Ob sie nun Juri Gagarin, Ernst Thälmann, Adolf Hennecke oder Julius Fucik heißen, gemeinsam ist ihnen eines: Sie waren Helden der sozialistischen Länder, Heroen des Aufbaus einer vermeintlich besseren, gerechteren Gesellschaft, auch Symbole der Überlegenheit des “neuen, sozialistischen Menschen” über die westliche Dekadenz. Als Kosmonauten, Widerstandskämpfer, Sportler oder Helden der Arbeit sollten sie das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen und über diesem Weg das Vertrauen in die sozialistische Gesellschaftsform befestigen. Den sozialistischen Helden (und Heldinnen) ist ein anregender Sammelband gewidmet, den Silke Satjukow und Rainer Gries herausgegeben haben. Dabei wird bei der vergleichenden Analyse des Heldenmythos in den Ländern Sowjetunion, DDR, Polen, Ungarn und Tschechslowakei zum einen untersucht, mit welchen Mitteln aus einem realen Menschen die Kunstfigur des Helden konstruiert wird, zum anderen wird zumindest ansatzweise rekonstruiert, wie diese Heldenfiguren von der Bevölkerung rezipiert wurden.
Rezension: Talkenberger, Heike





