Malaria, Staublunge und Rheuma: Diese drei berufsbedingten Krankheiten zeigen beispielhaft, wie man mit dem jeweiligen Krankheitsbild umging und welche Therapie- und Schutzmaßnahmen auch einfachen Seeleuten, Kumpeln und Eisenbahnern zur Verfügung standen – oder auch nicht. Die zentrale Frage lautet: War Gesundheit Privatsache und Krankheit ein normales Berufsrisiko – und ab wann und wie mussten auch die Arbeitgeber für die Folgen einstehen? Typische Arbeitsunfälle vom Maststurz über die Schlagwetter-Explosion bis zur Zugentgleisung erzählen von den alltäglichen und besonderen Gefahren der Seeleute, Kumpel und Eisenbahner. Die Finanzierung der Heilbehandlung, Krankengeld, Unfall- und Hinterbliebenrenten – das sind die doppelten Böden, die man nun auch in Seefahrt, Bergbau und Bahnwesen verstärkt einzog.
Die kleine Sonderausstellung präsentiert in einer ungewöhnlichen Zusammenschau eine Vielzahl eindrücklicher Fotos und überraschender Objekte, etwa präparierte Malariamücken, historische Arbeitskleidung, medizinisches Gerät, ein raumhohes Original-Zugsignal aus der Zeit um 1900, ein Seefahrtsbuch von der TITANIC, Arbeitsschutzplakate und vieles mehr. Die Ausstellung entstand im Rahmen des Forschungsprojekts der Leibniz-Gemeinschaft „Vergangenheit und Zukunft sozialer Sicherungssysteme am Beispiel der Bundesknappschaft und ihrer Nachfolger“. Begleitend erscheint eine gleichnamige Katalogbroschüre von Lars U. Scholl (Herausgeber) und Sonja Kinzler und Jens Buttgereit (Bearbeiter).





