Käthe, 1867 als zweite Tochter der Familie in Königsberg geboren, wurde stark von der „Freien evangelischen Gemeinde Königsberg“ geprägt, deren Gründer ihr Großvater Julius Rupp war. Er vertrat eine völlige Unabhängigkeit von Kirche und Staat und propagierte eine christliche Gemeinschaft, die ganz auf den Prinzipien von Gleichheit, unbedingter Gewissensfreiheit, Selbsterkenntnis und Wahrheit beruhen sollte. Wegen dieser radikalen Ansichten verlor Rupp sein Amt als Divisionspfarrer. Auch Käthes Vater Carl, aktiv in der inzwischen verbotenen Gemeinde engagiert, musste seine juristische Ausbildung deshalb aufgeben. Er wurde Maurer und später ein recht erfolgreicher Bauunternehmer. Zugleich engagierte er sich, wie auch sein Sohn Conrad, in der entstehenden Arbeiterbewegung; beide waren überzeugte Sozialdemokraten. …
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Dr. Heike Talkenberger





