Die Sphinx von Gisa ist länger, höher und schwerer als eine Boeing 747, über 4500 Jahre alt und trotz der Faszination, die sie ausübt, seltsam stumm in Quellen und Forschung geblieben. So verkörperte sie zwar Idee und Traum von Ägypten, wurde aber nicht gleichermaßen als Monument von Menschenhand erforscht. Dem möchte Christiane Zivie-Coche mit ihrem Buch über die größte Kolossalplastik der Erde (französisch 1997) abhelfen; ihr handlicher Band ist nun auch in deutscher Übersetzung zu haben. Auf einer Reise durch die Jahrhunderte der Verehrung, des Vergessens und der Wie?der?entde?ckung berichtet die Autorin, Professorin für altägyptische Religionswissenschaft an der Pariser Sorbonne, fundiert über die Bedeutung des Wortes „Sphinx“, die Ikonographie dieses Fabelwesens und seine Funktion als göttlicher Wächter der Pharaonengräber von Gisa. Ein schönes und seriöses Geschenk für Jugendliche, die sich für Archäologie und Altertum inter?essieren; auch Leser mit Vorkenntnissen können noch Überraschendes finden.
Rezension: Engbers, Thomas





