behalten mussten, genauso wie das Großbritannien auf seinen Weltausstellungen mit Kontinentaleuropa vorher getan hatte. Manche beschlossen, die Fabriken und deren „American System“ vor Ort genauer zu studieren wie beispielsweise die bekannten Techniker und Unternehmer Wilhelm Opel und Ludwig Loewe. Doch bald brachten amerikanischen Rationalisierungsexperten wie Frederick W. Taylor oder Frank Bunker Gilbreth das American System (und dessen Weiterentwicklungen) ohnehin selbst nach Europa. Beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI) fielen deren Arbeiten sofort auf fruchtbaren Boden. Auch den nächsten Schub brachte ein neuer harter Werkstoff: Schnellstahl (Werkzeugstahl für den Schnellbetrieb), eine besonders harte und temperaturbeständige Chrom-Wolfram-Stahl-Legierung. Taylor hatte ihn zusammen mit dem Metallurgen Maunsel White entwickelt. Werkzeuge aus diesem neuen Material waren in der Lage, Stahlteile mit einer vielfachen Geschwindigkeit der bisherigen Werkzeugstähle zu bearbeiten, ohne rasch abgenutzt zu werden. Damit zog ein neues Tempo – und manchmal auch eine neue Arbeitshetze – in die Werkshallen mit ihren Drehbänken, Hobeln und Fräsen ein.
Dank diesem Tempo und mithilfe von Stoppuhr, Produktivitätsstatistiken und weiteren Kontrollmechanismen erklomm das American System auch hierzulande mit dem REFA-System – einer Organisation für Arbeitsgestaltung und Betriebsrationalisierung – eine neue Stufe. Für Taylor hatte der neue Stahl nur den Anlass zur Propagierung seines Arbeitssystems geboten. Anders in Europa: Ebenfalls im Jahr 1900 entwickelte das Unternehmen der Gebr. Böhler & Co. AG im traditionellen österreichischen Montanbezirk Kapfenberg einen Wolfram-Schnellstahl und kam damit nur Monate nach der Weltausstellung auf den Markt. Der „Böhler-Rapid“ ließ das steirische Unternehmen sogar zum größten Wolframverbraucher der Welt aufsteigen. Ein ähnlicher Wettlauf zwischen Europa und Nordamerika fand zehn Jahre später ebenfalls auf dem Wolframgebiet unter der Losung „the filament race“ statt: Wieder waren es die Amerikaner, denen es 1911 als erste gelang, das extrem widerspenstige Metall Wolfram zu Drähten für Glühlampen zu ziehen. Die weiter oben genannten Ingenieure (und viele hier nicht genannte) veränderten unsere Gesellschaft bis heute so grundlegend wie wenige andere wirtschaftlichen Kräfte.
Die Grundlagen der modernen Zivilisation, unser gesamter Wohlstand baut auf ihren Werken auf, ebenso aber auch die immer dramatischeren Ausformungen von Kriegen. Selbst die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der hochkarätigsten Künstler, heute die Untersuchungsobjekte hunderter Universitätslehrstühle und Museen, verblasst dagegen, ja in gewisser Hinsicht sogar die vieler Industrieller, Feldherren und Politiker. Trotz dieser Tatsachen werden selbst die wenigen hier genannten Ingenieure selten adäquat in ihrer überragenden Bedeutung gewürdigt. Weltausstellungen wären eigentlich der gegebene Ort gewesen, sie – in heutiger Terminologie als „Superstars“ herauszustellen. Doch letztlich reichte es nur für ein paar kleine biografische Skizzen in der Londoner Ausstellungszeitung von 1851. Ab den 1860er Jahren widmete sich der englische Eisenbahnsekretär, Journalist und Publizist Samuel Smiles verstärkt dieser Personengruppe im Rahmen seiner Buchreihe Lives oft he Engineers, die aber nichts mit den damaligen Weltausstellungen verband. Diese kümmerten sich sogar in ihrer ethnologisch-kulturellen Erweiterungsphase ab den 1870er Jahren nie wieder in nennenswertem Umfang um die eigentlichen Urheber technischer Entwicklung. Bis heute findet eine Auseinandersetzung mit dieser wichtigen Gruppe allenfalls an einigen wenigen Lehrstühlen, Museen, in Ausstellungen und TV-Dokumentationen mittlerer Reichweite sowie auf einigen wenigen Schulbuchseiten statt. Die moderne kritische Biografik macht einen weiten, eigentlich nicht nachvollziehbaren Bogen um das Thema.
Ausstellungskonkurrenzen:„Die Zeiten sind hart aber modern.“
Ab den 1860er Jahren wuchs die Kritik: Die Ausstellungsinhalte, so hieß es, würden zu breit und beliebig geraten und enzyklopädische Ausmaße annehmen. Insbesondere die immer endloser werdenden Kunstgewerbe und Ethnografiesektionen überwucherten die Technikdarbietungen. Die ersten Großunternehmen begannen ihre Teilnahmen zu überdenken, eine gewisse Ausstellungsmüdigkeit machte sich breit. Heute würden Vorstandsvorsitzende sagen: Zuwenig Return on Investment.
1873 monierte der bereits genannte Franz Reuleaux, die Veranstaltungen würden „an Inhalt immer dürftiger, nach aussen immer glänzender“. Etwas später sprach Conrad Matschoss, Funktionär des Vereins Deutscher Ingenieure und Doyen der deutschen Technikgeschichtsschreibung, sogar spöttisch von „Prunkrevuen“. Doch wurden diese Urteile der Sache nur teilweise gerecht. Denn Weltausstellungen waren auch Zusammenkünfte von Entscheidern wie Beamten, Unternehmern und Ingenieuren. Diese nutzte man immer mehr dafür, dringend nötige internationale Übereinkünfte zu treffen. Nach Vorarbeiten wie der „Meterkonvention“ von 1875 wurden auf der ersten Conférence Générale des Poids et Mesures (CGPM) auf der Pariser Weltausstellung 1889 Meter, Kilogramm und Sekunde als internationale Basiseinheiten festgelegt (MKS-System).
Der erste Internationale Elektrische Kongress fand auf der Internationalen Elektrischen Ausstellung 1881 in Paris statt und vollendete den Auftakt seiner Arbeit 1893 auf der Weltausstellung in Chicago mit der Proklamation länderübergreifender Einheiten für Spannung und Widerstand. Die Weltausstellung in St, Louis 1904 wurde zum Gründungsort der International Electrotechnical Commission (IEC), deren offizielle Registereintragung 1906 in London erfolgte.
Nachdem England und Frankreich nach 1867 ihr Pulver verschossen zu haben schienen, stellte sich die Frage: Wo sollte die nächste Schau stattfinden? Nordamerika war durch den New Yorker Fehlstart 1853 und den Bürgerkrieg 1861–65 zurückgeworfen worden, Deutschland wurde nach seinen zahlreichen Feldzügen gegen Nachbarn als europäischer Ruhestörer betrachtet. Als nächstliegende Lösung einigte man sich für 1873 auf Wien, für 1876 auf Philadelphia und für 1879 sogar auf Sydney. Auch in späteren Jahren kam, immer wenn Deutschland an der Reihe gewesen wäre, etwas dazwischen, teilweise verschuldet, teilweise unverschuldet. Zuerst waren da die geschilderten Probleme mit dem Reglement der politischen Einheit, dann die ständigen Kriege etwa mit Dänemark (1864), Österreich (Königgrätz 1866), und schließlich Frankreich (1870/71) samt der darauffolgenden Bismarck’schen Bündnispolitik. Daher beschloss die Stadt Berlin, 1879 eine große Nationale Gewerbeausstellung zu veranstalten, auf welcher u.a. Siemens & Halske die weltweit erste elektrische Bahn vorstellte. Erst in den 1890er Jahren wurde das Reich als Ausrichter einer Schau wieder diskutiert. Eine 1999 erschienene Studie wies nach, dass die Bewerbung damals aber wieder an einem jahrelangen Hickhack zwischen Berlin/Preußen einerseits und einigen Bundesländern andererseits scheiterte. Die „verhinderte Weltausstellung“ fand dann 1896 abermals als Berliner Gewerbeausstellung im Treptower Park statt. Von der Dimension her galt sie Insidern aber als eine Art offiziell nicht anerkannte Weltausstellung.
Neben diesen Problemen setzte ein weiteres Phänomen den Weltausstellungen zu. In den 1880er Jahren begann die Phase der weltweiten Spezialveranstaltungen. Den Beginn machten die sogenannten „Elektrischen Ausstellungen“, zuerst 1881 in Paris, dann in München und Wien. Eine Weltsensation gelang den Firmen AEG und Oerlikon 1891 mit der Ausrichtung der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt am Main: eine dauerhafte Drehstrom-Fernübertragung von einer 176 Kilometer entfernten Wasserkraft. Nachdem hierzulande in Darmstadt bereits der erste Lehrstuhl für Elektrotechnik gegründet worden war, katapultierte diese Leistung das Reich endgültig an die weltweite Elektrotechnik- Spitze – und die Weltausstellungen ein wenig mehr ins Abseits, frei nach dem italienischen Sprichwort: „Die Zeiten sind hart, aber modern.“ Denn im Fahrwasser der World Exhibitions kamen nun weltweite Spezialausstellungen überhaupt erst in Mode. Man nehme den ersten Internationalen Friedenskongress 1867 in Genf, die erste Internationale Automobilausstellung (IAA) 1897 in Berlin, die erste Internationale Ausstellung für moderne Dekorative Kunst in Turin 1902, oder die erste Internationale Luftschifffahrtausstellung (ILA) in Frankfurt am Main 1909. Zwar folgten auch auf die letzte große Weltausstellung in St. Louis 1904, die ebenfalls ganz im Zeichen des Motorflugs stand, noch weitere Weltausstellungen. Doch keine von ihnen konnte mehr an die alte Bedeutung anschließen. Die späteren Ausstellungswellen der 1930er und ab den 1950er Jahren mussten sich deshalb ein Stück weit neu erfinden.
Autor Dr. phil. habil. Günther Luxbacher
ist Privatdozent am Fachgebiet für Technikgeschichte der TU Berlin und veröffentlichte insbesondere zur Geschichte der Technikwissenschaften in politischen Kontexten, der industriellen Werkstoffe und der technisch-wissenschaftlichen Vereine im 19./20. Jahrhundert. Im April 2024 legte er eine Studie zur Technikgeschichte des Metalls Osmium vor.
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