„Für die Menschen ist es klar, daß das römische und das persische Königreich wie zwei Lichter sind. Und es ist notwendig, daß sich das eine Königreich mit dem Glanz des anderen schmücke – gleichsam wie zwei Augen –, statt sich bis zur gegenseitigen Vernichtung feindlich gegenüberzustehen.“ Diese Forderung nach gegenseitiger Anerkennung als gleichwertige Königreiche ließ der persische Gesandte während der Friedensverhandlungen mit Rom Ende des 3. Jahrhunderts selbstbewußt vernehmen. Offensiv und erfolgreich verfolgte die junge Dynastie der Sasaniden ihr Ziel, das achämenidische Großreich, das einst den Iran, Vorderasien und Ägypten umfaßt hatte, wiederherzustellen. Mit ihren universalen Ansprüchen kam sie da-bei immer wieder der römischen Weltmacht in die Quere. Schapur I. führte seine Soldaten vorübergehend sogar bis Antiochia und Kappadokien. Schließlich kam es zum großen Kräftemessen: 244 n. Chr. errang der „König der Könige von Iran und Nicht-Iran“ bei Misˇik einen entscheidenden Sieg gegen die Römer. Kaiser Gordian III. wurde – zumindest gemäß sasanidischen Quellen – in der Schlacht tödlich verwundet, und sein Nachfolger Philippus Arabs mußte gegen ein hohes Lösegeld die Freiheit seiner in Gefangenschaft geratenen Sol?da?ten erkaufen. Immerhin aber blieb das Römische Reich in seinen Grenzen erhalten. So konnte die politische Propaganda beider Seiten den Frieden von 244 n. Chr. als einen Triumph feiern.





