Zum Inhalt springen
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
AnmeldenAbonnieren
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Rezensionen
  • Podcast
  • DAMALS Plus
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Podcast
  • Rezensionen
DAMALS-Newsletter
Spannende Geschichten aus der Geschichte direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • DAMALS Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

DAMALSErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-447
E-Mail: damals@konradin.de
Folgen Sie uns
DAMALS als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 DAMALS
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Geschichte & Archäologie/Artikel
Spanische Höhle erweist sich als antike Kultstätte für mysteriöse Göttin
Geschichte & Archäologie

Spanische Höhle erweist sich als antike Kultstätte für mysteriöse Göttin

Dieser Raum in der spanischen Höhle Cova de les Dones war in der Antike ein römisches Heiligtum, in dem Frauen eine noch unbekannte Göttin verehrten. · Foto: © Universidad de Alicante

Geheimnisvolle „Herrin“: In einem antiken Höhlenheiligtum in Spanien haben Archäologen 120 Inschriften aus römischer Zeit sowie zahlreiche Opfergaben entdeckt. Sie verraten, dass diese „Cova de les Dones“ damals primär von Frauen als Kultstätte genutzt wurde. Eine prominente Rolle spielte dabei offenbar eine in den Inschriften als „Domina“ – Herrin – bezeichnete, noch unbekannte Göttin.
Autor
Nadja Podbregar
25. August 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Die Cova de les Dones – „Höhle der Frauen“ in der Nähe von Valencia ist eine in mehrerer Hinsicht wichtige Fundstätte. 2023 entdeckten Archäologen dort hunderte Wandmalereien und Gravuren aus der Zeit vor mehr als 24.000 Jahren. Sie gelten als eines der größten Ensembles paläolithischer Felskunst Spaniens und als eine der bedeutendsten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte dieser Art in Europa.

Doch auch in der Antike hatte die Cova Dones eine besondere Bedeutung: 2024 stießen Archäologen im hinteren Teil der Höhle in rund 200 Meter Tiefe auf einen Raum, der offenbar als römisches Höhlenheiligtum diente. Dies verrieten 15 lateinische Inschriften an Wänden und Decke der Höhle. Am Boden dieses Höhlenraums sammelt sich Wasser aus unterirdischen Quellen in mehreren flachen Becken. In einem davon fand das Team um Virginia Barciela von der Universität Alicante und Aitor Ruiz-Redondo von der Universität Saragossa eine römische Münze aus der Zeit des römischen Kaisers Claudius.

120 Inschriften in einer Höhlen-Kultstätte für Frauen

Jetzt gibt es neue Funde. Im Rahmen der diesjährigen Ausgrabungen haben die Archäologen mehr als hundert weitere lateinische Inschriften im Höhlenheiligtum von Cova Dones entdeckt. „Die Stätte, von der wir vorher nur etwa fünfzehn Inschriften kannten, weist inzwischen 120 Inschriften auf“, berichten die Forschenden. „Sie ist damit die größte bekannte Ansammlung von römischen Inschriften in einem Höhlenheiligtum im gesamten römischen Reich.“ Die teils aufgemalten, teils in die Höhlenwände eingravierten Inschriften stammen ersten Datierungen zufolge aus dem ersten und zweiten Jahrhundert.

Inschriften

Diese Aufnahmen zeigen einige der im Höhlenheiligtum der Cova Dones entdeckten Inschriften. — © Universidad de Alicante

Erste epigrafische Auswertungen lieferten Hinweise auf die Funktion des Heiligtums: „Die vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass Cova Dones eine vorwiegend von Frauen besuchte Kultstätte war, weil unter den bislang dokumentierten Inschriften mehrere weibliche Namen auftauchen“, berichten Barciela und Ruiz-Redondo. Gestützt wird dies durch in diesem Jahr neu entdeckte Fundobjekte, darunter zwei Ringe, ein Armband, Kelchgefäße, Keramikfragmente und mehrere Spinnwirtel. „Die Spinnwirtel deuten auf die Opferung von Spindeln hin – Werkzeugen der Textilherstellung, die in der Antike mit der weiblichen Sphäre assoziiert wurden“, erklärt Barciela. „Dies passt zu den epigrafischen Hinweisen auf eine primär weibliche Nutzung dieses Heiligtums.“

Hinweise auf eine noch unbekannte Göttin

Spannend auch: Offenbar wurde im Höhlenheiligtum von Cova Dones eine ganz bestimmte Göttin verehrt. „Dank fünf Votivinschriften wissen wir, dass in der Höhle während der Römerzeit eine Göttin verehrt wurde, die ehrfurchtsvoll als ‚Domina‘ – die Herrin – bezeichnet wurde“, berichtet Silvia Alfayé von der Universität Saragossa. In drei dieser Inschriften taucht der Name „Malaci“ auf –
eine bislang noch nicht dokumentierte Anrufung dieser unbekannten Göttin. Noch ist unklar, wer diese Göttin war oder welche Bedeutung sie hatte. Es gibt aber erste Hinweise: „Diese Göttin trug einen spezifischen Beinamen, der möglicherweise mit Wasser in Verbindung steht“, erklärt Alfayé.

Nach Ansicht der Archäologen unterstreicht die noch unbekannte Göttin die religiöse und rituelle Bedeutung des antiken Höhlenheiligtums von Cova Dones. „Die Existenz von mindestens fünf Inschriften, die derselben Gottheit gewidmet sind, belegt, dass diese Höhle nicht nur sporadisch und zu einem allgemeinen religiösen Zweck besucht wurde. Dort gab es einen spezifischen Kult für eine konkrete Gottheit“, sagt Sergio García-Dils von der Universität Sevilla und Leiter der Spanischen Schule für Höhlenforschung. Dies mache Cova de les Dones zu einer einzigartigen Fundstätte, um die rituellen Praktiken jener Zeit genauer zu erforschen.

Weitere Entdeckungen erwartet

Noch ist die Untersuchung der Inschriften und Funde in der Höhle nicht abgeschlossen, zudem sind viele Abschnitte der Höhle noch nicht genauer erkundet. Die Archäologen gehen daher davon aus, dass sie in den bereits geplanten Untersuchungskampagnen noch weitere Entdeckungen machen werden. Zunächst sollen jedoch die aktuellen Funde weiter analysiert werden. „Die Untersuchung dieser Inschriften und der archäologischen Funde wird es ermöglichen, die rituellen Praktiken, die an diesem Ort über Jahrhunderte hinweg ausgeübt wurden, präziser zu rekonstruieren“, erklären die Forschenden.

Quelle: Universidad de Alicante

AntikeGöttinHöhleHöhlenheiligtumKultstätteRömischSpanien
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie DAMALS in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

DAMALS als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Geschichte & Archäologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.

Alle Geschichte & Archäologie-Artikel
Norwegen: 4000 Jahre altes Galeriegrab gibt Rätsel auf
Geschichte & Archäologie

Norwegen: 4000 Jahre altes Galeriegrab gibt Rätsel auf

8. Oktober 2026

Archäologen haben im Südwesten Norwegens ein ungewöhnliches, rund 4000 Jahre altes Galeriegrab entdeckt. Es unterscheidet sich von den damals typischen Gräbern.

Neue Indizien für Menschenopfer bei den ersten Pharaonen
Geschichte & Archäologie

Neue Indizien für Menschenopfer bei den ersten Pharaonen

6. Oktober 2026

Die ersten Pharaonen Ägyptens ließen sich zusammen mit hunderten ihrer Untergebenen bestatten. Doch wie starben diese „Begleiter ins Jenseits“? 5000 Jahre alte…

Stand die Wiege des Homo erectus in Südafrika?
Geschichte & Archäologie

Stand die Wiege des Homo erectus in Südafrika?

1. Oktober 2026

In Südafrika wurden die rund 2,04 Millionen Jahre alten Schädelknochen eines Homo erectus entdeckt – es ist das älteste adulte Fossil dieser Art weltweit.

DDR profitierte stark von ihrer Wirtschaftsspionage im Westen
Geschichte & Archäologie

DDR profitierte stark von ihrer Wirtschaftsspionage im Westen

29. September 2026

Die DDR unterhielt eines der größten Wirtschaftsspionage-Programme weltweit - und profitierte messbar davon, wie nun eine Studie belegt.

← Zurück zu Geschichte & ArchäologieZur Startseite