Dieser besonders opulent ausgestattete Band präsentiert die wechselvolle Geschichte Siziliens von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem als ein optisches Erlebnis. Eine Vielzahl teils großformatiger, häufig sogar ganzseitiger farbiger Abbildungen dokumentiert das umfangreiche historische und kulturelle Erbe jener Völker, die seit den Phöniziern und den Griechen das Leben auf der Insel prägten. Jeder der vier thematischen Blöcke (Antike, Mittelalter, Renaissance und Barock, Neuzeit) bietet zudem instruktive Skizzen zu der für die jeweilige Epoche charakteristischen Architektur und Urbanistik. Über die Bauweise der griechischen Tempel wird der Leser auf diese Weise ähnlich kompetent informiert wie über die Paläste der Normannen oder die städtebaulichen Veränderungen in Palermo zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Texte halten mit der exzellenten Qualität der Bilder allerdings nicht Schritt. Die Verfasser waren sich offenbar nicht darüber im Klaren, ob sie eine Hommage auf Sizilien oder eine historisch ausgewogene Darstellung liefern wollten. So wechseln ansprechende Beobachtungen und Ausführungen mit wenig sachdienlichen Formulierungen naiv-pathetischen Zuschnitts (“ein Szenario von erschütternder und anrührender Einfachheit und Größe”). Da die Stärke des Buches eindeutig im Bildmaterial liegt, möchte man es vor allem jenen Lesern empfehlen, die Sizilien bereits kennen und die Abbildungen daher in ihren jeweiligen Kontext einzuordnen in der Lage sind.
Rezension: Sonnabend, Holger





