Der Tod König Witizas im Jahr 710 stürzte das Westgotenreich auf der Iberischen Halbinsel in politische Unruhe. Witizas Söhne und verbündete Adlige rebellierten gegen den neugewählten König Roderich und baten die Sarazenen um Unterstützung. Die Muslime folgten dem Ersuchen, besiegten Roderich und eroberten in kurzer Zeit die Iberische Halbinsel. Ihr Expansionsdrang war damit noch nicht erschöpft, und so stellte sich ihnen im Jahr 732 der fränkische Hausmeier Karl Martell mit einem Heer aus gepanzerten und mit Speeren bewaffneten Franken, Langobarden, Friesen und Sachsen entgegen. Nach einer Woche des Wartens und Taktierens kam es an einem Samstag im Oktober 732 zwischen Tours und Poitiers, wohl nahe den Flüssen Claine und Vienne, zur entscheidenden Schlacht. Zur Überraschung der Sarazenen erwiesen sich die Franken und ihre Verbündeten als ebenbürtige Gegner, die den Ihrigen schwere Verluste beibrachten. Als Heerführer Abd ar-Rahman getötet wurde und die Nacht hereinbrach, zogen sich die Sarazenen in ihr Lager zurück, das die Franken am nächsten Tag leer vorfanden: Karl Martell, in späteren Jahrhunderten als Held gefeiert, hatte einen Sieg errungen, der die Expansion des Islam nach Westen für Jahrzehnte stoppte. Für die Sarazenen aber fand bei Tours und Poitiers die „Schlacht der Millionen Tränen“ statt.





