Freitag, 26. August 1278. Frühmorgens. Der leichte Frühnebel über der Ebene zwischen den Dörfern Dürnkrut und Jedenspeigen im Osten des heutigen österreichischen Bundeslands Niederösterreich versprach einen wunderschönen Spätsommertag. Es war der Tag der Entscheidung über die Zukunft Europas. Eine der größten und blutigsten Ritterschlachten des Mittelalters stand bevor, die Schlacht auf dem Marchfeld, in der König Rudolf von Habsburg seinen langjährigen Gegenspieler Ottokar II. Pˇremysl, König von Böhmen, besiegte.
Warum bekriegten sich die beiden? Es ging um die Entscheidung in einem langjährigen Machtkampf zwischen zwei wahrhaft ebenbürtigen Rivalen, die gegensätzlicher nicht hätten sein können: Hier Ottokar, 46 Jahre alt und gutaussehend, der reichste und erfolgreichste Machtpolitiker seiner Zeit; dort Rudolf, hager, mit seinen 60 Jahren fast schon ein Greis, erfahren zwar und sogar König, aber dennoch pflegte er das Image des „armen Grafen von der Habichtsburg [Habsburg]“.





