Im Morgengrauen zog der junge Monarch seine Uniform an und band sich ein weißes Tuch um den linken Oberarm. Es war das Erkennungszeichen: Mehrere Dutzend Offiziere und Unteroffiziere der Leibgarde taten es ihm gleich, bald schlossen sich auch Soldaten anderer in der Hauptstadt stationierter Einheiten an. Sie legten einen Treueid auf den 26 Jahre alten König Gustav III. ab, ein Leutnant – von Adel, wie fast alle Offiziere – rief begeistert aus: „Wir wagen Leib und Blut im Dienst Eurer Majestät!“
Die Gruppe zog zum Reichsrat, der De-facto-Regierung des Landes, wo man gerade über mögliche Maßnahmen gegen den Herrscher diskutierte, nachdem Meldungen über royalistische Erhebungen der Streitkräfte in zwei entfernten Landesteilen eingetroffen waren. Einer der Räte bemerkte jedoch beim Blick aus dem Fenster lakonisch: „Seine Majestät steht gerade im Begriff, uns die Mühe weiterer Erörterungen abzunehmen.“ In der Tat wurden die Mitglieder des Reichsrats ohne Widerstand festgenommen. Als bald darauf der König mit seinen Mitverschwörern durch die Straßen ging, brandete der Beifall der Bürger auf. Der Coup d’État war zum Triumphzug geworden.





