Wie kam es zu diesem blutigen Aufeinandertreffen? 1806 hatte Großbritannien das Kapland annektiert und dort englisches Recht eingeführt, das seit 1833 die Abschaffung der Sklaverei bestimmte. Die Buren, Nachfahren der niederländi‧schen Einwanderer, lehnten dies vehement ab, sahen sie doch ihre Existenzgrundlage als Sklavenhalter gefährdet. Daher verließen 12 000 Buren das Kapland und strömten als „Voortrekker“ in Richtung Nordosten des heutigen Südafrika. Dort trafen sie auf die indigene Bevölkerung, die sich bedroht fühlte. Besonders heftige Scharmützel entwickelten sich mit den in der Region herrschenden Zulus.
Die Schlacht am Blood River gilt als Gründungsmythos der Burenrepubliken und einer weißen burischen National-identität. Nicht wenige verglichen den Exodus mit dem biblischen Auszug Israels aus Ägypten. Allerdings zweifeln Historiker seit geraumer Zeit an der hohen Zahl der getöteten Zulus. Noch heute ist der 16. Dezember in Südafrika ein Feiertag, er heißt allerdings seit 1994 „Tag der Versöhnung“.





