Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Politik in Hollywood eine untergeordnete Rolle gespielt. Nur selten wagte sich ein Studio an ein politisch brisantes Thema. Vor allem während der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre wurden lieber Filme produziert, die Ablenkung versprachen. Doch der Krieg änderte alles: Die Roosevelt-Administration hatte die meinungsbildende Kraft der Filmindustrie erkannt, und die Studios stellten sich bereitwillig in den Dienst der Nation – sie produzierten Filme, welche die Moral und den Kampfgeist stärken sollten.
Die unmittelbar aufeinander folgenden Katastrophen der Großen Depression und des Zweiten Weltkriegs machten die US-Gesellschaft zugleich sensibel für Warnsignale jeder Art, so auch die Filmindustrie. Noch während des Kriegs gründete sich die „Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals“ (MPA-PAI), um die nächste drohende Gefahr abzuwehren: den Kommunismus. Dass diese Ideologie als Gefahr wahrgenommen wurde, war neu. Lange war der Einfluss, den kommunistische Kräfte in Amerika ausüben konnten, als äußerst gering eingeschätzt worden. Tatsächlich hatte die Kommunistische Partei Amerikas (CPUSA) weniger Mitglieder, als irisch-katholische Vereine allein in New York mobilisieren konnten.





