Das Gutenberg –Museum Mainz und das Landesmuseum in Mainz werden vom 4. Oktober bis zum 29. November 2009 eine Ausstellung zeigen, die sich der druckgraphischen Technik des Mezzotinto (Schabkunst) widmet. Es wird die erste Ausstellung zu diesem Thema und in diesem Umfang in Deutschland sein. Sie ist gleichzeitig ein Beitrag zum „Jahr der Graphik“, das die Graphischen Sammlungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz ausgerufen haben. Dass die Ausstellung in Mainz konzipiert und gezeigt wird, ist äußerst sinnvoll, denn die Verbreitung der Technik erfolgte von hier aus. Seit Januar 1654 hielt sich ihr Erfinder, Ludwig von Siegen (1609 – 1680), ein Soldat und kein Künstler, im Dienst des Kurfürsten in Mainz auf. Obwohl Ludwig von Siegen offensichtlich bemüht war, das Geheimnis seiner Erfindung für sich zu behalten, verbreitete sich die Kenntnis davon doch recht bald, und zwar interessanter Weise zunächst nicht unter Künstlern, sondern Dilettanten. Durch Ruprecht von der Pfalz gelangte das Mezzotinto nach England, wo es im 18. Jahrhundert die dominierende Technik der Gemäldereproduktion und daher auch „english manner“ genannt wird.
Die Ausstellung wird ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung der Technik in Mainz und Deutschland im 17. Jahrhundert setzen, daneben auch englische Beispiele des 18. Jahrhunderts einbeziehen und auch mit Blättern des 20. Jahrhunderts aufzeigen, dass das Mezzotinto auch heute noch ausgeübt wird.





