Auf der Frankfurter Buchmesse werden diese im Verlag Dr. Kovac Hamburg erschienenen Forschungen vorgestellt. Aus diesem Anlass zeigt das Archäologische Museum den singulären Goldring in einer kleinen Sonderpräsentation.
In der Merowingerzeit (6. bis 7. Jahrhundert) gab es zwei Siegelarten am Hof: Das Amtssiegel führte der referendarius, der Vorsteher der königlichen Kanzlei; mit ihm siegelte er Erlasse und Urkunden. Daneben besaß der König ein persönliches Siegel in Form eines Fingerrings. Mit ihm besiegelte er seine litterae, kurze Sendschreiben und Anweisungen an Beamte. Das persönliche Siegel des Königs sollte ein Bild- und Erkennungszeichen für den Adressaten sein. Der Siegelring von König Childebert II. zeigt eine Männerbüste im Profil mit Lanze und Brustpanzer sowie die Umschrift + HILDEBERTI REGIS. Der goldene, über 40 Gramm schwere Ring wurde am Daumen getragen. Childebert II. wurde 570 als einziger Sohn von Sigibert I., König im austrasischen Reichsteil, und der Königin Brunichild geboren. Noch minderjährig, wurde er 575 zum König erhoben, starb jedoch schon 596 im Alter von 26 Jahren.





